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07.07.2020 - EWE AG

OrangeGas übernimmt 75 CNG-Tankstellen von EWE

OrangeGas wird mit 125 CNG‐Tankstellen Marktführer in Deutschland
Großes Wachstumspotenzial für klimaschonende CNG‐Mobilität bei Lkw
EWE legt Fokus auf batterie‐ und wasserstoff‐getriebene Elektromobilität

Mit dem Erwerb der CNG‐Tankstellen des Oldenburger Energiedienstleisters EWE zum 1. Juli 2020 steigt die OrangeGas Germany GmbH zum Marktführer beim Betrieb von CNG‐Tankstellen in Deutschland auf. EWE bündelt mit dem Verkauf seine Mobilitäts‐Aktivitäten entsprechend der Konzernstrategie auf die Batterie‐ und Wasserstoff‐getriebene Elektromobilität. Der neue Marktführer OrangeGas will in Deutschland – wie die niederländische Mutter – besonders mit Kunden aus der Transport‐ und Logistikbranche sowie dem innerstädtischen Lieferverkehr den Absatz von regenerativ erzeugtem Biomethan massiv steigern und so den klimaschonenden CNG‐Antrieb in Deutschland flächendeckend etablieren.

Oldenburg/Westerstede, 7. Juli 2020. „EWE hat als Pionier in Sachen CNG‐Mobilität diese in Deutschland über Jahrzehnte mitgeprägt und ihr durch den Einsatz von Biomethan eine gute Zukunftsperspektive verschafft. Der jetzige Verkauf der CNG‐Tankstellen begründet sich damit, dass wir in unserer Konzernstrategie den Fokus im Bereich Mobilität auf das Thema batterie‐ und wasserstoff‐getriebene Elektromobilität legen wollen“, erklärt EWE‐Chef Stefan Dohler.“ Mit OrangeGas habe man einen markterfahrenen Käufer gefunden, der die CNG‐Tankstellen im Sinne der bisherigen EWE‐Kunden weiter betreiben werde und ihnen langfristig ein gutes Tankstellennetz zur Verfügung stellt.

„Der Erwerb der EWE‐Tankstellen ist ein sehr wichtiger Schritt für OrangeGas. Denn wir haben das Ziel, der größte Anbieter für saubere Kraftstoffe in Nordwesteuropa zu werden“, so OrangeGas‐Gründer und CEO Marcel Borger. OrangeGas setzt dabei konsequent auf klimaschonendes Biomethan, das auch unter der Abkürzung Bio‐CNG in Europa angeboten wird. Durch den Kauf der 75 Tankstellen rechne OrangeGas mit einem Umsatzplus von rund 15 Prozent. Zu der Wachstumsstrategie von OrangeGas gehört, die Tankstellen für Nutzfahrzeuge vom Transporter bis zum schweren Lkw zu optimieren und gezielt Kunden aus der Transport‐ und Logistik‐Branche zum Umstieg von fossilen Diesel‐Fahrzeugen auf den Gasantrieb mit regenerativem Bio‐CNG zu überzeugen.

Klimaschutz macht Druck – Befreiung von Lkw‐Maut lockt

„Wir haben gleich zwei Treiber, weshalb die klimaschonende CNG‐Mobilität mit dem 100 Prozent regenerativ erzeugten Kraftstoff Bio‐CNG ein großes Wachstumspotenzial hat“, erklärt Wijtze Bakker, Geschäftsführer der deutschen OrangeGas‐Tochter. Einerseits wachse der Druck auf die Unternehmen, den schönen Worten zum Klimaschutz‐Engagement auch Taten folgen zu lassen. „Bio‐CNG ist für die Transportunternehmen der schnellste, der wirtschaftlichste und der praxistauglichste Hebel, um im Kerngeschäft die CO2‐Emissionen massiv zu senken“, stellt er fest. Kunden würden von ihren Logistikpartnern verstärkt fordern, den Ausstoß von Kohlendioxid in der Lieferkette zu minimieren. „Greta“ und die „Fridays for Future“‐Bewegung sorgen außerdem für einen wachsenden gesellschaftlichen Druck. „Wir haben mittlerweile eine Reihe von Kunden, die Nachhaltigkeit und Klimaschutz in ihren unternehmerischen Leitlinien verankert haben und dies mit der CNG‐Mobilität mit Leben füllen“, so Bakker.

