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25.04.2019 - EWE AG

EWE stellt Weichen für erfolgreiche Zukunft

Bilanz des Geschäftsjahres 2018 vorgelegt / Konzernweite Steuerung und Performanceorientierung

Oldenburg, 25. April 2019. EWE hat das Geschäftsjahr 2018 innerhalb der Prognoseerwartung abgeschlossen: Das Operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (OEBIT) lag dabei mit 377,1 Mio. Euro rund 22 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres (484,7 Mio. Euro). Im Frühjahr 2018 war EWE von einem OEBIT im Bereich von 15 bis 30 Prozent unter dem Vorjahr ausgegangen. Das Konzernperiodenergebnis blieb mit 167,3 Mio. Euro ebenfalls erwartungsgemäß unter dem des Vorjahres (256,1 Mio. Euro). Der Umsatzrückgang um 1.965,0 Mio. Euro auf nun 5.703,9 Mio. Euro (Vorjahr: 7.668,9 Mio. Euro) resultierte in erster Linie aus der erstmaligen Anwendung neuer internationaler Rechnungslegungsvorschriften zur Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15). 

„Wir blicken auf ein schwieriges, aber dennoch erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurück“, fasste Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens zusammen. „Schwierig, weil wir weiterhin unter einem hohen Wettbewerbs- und Veränderungsdruck agieren und sich das wie erwartet auch in unserer Bilanz niederschlägt. Erfolgreich, weil wir einen realistischen Blick auf uns und unser Umfeld haben und die für das Jahr 2018 gesteckten Ziele erreichen konnten.“ Dohler wies in diesem Zuge auch auf wesentliche Weichenstellungen der vergangenen Monate hin: So trennt sich das Unternehmen von seinen türkischen Gesellschaften, kooperiert mit der Deutschen Telekom beim Glasfaserausbau im Nordwesten und ist bei der Suche nach einem neuen strategischen Investor auf Kurs. „EWE hat eine solide Basis, eine klare Strategie und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um sich Schritt für Schritt zu einem modernen und stärker digitalen Dienstleistungsunternehmen zu wandeln. Daran arbeiten wir gemeinsam mit Zuversicht und Freude am Neuen“, so Dohler. Die Umsetzung der im Sommer 2018 veröffentlichten Konzernstrategie werde in den kommenden Monaten schrittweise wirksam und sorge für eine konzernübergreifende Steuerung nach Geschäftsfeldern und eine stärkere Performanceorientierung aller Gesellschaften und  Einheiten.       

Zur Entwicklung des OEBIT im Berichtsjahr erläuterte Wolfgang Mücher, Finanzvorstand der EWE AG: „Wie von uns erwartet, führte die letztjährige Umsetzung des Netzentgeltmodernisierungsgesetzes zu einer signifikanten Reduzierung von Erlösen aus vermiedenen Netznutzungsentgelten. Hinzu kamen regulatorische Effekte in den Netzgesellschaften von EWE und swb. Die Segmente Erneuerbare, Netze und Gasspeicher sowie Vertrieb, Dienstleistungen und Handel und auch swb haben die auf dieser Grundlage formulierten Prognoseerwartungen weitestgehend erfüllt. Belastende Effekte konnten innerhalb der Segmente weitestgehend kompensiert werden. Das Verfehlen des Prognosekorridors im Segment Ausland ist neben den generell schwierigen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Polen auch auf den Wegfall von im Vorjahr realisierten Sondereffekten zurückzuführen.“  

Mit Blick auf das Konzernperiodenergebnis, das neben dem operativen Geschäft auch nicht-operative Effekte sowie das Zinsergebnis und Steuern abbildet, stellt Mücher fest: „Erwartungsgemäß liegt auch das Konzernperiodenergebnis analog zum operativen Ergebnis unter dem Vorjahresniveau. Unter dem Strich verbleiben 167,3 Millionen Euro, die deutlich machen, dass wir uns in dem schwierigen Umfeld behaupten konnten.“ Zur Umsatzentwicklung erläutert Mücher: „Die Erstanwendung des IFRS 15 (Umsatzrealisierung) führte zu einer Saldierung der Umsatzerlöse mit dem Materialaufwand. Der aufgrund dieser Sachverhalte buchhalterisch gesunkene Umsatz blieb jedoch ohne Auswirkungen auf unser Ergebnis.“ 

EWE investierte im Berichtsjahr (inklusive Türkei) insgesamt 529,7 Mio. Euro (2017: 500,4 Mio. Euro). Hierbei handelt es sich überwiegend um Investitionen in die Infrastruktur der Strom-, Gas- und Telekommunikationsnetze (rund 300 Mio. Euro). 

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl im Konzern stieg im Vergleich zum Vorjahr um 291 auf 8.508 (2017: 8.217). Diese Erhöhung resultiert u. a. aus einem projektbezogen höheren Personalbedarf in der BTC-Gruppe sowie Einstellungen zusätzlicher Mitarbeiter bei gleichzeitigem Rückgang von Leiharbeit bei der EWE Offshore Service & Solutions GmbH.  

Aus dem Einzelabschluss der EWE AG nach HGB ergibt sich für das Geschäftsjahr 2018 ein deutlich über den Erwartungen liegender Jahresüberschuss von 257,7 Mio. Euro (Vorjahr: -136,9 Mio. Euro). „Ursächlich für die positive Entwicklung war trotz rückläufiger Erträge aus Ergebnisübernahmen im Wesentlichen die Zuschreibung auf Beteiligungen, berichtet Mücher. „Vorstand und  Aufsichtsrat haben den Aktionären daher wie in den Vorjahren empfohlen, eine Dividende in Höhe von 88 Millionen Euro auszuzahlen.“  

Ausblick 2019
EWE erwartet für das laufende Geschäftsjahr unter Berücksichtigung der zu erwartenden speziellen Branchenentwicklungen, der politischen und regulatorischen  Rahmenbedingungen und des fortgesetzt intensiven Wettbewerbs im Energiemarkt ein im Vergleich zu 2018 um 10 bis 25 Prozent gestiegenes Operatives EBIT. Die prognostizierte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr stützt sich vorrangig auf positive Entwicklungen in den Segmenten Vertrieb, Dienstleistungen und Handel (u.a. Absatzmengensteigerungen im Privatkundensegment, wachsendes Energiedienstleistungsgeschäft, Speicherbewirtschaftung) sowie swb (Verbesserung des Operativen EBIT der Netzgesellschaften und der Entsorgung). 

Termin
Den Bericht zum ersten Halbjahr veröffentlicht EWE am 27. August 2019.