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04.04.2014 - EWE AG

Mehr erneuerbare Energien nutzen: EWE startet Pilotprojekt im Nordwesten

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies lobt Engagement für Energiewende

Oldenburg/Wittmund, 4. April 2014. Der Oldenburger Energieversorger EWE startete gestern gemeinsam mit dem Niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies und dem Landrat des Landkreises Wittmund, Matthias Köring, ein Pilotprojekt. Damit möchte das Unternehmen zeigen, wie noch mehr erneuerbare Energien in das Stromnetz integriert werden können, um so die Energiewende weiter voranzutreiben. Derzeit sind Energieversorger gezwungen, 100 Prozent des erzeugten Ökostroms abzunehmen. Simulationsrechnungen der EWE NETZ GmbH zeigen: Würde man die Abnahmeverpflichtung auf 95 Prozent absenken, könnte das Unternehmen im ganzen Nordwesten theoretisch doppelt so viele Erneuerbare an das Netz anschließen – ohne das Netz weiter ausbauen zu müssen. Es geht darum, ganz selten auftretende Spitzen im Netz zu vermeiden, wie sie zum Beispiel entstehen, wenn starker Wind weht, gleichzeitig die Sonne scheint und aktuell wenig Strom von Verbrauchern benötigt wird. Wenn, aufs Jahr gesehen, nicht 100 Prozent, sondern nur 95 Prozent abgenommen werden müssen, ist dies möglich. Dadurch erzielte Effizienzeffekte, kombiniert mit einem intelligenten Einspeisemanagement, ermöglichen dann, wieder übers Jahr gesehen, deutlich mehr erneuerbare Energien ins Netz einzuspeisen. Zusammen mit neun Betreibern von Wind-, Photovoltaik- und Biogasanlagen im Raum Jever/Wittmund will EWE diesen so genannten „Fünf-Prozent-Ansatz“ nun erstmals in die Praxis umsetzen.

„Im Nordwesten Niedersachsens wird eine gute, richtungsweisende Idee umgesetzt, die einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten kann. Ohne das große Engagement der Teilnehmer wäre dies nicht möglich“, freut sich Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies über das rege Interesse der Projektteilnehmer. Dr. Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, ergänzt: „Mit 70 Prozent erneuerbaren Energien im EWE-Stromnetz hat die Region schon heute die Ziele der Bundesregierung für 2050 erreicht. Das Netz aber gelangt dadurch zunehmend an seine Auslastungsgrenzen. Entwicklungen wie der Fünf-Prozent-Ansatz helfen, die Energiewende zu meistern.“ Darüber hinaus sei dieser Ansatz ein wertvoller Beitrag, um die volkswirtschaftlichen Kosten der Energiewende zu senken. Auch die Bundesregierung hat das erkannt und diese Regelung in ihren Koalitionsvertrag aufgenommen.

Der Raum Jever/Wittmund bietet ideale Voraussetzungen für das EWE-Pilotprojekt, da hier besonders viel Strom aus erneuerbaren Energien im Netz ist.
Das EWE-Pilotprojekt bildet außerdem eine wichtige Grundlage für die Bewerbung um das Modellprojekt des Bundes „Schaufenster Intelligente Energie“, das Teil eines mit 40 Millionen Euro dotierten Förderwettbewerbs des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ist. Die Modellregion „Schaufenster Wind“ soll die Landkreise Aurich, Friesland und Wittmund sowie die Stadt Emden umfassen. EWE möchte sich zusammen mit weiteren Partnern um dieses Schaufensterprojekt bewerben.