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29.08.2016 - EWE AG

Operatives Ergebnis im ersten Halbjahr verbessert

Neue Konzernstrategie für Wandel und Wachstum angekündigt

EWE ist erfolgreich in das Geschäftsjahr 2016 gestartet: Der norddeutsche Energie- und Telekommunikationsdienstleister konnte sein operatives Geschäft im ersten Halbjahr weiter stabilisieren und ein verbessertes Operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (OEBIT) in Höhe von 378,3 Mio. Euro erzielen (Vorjahr: 338,7 Mio. Euro). Das Periodenergebnis des Konzerns stieg im Vorjahresvergleich insbesondere aufgrund eines Einmaleffektes im Beteiligungsergebnis deutlich auf 385,9 Mio. Euro (208,4 Mio. Euro). Der Umsatz war mit 4,02 Mrd. Euro leicht rückläufig (4,21 Mrd. Euro). Für das laufende Geschäftsjahr rechnet EWE weiterhin mit einem Operativen EBIT mindestens auf Vorjahresniveau – trotz des weiterhin sehr herausfordernden Energie- und Telekommunikationsmarktes in Deutschland.

„Wir konnten unser Operatives EBIT trotz vielfältiger Herausforderungen verbessern – und arbeiten intensiv daran, diesen Weg fortzusetzen“, betont Matthias Brückmann, Vorstandsvorsitzender der EWE AG. „Zuversichtlich macht mich, dass alle operativen Segmente des Konzerns zum Anstieg beigetragen haben – die positive Entwicklung vollzieht sich entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette.“ Der Anstieg des OEBIT in den ersten sechs Monaten des Jahres sei dabei vorrangig auf Optimierungen in der Energiebeschaffung sowie höhere Erträge aus Netznutzungsentgelten für die Durchleitung von Strom und Erdgas zurückzuführen. Der Überschuss, der bei der Veräußerung der Mehrheitsbeteiligung an der Verbundnetz Gas AG (VNG) erzielt wurde, sorgte dafür, dass das Konzernperiodenergebnis im ersten Halbjahr 2016 deutlich höher ist als im Vergleichszeitraum. Ein höherer Zinsaufwand infolge eines vorzeitigen Anleiherückkaufs verhinderte ein noch besseres Periodenergebnis.

Der im Halbjahresvergleich um rund fünf Prozent gesunkene Umsatz ist insbesondere auf vollzogene Preissenkungen für Strom- und Erdgasprodukte einen Rückgang beim Gasabsatz sowie geringere Gashandelserlöse zurückzuführen.

Mit Blick auf die Vermögens- und Finanzlage hebt Finanzvorstand Wolfgang Mücher hervor: „Durch die Veräußerung unserer VNG-Beteiligung und den daraus resultierenden Mittelzufluss haben wir unsere Finanzverbindlichkeiten um rund 618 Mio. Euro vorzeitig reduziert und unsere zukünftige Zinsbelastung gesenkt.“

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl im Konzern stieg im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres um 203 auf 9.066 Mitarbeiter (8.863). Dieser Anstieg geht vor allem auf den Erwerb des türkischen Telekommunikationsunternehmens Millenicom zurück.

Ausblick
EWE wird seinen Veränderungspfad auf Grundlage einer effizienten, zukunftsfähigen Infrastruktur in den Bereichen Strom, Erdgas, Breitband und Elektromobilität sowie eines breiten Angebots an klassischen und neuen Produkten und Dienstleistungen für seine Kunden fortsetzen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Marktumfeld insbesondere für konventionelle Erzeugung schwierig bleiben, der Regulierungsdruck im Netzgeschäft weiter steigen und der Wettbewerb um Kunden und Marktanteile im Energie- und Telekommunikationsvertrieb nicht an Intensität verlieren wird.

„Vor diesem Hintergrund blicken wir mit Sorge auf die anstehende Entscheidung der Bundesnetzagentur zu Vectoring im Nahbereich“, erklärt Brückmann und ergänzt: „EWE hat ein verbindliches, flächendeckendes Vectoring-Ausbauangebot vorgelegt, das deutlich mehr Menschen mit schnellen Internetverbindungen versorgen würde, als die immer noch unverbindliche Ankündigung der Telekom. Anstatt diese weiterhin zu unterstützen, müsste die Bundesnetzagentur mit ihrer Entscheidung ein klares Zeichen für nachhaltige Versorgung und fairen Wettbewerb setzen.“

Mit Blick auf das wichtige Auslandsgeschäft in der Türkei wird EWE die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in dem Land weiterhin sehr genau beobachten. Ziel ist es, das im Jahr 2007 begonnene Engagement in der Türkei und den erfolgreichen Wachstumskurs der türkischen Tochtergesellschaften mit Augenmaß fortzusetzen.

„Um den vielfältigen Herausforderungen in der Energie- und Telekommunikationsbranche erfolgreich zu begegnen, arbeiten wir zurzeit an einer neuen Konzernstrategie, die wir im Herbst 2016 kommunizieren werden“, kündigt Brückmann an. „Damit setzen wir zusätzliche Impulse für Wandel, Wertschöpfung und Wachstum.“