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20.06.2019 - EWE AG

EWE: Weichen für erfolgreiche Zukunft gestellt

Konzernstrategie für den Weg zum Lösungsanbieter / Energiewendeprojekte in Brandenburg / Wechsel im Telekommunikationsbereich für mehr Kundenkomfort

Strausberg, 20. Juni 2019. Der Energie- und Telekommunikationsdienstleister EWE hat das Geschäftsjahr 2018 innerhalb der Prognoseerwartung abgeschlossen: Das Operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (OEBIT) lag dabei mit 377,1 Mio. Euro rund 22 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres (484,7 Mio. Euro). Das Konzernperiodenergebnis blieb mit 167,3 Mio. Euro ebenfalls erwartungsgemäß unter dem des Vorjahres (256,1 Mio. Euro). Der Umsatzrückgang um 1.965,0 Mio. Euro auf nun 5.703,9 Mio. Euro (Vorjahr: 7.668,9 Mio. Euro) resultierte in erster Linie aus der erstmaligen Anwendung neuer internationaler Rechnungslegungsvorschriften zur Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15).

„Wir blicken auf ein schwieriges, aber dennoch erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurück“, fasste Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, bei der Jahrespressekonferenz der EWE-Region Brandenburg/Rügen in Strausberg zusammen. „Schwierig, weil wir weiterhin unter einem hohen Wettbewerbs- und Veränderungsdruck agieren und sich das wie erwartet auch in unserer Bilanz niederschlägt. Erfolgreich, weil wir einen realistischen Blick auf uns und unser Umfeld haben und die für das Jahr 2018 gesteckten Ziele erreichen konnten.“

Dohler wies in diesem Zuge auch auf wesentliche Weichenstellungen der vergangenen Monate hin: So trennte sich das Unternehmen von seinen türkischen Gesellschaften und ist bei der Suche nach einem neuen strategischen Investor auf Kurs. „EWE hat eine solide Basis, eine klare Strategie und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um sich Schritt für Schritt zu einem modernen und stärker digitalen Dienstleistungsunternehmen zu wandeln. Daran arbeiten wir gemeinsam mit Zuversicht und Freude am Neuen“, so Dohler. Die Umsetzung der im Sommer 2018 veröffentlichten Konzernstrategie werde in den kommenden Monaten schrittweise wirksam und sorge für eine konzernübergreifende Steuerung nach Geschäftsfeldern und eine stärkere Performanceorientierung aller Gesellschaften und Einheiten. Ein wesentlicher Bestandteil seien eine moderne und effiziente Infrastruktur sowie innovative Lösungen, die die Bereiche Energie, Wärme, Telekommunikation, Daten und Mobilität einfach und alltagstauglich bündeln.

Nur durch die Vernetzung dieser Bereiche sei zudem eine echte Energiewende möglich. EWE sehe sich dabei als Treiber. „Wenn wir es schaffen, alle genannten Bereiche zu vernetzen, erneuerbare Energien in Größenordnungen zu speichern und unseren Kunden zukunftsfähige Produkte und Dienstleistungen anzubieten, dann werden wir erfolgreich sein“, ist sich Dohler sicher. Der Anspruch von EWE sei es, die Energiewende wesentlich zu begleiten und zu gestalten. So habe das Unternehmen Ende 2018 eine neuartige Großbatterie im Niedersächsischen Varel in Betrieb genommen. „Wir sehen intelligente Batterielösungen, vom Hybridgroßspeicher über Elektromobilität bis zum Hausenergiespeicher, als unverzichtbare Elemente einer effizienteren und nachhaltigeren Energieversorgung“, so Dohler weiter. EWE werde daher die Test-Anlage in Varel nach ihrer rund 18-monatigen Demonstrationsphase im Regelbetrieb weiterbetreiben.

