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29.08.2018 - EWE AG

EWE behauptet sich in erwartet schwierigem Marktumfeld

Überarbeitete Konzernstrategie definiert künftige Wachstumsfelder

Oldenburg, 28. August 2018. Der Energie- und Telekommunikationsdienstleister EWE hat sich im ersten Halbjahr in einem wie erwartet schwierigen Marktumfeld behauptet: Zum 30. Juni des laufenden Geschäftsjahres lag der Konzernumsatz mit 3.493,5 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 4.209,1 Mio. Euro. Die Halbjahreszahlen 2017/2018, vor allem die Umsätze, sind allerdings nur eingeschränkt vergleichbar: Der Umsatzrückgang resultiert wesentlich aus der Anwendung eines seit Jahresbeginn verpflichtenden neuen Standards für die Internationale Rechnungslegung (IFRS15). Das Operative EBIT, die Kennzahl für die operative Geschäftstätigkeit, fiel mit 265,7 Mio. Euro niedriger aus als im ersten Halbjahr des Vorjahres (331,0 Mio. Euro). Das Periodenergebnis stieg hingegen von 110,7 Mio. Euro auf 149,7 Mio. Euro. Die Investitionen fielen mit 188,0 Mio. Euro rund 100 Mio. Euro niedriger aus als im ersten Halbjahr des Vorjahres.

Die Zahl der Beschäftigten im EWE-Konzern stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf durchschnittlich 9.274 (Vorjahr: 9.107). Die Zunahme resultiert u.a. aus dem Erwerb des Windprojektierers TurboWind sowie einem Personalaufbau im Segment Vertrieb, Dienstleistungen und Handel. Bei swb sank die Mitarbeiterzahl, weil mehr Beschäftigte ihre Altersrente antraten.

Die Entwicklung in den Geschäftssegmenten verlief unterschiedlich: Das Operative EBIT des Segments Erneuerbare, Netze und Gasspeicher stieg im Vorjahresvergleich um 9,1 Mio. Euro auf 233,5 Mio. Euro. Dagegen blieb das Segment Vertrieb, Dienstleistungen, Handel mit einem Operativen EBIT von 40,6 Mio. Euro knapp 16 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Das Segment Ausland sank aufgrund schwieriger energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen, reduzierter Gastarife und des sinkenden Wechselkurses der türkischen Lira um knapp 10 Mio. auf 14,1 Mio. Euro. Der starke Rückgang des Operativen EBIT im swb-Segment um rund 47 Mio. auf 6,0 Mio. Euro spiegelt mehrere belastende Faktoren wie negative Effekte aufgrund geänderter gesetzlicher Rahmenbedingungen sowie Kraftwerksausfälle.

Ausblick
Die Erwartungen für das weitere Geschäftsjahr bleiben verhalten. Wie bereits im Frühjahr angekündigt, erwartet EWE für das laufende Geschäftsjahr 2018 angesichts spezieller Branchenentwicklungen, der politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen und des fortgesetzt intensiven Wettbewerbs im Energie- und im Telekommunikationsmarkt ein um 15 bis 30 Prozent geringeres Operatives EBIT als im Vorjahr. EWE-Finanzvorstand Wolfgang Mücher: „Die Rahmenbedingungen bleiben schwierig, mit belastenden regulatorischen Bedingungen und Herausforderungen auf den Auslandsmärkten. Dem begegnen wir unter anderem mit Investitionen in Wachstumsfelder und neue Technologien. An dem Zielkorridor, den wir für das laufende Geschäftsjahr anvisieren, halten wir fest und sind bereits mit geeigneten Entwicklungsimpulsen und Maßnahmen auf Kurs.“

Konzernstrategie sieht Entwicklung zum Lösungsanbieter vor
„Wir bewegen uns in sehr dynamischen Märkten, die ein hohes Maß an Flexibilität, Veränderungsbereitschaft und Kostenbewusstsein von uns erfordern“, bestätigt EWE-Vorstandsvorsitzender Stefan Dohler. Das Unternehmen werde die Zukunftsfelder, die EWE vor wenigen Tagen in seiner Konzernstrategie vorgestellt hat, konsequent ausbauen und die eigene Performance verbessern: „In den Bereichen Kosten, Geschwindigkeit und Qualität können und wollen wir noch besser werden“, so Dohler. Mit der Strategie sei man auf dem Weg vom klassischen Energieversorger und Telekommunikationsunternehmen zum Lösungsanbieter, der die Bereiche Energie, Wärme, Telekommunikation, Daten und Mobilität für seine Kunden einfach und alltagstauglich bündelt, fasst Dohler diese Neuausrichtung zusammen. Ein Investitionsschwerpunkt bleibe in den kommenden Jahren der Ausbau des Glasfasernetzes in der Region. Wie angekündigt werde EWE die Versorgung mit leistungsfähigen Datennetzen mit einem Investitionsvolumen von 1,2 Mrd. Euro weiter vorantreiben. „Parallel hierzu werden wir deutlich stärker als bisher auf neue, innovative Dienstleistungen wie Elektromobilität oder Stromspeicherung setzen und Daten intelligent und sicher zum Nutzen von Kunden verknüpfen“, so Dohler.