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Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Die Ressourcen werden knapper, die Löhne für Arbeiter sind in fernen Ländern gering und die Erde wird aufgrund des Klimawandels immer wärmer. Um den aktuellen Entwicklungen entgegenzuwirken, bekommt das Thema Nachhaltigkeit immer mehr Gehör. Nachhaltigkeit ist schon seit längerer Zeit ein großer Trend im privaten Alltag, aber auch in vielen Unternehmen.

Doch was genau bedeutet der Begriff Nachhaltigkeit, was sind die Ziele, Strategien und Herausforderungen? Erfahren Sie hier alles Wissenswerte und was Sie tun können, um nachhaltiger zu leben und die Umwelt zu schützen.

Was ist Nachhaltigkeit?

Der Begriff Nachhaltigkeit besitzt keine eindeutige Definition. Generell bedeutet das Konzept, dass man Rücksicht auf die nachfolgenden Generationen nimmt bei seinen Tätigkeiten und dem Verbrauchen von Rohstoffen. Das heißt, dass man nur so viele Rohstoffe verbraucht, wie auch wieder nachwachsen oder nachproduziert werden können. Dadurch schont man die Umwelt, es tritt kein Rohstoffdefizit auf und man sorgt in dem Sinne für eine Generationengerechtigkeit.

Das Problem heutzutage ist immer noch, dass viele Praktiken und Produkte nicht nachhaltig sind. Das heißt, dass die Produktionen aufgrund chemischer Stoffe oder einem hohen CO²-Ausstoß die Umwelt belasten. Aber auch Produkte aus Plastik oder einmalige Gebrauchsgegenstände wirken sich negativ auf die Tier- und Pflanzenwelt aus. Dazu kommt, dass Bauern für billige Produkte nur wenig Lohn erhalten und oft Kinder in diesen Bereichen arbeiten. Auch im Alltag greifen viele Menschen häufig aus Bequemlichkeit und um Geld zu sparen, zu nicht nachhaltigen Produkten oder fahren kurze Strecken mit dem Auto. Dabei gibt es viele Alternativen, die nicht nur nachhaltiger, sondern beinahe genauso bequem wie ihr umweltbelastendes Pendant sind.

Ursprung des Konzepts

Der Begründer dieses Prinzips soll Hans Carl von Carlowitz gewesen sein. Von Carlowitz schrieb in seinem Werk „Sylvicultura oeconomica“ von der drohenden Holzverknappung, die durch nachhaltiges Abholzen verhindert werden sollte. So legte von Carlowitz den Grundstein für das Prinzip der Nachhaltigkeit. Das politische Leitprinzip und die erste Definition schufen 1987 die Brundtland-Kommission. Die Brundtland-Kommission gab den Anstoß für die öffentliche Diskussion, die unter anderem von den Vereinten Nationen in der Agenda 2030 aufgenommen wurde.

Das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit
Das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit

Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

Die drei Säulen der Nachhaltigkeit definieren, worauf sich das Konzept der Nachhaltigkeit stützt und was eben dieses ausmacht: Ökologie, Wirtschaft und Soziales. Diese drei Komponenten sind gleichrangig anzusehen und bedingen sich gegenseitig.

Die ökologische Säule fordert, die Ressourcen der Erde wie Wasser und Rohstoffe zu schonen und dafür zu sorgen, dass diese Ressourcen zur Verfügung stehen oder durch erneuerbare Rohstoffe ersetzt werden. So soll beispielsweise Plastik durch andere nachhaltigere Stoffe ersetzt werden, da Plastik sich nur sehr langsam bis gar nicht zersetzt.

Die zweite Säule ist die soziale Nachhaltigkeit. Diese besagt, dass die Würde des Menschen unantastbar ist und Ausbeutung gegen das Prinzip der Nachhaltigkeit spricht. Durch faire Bezahlung und Grundrechte soll diese Säule verwirklicht werden.

Bei der dritten Säule tritt die ökonomische Nachhaltigkeit in den Vordergrund. Dabei sollen Unternehmen langfristige Nachhaltigkeitsstrategien verfolgen, die nicht nur den Profit maximieren, sondern auch die Umwelt nicht negativ beeinflussen. Auch der In- und Export der Länder soll im Gleichgewicht sein, um einer Verschuldung entgegenzuwirken.

