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07.07.2021 - EWE AG

forsa-Umfrage: Über 90 Prozent der Schulleitungen und Eltern bemängeln Digitalisierungsgrad der Schulen in Niedersachsen

Nur knapp ein Drittel der Schulen verfügt über einen leistungsfähigen Glasfaseranschluss / Schulleitungen und Eltern fordern Abhilfe / Bund bietet Breitband-Förderung

Oldenburg, 07. Juli 2021. Unterricht per Videokonferenz, Hausaufgaben am Laptop und Lernmaterialien via Online-Plattform – das gehörte in den letzten Monaten für viele Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen zur Normalität. Dabei zeigte sich aber auch: Die digitale Infrastruktur und technische Ausstattungen an Schulen weisen noch große Mängel auf. Wenn es nach Schulleitungen und Eltern schulpflichtiger Kinder in Niedersachen geht, muss der Digitalisierungsgrad der Schulen nicht nur aufgrund von Corona ganz oben auf der Agenda von Schulen und Schulträgern stehen. Zu diesem Ergebnis kam eine repräsentative forsa-Umfrage1  im Auftrag von EWE. Ein erster wichtiger Schritt für die Integration von mehr digitalen Inhalten in den Schulalltag wäre etwa die Anbindung der Schulen an ein Glasfasernetz mit möglichen Geschwindigkeiten im Gigabit-Bereich. Allerdings verfügen in Niedersachsen laut der Umfrage bisher nur 31 Prozent der Schulen über einen so leistungsfähigen und flexibel skalierbaren Internetanschluss.

Schlechte Noten für Digitalisierungsstand in Niedersachsen

Mit rund 80 Prozent sieht der überwiegende Teil der Schulleitungen die Digitalisierung als drängendste Herausforderung für Schulen in Niedersachsen in den nächsten zehn Jahren. Nur ein Viertel von ihnen ist mit dem aktuellen Stand der Digitalisierung an ihrer Schule zufrieden und bewertet sie mit „gut“ oder „sehr gut“. Trotz der Fortschritte und Bemühungen in den letzten Monaten ist der Bedarf an einem Ausbau digitaler Angebote an den Schulen groß.
Diese Ansicht teilen auch die Eltern schulpflichtiger Kinder in Niedersachsen: Mit 51 Prozent bewertet über die Hälfte der befragten Eltern die Digitalisierung an der Schule ihrer Kinder mit der Note „ausreichend“ oder schlechter. Auch nach Ende der Pandemie und des Homeschoolings soll diesem Rückstand entgegengewirkt werden, sind sich die befragten Eltern und Schulleitungen einig: Für 93 Prozent der Eltern und 94 Prozent der Schulleitungen ist der Ausbau von digitalen Angeboten an Schulen auch unabhängig von Corona wichtig bzw. sehr wichtig.

Glasfaseranschluss als Grundlage für Digitalisierung an Schulen

Ein elementarer Faktor für die Schuldigitalisierung ist der Zugang zu schnellem Internet mittels eines leistungsfähigen Glasfaseranschlusses. Denn: Ohne guten Internetzugang nützen auch digitale Endgeräte in den Klassenzimmern oder bestens ausgestattete Computerräume nicht viel. Ein Anschluss mit 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) ist längst nicht mehr ausreichend. Aktuell verfügt laut der forsa-Umfrage nicht einmal jede dritte Schule in Niedersachsen über einen Glasfaseranschluss. Bei Gymnasien sind es 58 Prozent, während es bei Grundschulen gerade mal 21 Prozent sind. „Eine noch überraschend niedrige Zahl, wenn man bedenkt, dass mit sogenannten Glasfaser-Direktanbindungen eigentlich jede Schule in ganz Niedersachsen an das leistungsfähige Glasfasernetz von EWE angeschlossen werden kann – unabhängig vom FTTH-Ausbau in der Breite“, kommentiert Ludwig Kohnen, EWE-Geschäftsfeldleiter Geschäftskundenvertrieb, die Ergebnisse der forsa-Umfrage. Wenig überraschend ist aber, dass nur 32 Prozent der Schulleitungen die Internetgeschwindigkeit an ihrer Schule mit sehr gut oder gut bewerten und sogar 34 Prozent der Befragten der Bandbreite der eigenen Schule die Note fünf oder sechs geben.

Die Lösung ist eine Breitbandoffensive für das Klassenzimmer

Abhilfe für Schulen könnte ein Breitband-Förderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur schaffen, bei dem der Bund unter anderem Schulen mit mehreren Milliarden Euro bei der Digitalisierung unterstützt. Gefördert wird bei diesem Programm, welches 2017 als „Offensive Digitales Klassenzimmer“ gestartet ist, der Anschluss der Schule an ein leistungsfähiges Glasfasernetz. Allerdings ist die „Offensive Digitales Klassenzimmer“ aktuell nur bei sieben Prozent der Schulleitungen in Niedersachsen bekannt. Ein Potenzial, das es in Zukunft auszuschöpfen gilt, um die Digitalisierung an Schulen kurzfristig und flächendeckend voranzubringen und Schülerinnen und Schülern digitale Inhalte und Medienkompetenz zu vermitteln. „Die Umfrage hat uns viele wichtige Erkenntnisse gebracht und in einer Sache bestätigt: Wir müssen weiterhin das Gespräch zu Schulträgern und Schulleitungen suchen und den Glasfaser-Anschluss für Schulen als Grundausstattung für modernes, mobiles und interaktives Lernen zur Normalität machen“, ist sich Kohnen sicher. „Schließlich geht es um die Zukunft unserer Kinder.“

[1] Repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag von EWE. Vom 30. April bis 09. Mai 2021 wurden 373 Schulleiterinnen und Schulleiter an allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen sowie 355 Eltern, deren Kinder derzeit eine allgemeinbildende Schule in Niedersachsen besuchen, befragt.

Weiterführendes Material finden Sie hier: https://www.ewe.com/de/ueber-uns/zukunft-gestalten/digitalisierung/digitalisierung-an-schulen

Interview mit Ludwig Kohnen (pdf, 125 KB)
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Schülerinnen und Schüler im Klassenzimmer vor Laptop
Eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag von EWE hat den Stand der Digitalisierung an niedersächsischen Schulen erhoben. Dazu wurden Eltern sowie Schulleitungen befragt. (jpg, 2,7 MB) © Getty
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Ansprechpartner
Katharina Schütz Katharina Schütz Pressesprecherin

Tel: +49-441-4805-1817 E-Mail: katharina.schuetz@ewe.de