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29.05.2020 - EWE AG

Japanische Partner übergeben Batteriespeicher an EWE

Niedersachsens Wirtschaftsminister: Erfolgreiches Kooperationsprojekt hilft, Türen für weitere internationale Zusammenarbeit zu öffnen

Oldenburg, 29. Mai 2020. Im Herbst 2018 war der Hybridgroßspeicher in Varel bereit für seine Aufgabe: 18 Monate lang sollte er zeigen, wie zuverlässig und wirksam die beiden in der Anlage intelligent kombinierten Batterietechnologien das Stromnetz stabilisieren können. Besondere Herausforderung – und zugleich Grund für die Wahl des Standortes – sind die fortgeschrittenen Energiewendebedingungen in der Region: Durch das EWE-Stromnetz fließt zeitweise fast doppelt so viel Strom aus erneuerbaren Energien, wie in der Region verbraucht werden kann. Hier konnten die japanischen Projektpartner die Vorteile der weltweit bisher einzigartigen Bauart dieses Batteriespeichers hervorragend in der Praxis testen und demonstrieren. Nun haben sich die japanischen Vertragspartner – die Wirtschaftsförderungsbehörde NEDO sowie die Unternehmen Hitachi Chemical, Hitachi Power Solutions und NGK Insulators – nach erfolgreichem Ablauf der Demonstrationsphase aus dem Projekt verabschiedet und den Hybridgroßspeicher in Varel an EWE übergeben. 

Die geplante öffentliche Übergabe entfällt allerdings wegen der weltweiten Einschränkungen des Covid-19-Infektionsschutzes. Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung: „Wir hätten uns natürlich sehr gefreut, alle Partner dieses weltweit einzigartigen Speicherprojekts auf der Hannover Messe zu begrüßen und die erfolgreiche Zusammenarbeit angemessen abzuschließen. Vorzeigeprojekte wie der Hybridgroßspeicher tragen dazu bei, Türen für die weitere länderübergreifende Zusammenarbeit zu öffnen. Japan bietet der niedersächsischen Wirtschaft als innovativer Partner interessante Perspektiven. Ich habe mich daher dafür eingesetzt, dass das Land Niedersachsen seit April auch mit einem eigenen Büro in Tokyo präsent ist. So können wir niedersächsische und japanische Unternehmen bei weiteren zukunftsweisenden Kooperationen direkt vor Ort wirksam unterstützen.“

NEDO-Geschäftsführer Dr. Yoshiteru Sato: „Im Nordwesten des Landes Niedersachsen wurden uns ideale Rahmenbedingungen geboten, um die Leistungsfähigkeit der eingesetzten Batterietechnologien und die Vorteile der besonderen Bauart des Hybridgroßspeichers auch unter realen Bedingungen eindrucksvoll unter Beweis zu stellen. Zu diesem Erfolg trug eine konstruktive und reibungslose Zusammenarbeit mit unseren deutschen Vertragspartnern bei. Die durchführenden Firmen beider Länder haben aus dem Demonstrationsbetrieb viele Erkenntnisse gewonnen und geteilt, die sie für eine Zusammenarbeit im innovativen internationalen Batteriegeschäft nutzen können. Damit haben sich unsere Erwartungen in dieses Vorhaben voll erfüllt.“ 

Heiner Schönecke, Vorsitzender des EWE-Verbands: „Der einzigartige Batteriespeicher in Varel ist ein Leuchtturm und stärkt unsere Region als Vorreiter der Energiewende. Auch wir als EWE-Verband freuen uns über den erfolgreichen Projektabschluss – und darüber, dass NEDO und die Firmen Hitachi Chemical, Hitachi Power Solutions und NGK Insulators auf japanischer Seite sowie das Land Niedersachsen hierfür auf die Kompetenz von EWE und EWE-Tochterunternehmen be.storaged gesetzt haben.“ 

EWE-Vorstandsvorsitzender Stefan Dohler: „Das Demonstrationsprojekt hat uns als EWE-Konzern die Chance eröffnet zu zeigen, dass wir innovative Vorhaben mit internationalen Partnern erfolgreich umsetzen können. Diese Chance verdanken wir der japanischen Wirtschaftsförderung NEDO, die den Speicher maßgeblich finanzierte, sowie dem Land Niedersachsen und dem EWE-Verband als Initiatoren, deren Engagement diese Kooperation erst ermöglichte. Ich bin überzeugt, dass alle Beteiligten von dem einzigartigen Projekt profitieren werden: Wir als EWE-Konzern haben wertvolle Erfahrungen durch unsere länderübergreifende Zusammenarbeit gewonnen und werden auch durch den Betrieb des Hybridgroßspeichers weiterhin dazu beitragen, Batterielösungen für besondere Herausforderungen der Energiewende näher an den Markt zu bringen. Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen Beteiligten für das große Vertrauen in EWE. Für weitere Kooperationen stehen wir jederzeit gerne bereit.“ 

Ergebnis: Zuverlässig, gut steuerbar, schnell und flexibel

Während der Demonstrationsphase wurden die Kapazitäten der Speicheranlage für unterschiedliche Anwendungsfälle eingesetzt. So stellte der Batteriespeicher beispielsweise 250 Tage lang Ausgleichsenergie über die Regelmärkte zur Verfügung. Insgesamt wurden über die zurückliegenden Monate in Summe etwa 8 Millionen Kilowattstunden (8 GWh) Strom ein- bzw. ausgespeichert. Den japanischen Herstellern ging es darum, die Vielseitigkeit dieser besonderen Anlage unter Energiewendebedingungen zu zeigen. Sie können Anlagen dieses besonderen Hybrid-Typs nun international vor allem dort anbieten, wo perspektivisch erneuerbare Energien stärker in das jeweilige Energieversorgungssystem eingebunden werden sollen. Überall dort sind die Eigenschaften des Hybridgroßspeichers besonders interessant. 

be.storaged-Geschäftsführer Dr. Magnus Pielke betreute das Batterieprojekt EWE-seitig und fasst die Ergebnisse in aller Kürze so zusammen: „Die Anlage erwies sich technisch als äußerst zuverlässig und ließ sich gut steuern. Das Zusammenspiel zwischen den beiden Batterietypen, den ‚Sprintern‘ (Lithium-Ionen) und den ‚Langläufern‘ (Natrium-Schwefel), funktionierte problemlos. Neben diesen technischen Erkenntnissen ging es auch um die Frage der Wirtschaftlichkeit. Hier zeigt sich, dass ein wirtschaftlicher Betrieb durchaus möglich ist, sich unter den heutigen Marktbedingungen aber noch nicht alle der vielfältigen Anwendungs- und Vermarktungsmöglichkeiten des Speichers rechnen.“
Die technische Lebensdauer der Batterien geht weit über die 18-monatige Demonstrationsphase hinaus, EWE wird den Hybridgroßspeicher noch mindestens zehn Jahre und länger unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten weiterbetreiben können.