Ziele von Nachhaltigkeit

Die Vereinten Nationen haben in der Agenda 2030 17 Ziele zusammengefasst, die gemeinsam erreicht werden sollen. Die Ziele zur nachhaltigen Entwicklung (SDGs) sind folgende:

  • Kein Hunger und keine Armut mehr
  • Bessere Bildung
  • Bekämpfung von Ungleichheiten
  • Sauberes Wasser und Sanitäranlagen
  • Mehr Selbstbestimmung und Geschlechtergleichheit
  • Wohlstand und Gesundheit für alle
  • Klimawandel bekämpfen und Lebensgrundlagen zu Wasser sowie zu Land bewahren
  • Menschenrechte schützen
  • Frieden und globale Partnerschaften
  • Strategien für nachhaltige Energien und Produktionen
  • Infrastruktur aufbauen

Herausforderungen

Viele Menschen auf der Welt leben noch nicht nachhaltig und greifen nicht zu umweltbewussten Praktiken und Produkten zurück. Die Entwicklung liegt meist an mangelndem Wissen zu diesem Thema, da es als sehr komplex empfunden wird. Dass der Kauf von Plastikverpackungen und Einmalprodukten einen großen Effekt auf die Umwelt hat, ist nur den Wenigsten im vollen Ausmaß bewusst. Deshalb ist es wichtig, über die Schule hinaus für Aufklärung zu sorgen, um das Umweltbewusstsein zu stärken und auf die Bedeutung des eigenen Lebensstils aufmerksam zu machen.

Andererseits gibt es schon viele Menschen, die sich den Konsequenzen und der Bedeutung ihres Handelns in dem Sinne bewusst sind. Das Bewusstsein wirkt sich jedoch häufig nicht auf die Handlungen aus. Gründe dafür sind beispielsweise Bequemlichkeit oder der zu hohe Preis der nachhaltigeren Varianten.

Somit gilt es, das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu stärken, aber auch das darauffolgende Handeln. Die drei Säulen der Nachhaltigkeit bieten eine gute Grundlage, um ein nachhaltiges Leben auf der Erde zu ermöglichen. Dazu zählen das Ressourcenmanagement, die Sicherung und der Schutz von Arbeitern und Arbeiterinnen sowie das nachhaltige Management von Unternehmen mit einer neuen Nachhaltigkeitsstrategie.

Pflanze mit Erde in einer Hand
Jeder kann seinen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten

Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Wer nachhaltig lebt, der schützt das Klima. Denn allein, wenn eine Person statt dem Auto öffentliche Verkehrsmittel nutzt, wird eine große Menge CO² eingespart. Zudem können mit Bus und Bahn viel mehr Leute gleichzeitig transportiert werden. Auch Minimalismus trägt zum Klimaschutz bei. Denn wer weniger konsumiert und mehr selber macht, trägt zum Wandel bei und hinterlässt einen kleineren ökologischen Fußabdruck.

Eine nachhaltige Wärmedämmung sorgt nicht nur dafür, dass es warm und gemütlich zuhause ist, sondern trägt auch dazu bei, dass die Heizung heruntergedreht werden kann. Das spart Heizkosten und wirkt sich positiv auf das Klima aus, da weniger Energie verschwendet wird. Neue Geräte mit hohen Energieeffizienzklassen sorgen ebenfalls dafür, dass die Stromrechnung nicht in die Höhe schießt, da in der Regel weniger Strom verbraucht wird.

Fahrradfahrer im Straßenverkehr
Das Fahrrad wird aktuell wieder beliebter

Nachhaltigkeit im Alltag

Um im Alltag nachhaltig zu leben, können Sie ganz einfach auf ein paar Dinge achten. Beim Einkaufen ist es sehr klimaschonend und nachhaltig, regionale und saisonale Produkte zu kaufen. So hinterlässt deutsches Obst und Gemüse einen kleineren CO²-Fußabdruck als die importierten Früchte aus dem Ausland. Auch sollte darauf geachtet werden, diese Produkte möglichst unverpackt und plastikfrei zu kaufen. Denn Plastiktüten brauchen mehr als 20 Jahre, um sich zu zersetzen. Plastikflaschen brauchen sogar noch viel länger. Auch der Verzicht von Fleisch- und Milchprodukten oder der geringere Konsum wirken sich positiv auf das Klima aus.

Wer viel unterwegs ist, für den sind Fahrrad, Zug oder Bus die nachhaltigere Alternative zum Auto oder dem Flugzeug. Fahrradfahren hält nicht nur fit, sondern spart auch eine Menge Abgase. Sollte das Fahrrad kaputt sein, dann kann dieses oft schnell selbst oder in einer Werkstatt repariert werden und man muss sich kein neues Rad zulegen.

Elektrische Geräte sollten nach dem Benutzen aus der Steckdose gezogen oder ausgeschaltet werden. Achten Sie bei neuen Geräten auf den Energieverbrauch, um weniger Energie zu verschwenden und die Energiekosten zu senken. Viele Geräte besitzen darüber hinaus einen Energiesparmodus. Wenn Sie einen Raum verlassen, denken Sie daran, das Licht auszuschalten.

Nachhaltigkeit im Unternehmen

Das Konzept der Nachhaltigkeit ist nicht nur im Alltag zu finden, sondern weitet sich bis in die Arbeitswelt aus. Auch hier kann darauf geachtet werden, Ressourcen zu sparen durch wenig Papierausdrucke und Ausdrucke in schwarz-weiß. Die Geräte in den Büros sollten möglichst nicht im Stand-by-Betrieb laufen, um Energie zu sparen. Generell sind Laptops meist energiesparender als große Stand-PCs. Pflanzen im Büro werten die Räume nicht nur ästhetisch auf, sondern sorgen auch für ein optimales Raumklima.