Doch auch finanziell ist die CNG‐Mobilität für die Logistikbranche interessant. Denn durch die gerade um weitere drei Jahre verlängerte Befreiung von der Lkw‐Maut, würden die Mehrkosten beim Kauf der schweren Lkw schnell wieder eingefahren. Der Wegfall der Lkw‐Maut und die perspektivisch niedrigeren Kraftstoffkosten ermöglichen CNG‐Lkw auch bei niedrigen Frachtraten wirtschaftlich fahren zu lassen. „Die CNG‐Mobilität ist daher ein Gewinn für den Klimaschutz und trägt gleichzeitig zum wirtschaftlichen Erfolg von Transportunternehmen bei“, fasst der Deutschland‐Chef von OrangeGas zusammen.

Wie wichtig es OrangeGas mit dem Geschäftsfeld CNG in Deutschland ist, deutet Bakker mit einem Ausblick an: „Wir verhandeln aktuell mit weiteren Tankstellenbetreibern und werden zum Jahreswechsel noch einen sehr großen Schritt bei der Tankstellenzahl machen – wir investieren massiv in den Markt, weil wir mit unserem Know‐how, das wir in den Niederlanden erworben haben, sehr gute Aussichten in Deutschland sehen.“

Von den derzeit knapp 850 CNG‐Tankstellen in Deutschland betreibt OrangeGas nach der Übernahme der EWE‐Stationen rund ein Fünftel. Der Schwerpunkt liegt dabei in den Bundesländern Nordrhein‐Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Thüringen und Brandenburg. Mit Ausnahme des Saarlandes, Rheinland‐Pfalz und Baden‐Württemberg ist OrangeGas jedoch in allen Bundesländern aktiv.

EWE treibt E‐Mobilität mit eigener Gesellschaft, Fokus bei Wasserstoff‐Modellregion liegt bei Schwerlastverkehr

Im Rahmen der Konzernstrategie besetzt der EWE-Konzern das Thema batterieelektrischer Antrieb mit der eigens dafür gegründeten Mobilitätsgesellschaft EWE Go. Sie ist bereits heute im Nordwesten Deutschlands mit über 800 Ladepunkten Marktführer im Betrieb von E‐Ladesäulen. EWE Go bietet zudem neue Mobilitätskonzepte sowie Produkte und Services rund um Elektromobilität. Das Portfolio reicht von einfachen Wallboxen für Privathaushalte bis hin zu komplexen, innovativen Mobilitätslösungen für Unternehmen – und das deutschlandweit.

Mit dem vom Bundesverkehrsministerium im Rahmen des Ideenwettbewerbs "HyLand‐Wasserstoffregionen in Deutschland" geförderten Projekt „Hyways for Future“ will EWE im Konsortium mit rund 90 Partnern aus Industrie und Politik den Markthochlauf von regenerativ erzeugtem Wasserstoff im Nordwesten vorantreiben. Ziel ist es, langfristig klimafreundlichen Wasserstoff in der Metropolregion Nordwest in den Bereichen Industrie, Energieversorgung und Verkehr zu etablieren. Schwerpunkte der Wasserstoff‐Modell‐Region sind die Städte Cuxhaven, Wilhelmshaven, Bremerhaven, Oldenburg und Bremen. Im ersten Schritt liegt der Fokus dabei auf beispielhaften Anwendungen von Wasserstoff im Mobilitätssektor mit Fokus auf den Schwerlastverkehr.