In Brandenburg arbeite EWE ebenfalls daran, die Energiewende Stück für Stück voranzutreiben. „Seit vielen Jahren engagieren wir uns mit hocheffizienten Technologien und Lösungen für die Wärmewende in den Kommunen unserer Region und modernisieren Blockheizkraftwerke, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen“, berichtet Dr. Ulrich Müller, EWE-Generalbevollmächtigter. Bereits acht Heizhäuser habe EWE in den vergangenen Jahren auf den neuesten technischen Stand gebracht. Fünf weitere Projekte in Fürstenwalde, Eberswalde, Finowfurt und Seelow seien bereits in der Umsetzung. „Wir rechnen damit, dass die Motoren Ende des Jahres in den Probebetrieb gehen können“, so Müller weiter.

Einen weiteren Baustein auf dem Weg zu einer überwiegend klimaneutralen Energieversorgung plane EWE gerade in der Stadt Eberswalde. Auf dem Gelände einer Industriebrache am Knotenpunkt des EWE-Wärmenetzes in der Innenstadt soll eine Solarthermie-Anlage zukünftig den Einsatz fossiler Brennstoffe reduzieren. Dafür hat EWE gemeinsam mit dem GeoForschungsZentrum Potsdam eine Potenzialanalyse erstellt. „Im nächsten Schritt werden wir eine weiterführende Machbarkeitsstudie beauftragen und prüfen, wann wir das Pilotprojekt umsetzen können“, erläutert Müller. Geplant sei es, dass die Solarthermie-Anlage die CO2-Emissionen um jährlich 2.000 Tonnen reduziert und Eberswalde, die Stadt der Nachhaltigkeit, damit eine Vorreiterrolle in der Region einnehmen kann.

Der Energievertrieb sei auch in der Region Brandenburg/Rügen beeinflusst vom fortgesetzt intensiven Wettbewerb. Eine leicht gesunkene Erdgaskundenanzahl (116.500 im Geschäftsjahr 2018; 119.000 im Vorjahr) stehe einer kontinuierlich steigenden Stromkundenanzahl (43.500 im Geschäftsjahr 2018; 41.000 im Vorjahr) gegenüber. Auch im Dienstleistungsbereich behaupte sich das Unternehmen. So verzeichne EWE eine steigende Nachfrage nach Wärme- und Stromspeicherlösungen im Privatkundenbereich. „Das umfassende Dienstleistungsangebot ist der Kern unserer Zuhause-Strategie“, erläutert Müller. Sie habe das Ziel, dass EWE sich umfassend um seine Kunden kümmere und Produkte für ihren persönlichen Alltag zu fairen Preisen anbiete. „Wir stehen unseren Kunden als regionaler Energiepartner mit Know-how und als Ansprechpartner zu Fragen rund um Energie zur Seite“, so Müller.

Einen Teil des Geschäftsfeldes Telekommunikation übergebe EWE hingegen an die regionale EWE-Tochter TELTA Citynetz GmbH mit Sitz in Eberswalde. „Im ersten Schritt übernimmt TELTA unsere Direktbaugebiete in Hoppegarten, Petershagen, Strausberg, Erkner, Neuenhagen und Königs Wusterhausen. Ab Herbst werden die etwa 1.000 angeschlossenen Haushalte auf die neuste DSL-Technologie umgestellt, so dass Bandbreiten mit bis zu 250 Mbit/s möglich werden“, so Müller. Zudem baue das Unternehmen in den nächsten zwei Jahren Glasfasernetze in zwei Neubaugebieten in Neuenhagen und Schulzendorf für Highspeed-Internet mit bis zu 1.000 Mbit/s. „Für uns steht der Kundenkomfort im Fokus“, so Müller. „Da EWE den Glasfaserausbau in Kooperation mit der Deutschen Telekom nur im Nordwesten umsetzt, ist die Entscheidung die folgerichtige. Schließlich sollen unsere Kunden in allen Bereichen rund um ihr Zuhause profitieren. Für Energie stehen wir als EWE, den Telekommunikationsbereich meistert unsere Tochter TELTA“, ist sich Müller sicher.