Ein Unternehmen kann auch als nachhaltig gelten, wenn es sich für die Nachhaltigkeit einsetzt durch neue Geschäftsmodelle oder Nachhaltigkeitsstrategien. Auch die Herstellung nachhaltiger Produkte führt dazu, dass viele Unternehmen als nachhaltig betitelt werden. Dabei kann es aber vorkommen, dass diese Firmen im sonstigen Betrieb nicht nachhaltig agieren. Aus diesem Grund gelten als nachhaltig betitelte Unternehmen nicht per se als nachhaltig in allen Bereichen.

FAQs zum Thema Nachhaltigkeit

Was ist Nachhaltigkeit?

Der Nachhaltigkeitsbegriff besitzt keine eindeutige Definition, da der Begriff so vielschichtig ist. Grundsätzlich meint man mit dem Begriff, dass man nur so viele Rohstoffe verbraucht, wie man wieder anpflanzen oder herstellen kann. Das heißt, dass man beispielsweise nur so viele Bäume fällt, wie man auch anpflanzt. Dieser Gedanke soll dafür sorgen, dass die nächsten Generationen immer noch Rohstoffe zur Verfügung haben und wir nicht alles verbraucht haben. Nachhaltig bedeutet aber auch, sich gegen Ausbeute und Zwangs- sowie Kinderarbeit zu stellen und faire Löhne zu sichern. Unternehmen sollen langfristige Strategien entwickeln, um der Umwelt nicht zu schaden und zu viel CO² zu produzieren.

Welche Bereiche umfasst Nachhaltigkeit?

Das Thema Nachhaltigkeit umfasst nicht nur den Bereich Umwelt. Das drei Säulen Modell zeigt, dass auch die Bereiche Soziales und Wirtschaft zum Wandel der Nachhaltigkeit beitragen. Demnach ist es wichtig, für ein friedliches Miteinander zu sorgen, die Würde des Menschen nicht abzusprechen und für faire Arbeitsbedingungen zu sorgen. Das Gemeinwohl steht an erster Stelle bei dieser Säule. Die dritte Säule umfasst die wirtschaftliche Komponente. Hier geht es darum, langfristig nachhaltige Unternehmensstrategien zu entwickeln, die die Umwelt nicht gefährden. Auch auf ein ausgeglichenes Export- und Importverhältnis soll geachtet werden.

Was bedeutet nachhaltiges Arbeiten?

Nachhaltiges Arbeiten bedeutet, dass man sich für die Umwelt und den Klimaschutz einsetzt. Dies kann auf der Arbeit geschehen, indem man Energie und Papier spart. Es sollte auf Recycling gesetzt werden und auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Dabei können die Arbeitsweise und die Strategie eines Unternehmens nachhaltig sein oder das hergestellte Produkt. Verschiedene Gütesiegel können für bestimmte Nachhaltigkeitsniveaus stehen.

Was bedeutet Nachhaltigkeit bei dem Thema Umweltschutz?

Da die Umwelt geschützt werden muss und es nur eine Erde für uns und die nachfolgenden Generationen gibt, müssen wir anfangen, nachhaltiger zu leben. Denn wenn wir mehr Rohstoffe verwenden, als wir anbauen können, werden unsere Kinder und Enkelkinder keine Rohstoffe mehr zur Verfügung haben. Deshalb ist es wichtig, auf umweltschonendere Alternativen umzusteigen, die die Umwelt nicht belasten.

Was kann getan werden, um nachhaltig zu handeln?

Um einen nachhaltigen Lebensstil aufzubauen, hilft es bereits, kleine Dinge in seinem Alltag zu verändern. Der Umstieg auf umweltschonende Alternativen ist ein guter Anfang. Plastikzahnbürsten können zum Beispiel durch Holzzahnbürsten ersetzt werden und Plastiktüten durch Stoffbeutel. Durch Energiesparbirnen können Sie nicht nur Ihre Stromkosten senken, sondern tragen auch immens zum Klimaschutz bei. Auch nachhaltiges Einkaufen durch regionale sowie saisonale Produkte wirkt sich positiv auf die Umwelt aus.

Was versteht man unter nachhaltigem Wirtschaften?
Das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit

Die sozialen, ökonomischen und ökologischen Belange müssen für ein nachhaltiges Wirtschaften in ein ausgewogenes Verhältnis gebracht werden. Unternehmen sind also wirtschaftlich erfolgreich dank neuer Nachhaltigkeitsstrategien, fühlen sich jedoch auch für die Umwelt und sozial verantwortlich.

Die Ziele von nachhaltigem Wirtschaften (SDGs) sind in der Agenda 2030 der Vereinen Nationen zu finden. Dort werden unter anderem keine Armut, Gesundheit, Maßnahmen zum Klimaschutz, Frieden und Gerechtigkeit als Ziele aufgeführt.

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