Wie verändert sich die Wärmeversorgung in Oldenburg-Ohmstede und welche Technik steckt dahinter? Rund 100 Anwohnerinnen und Anwohner nutzten am Freitag beim Tag der offenen Tür die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der EWE-Heizzentrale an der Clausewitzstraße zu werfen. Im Mittelpunkt stand die neue Großwärmepumpe, die künftig einen wesentlichen Teil der Wärme für das Quartier mithilfe von Umweltwärme aus der Außenluft erzeugen wird.
EWE modernisiert derzeit die bestehende Heizzentrale und investiert dafür rund 2,5 Millionen Euro. Herzstück des neuen Systems ist eine große Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Leistung von rund 330 Kilowatt. Sie nutzt Umweltwärme aus der Außenluft und soll künftig gemeinsam mit einem neuen Wärmespeicher und der bestehenden Anlagentechnik Wärme für das Quartier bereitstellen.
Beim Tag der offenen Tür konnten die Besucherinnen und Besucher die neue Technik aus nächster Nähe kennenlernen und sich mit den EWE-Fachleuten über den Umbau und die künftige Wärmeversorgung austauschen.
Inbetriebnahme im Oktober geplant
Seit der Anlieferung der Wärmepumpe im Juni dieses Jahres sind die Arbeiten in der Heizzentrale weiter vorangeschritten. Derzeit laufen die letzten Arbeiten zur technischen Einbindung und Vorbereitung des Betriebs. Die Inbetriebnahme der neuen Wärmepumpe ist für Oktober geplant.
Über das rund vier Kilometer lange Wärmenetz in Ohmstede versorgt EWE etwa 160 Gebäude, darunter Ein- und Mehrfamilienhäuser, ein Seniorenheim sowie kleinere Gewerbebetriebe. Mit der neuen Technik steigt der Anteil erneuerbarer Wärme im Netz von bislang null auf knapp 50 Prozent. Gleichzeitig sollen die CO₂-Emissionen der Wärmeversorgung gegenüber dem bisherigen Anlagenbetrieb etwa halbiert werden.
Die Wärmepumpe ist dabei ein wichtiger Schritt, aber noch nicht das Ende der Transformation: Perspektivisch will EWE die Wärmeversorgung in Ohmstede vollständig auf erneuerbare Energien umstellen.
Zahlen, Daten, Fakten zum Wärmegebiet Oldenburg-Ohmstede
- Wärmenetz: rund 4 km Länge mit etwa 160 angeschlossenen Häusern
- Heizzentrale: seit 1999 in Betrieb
- Neue Anlagentechnik: Großwärmepumpe (330 kW bei 7 °C) mit umweltfreundlichem Kältemittel zur Nutzung von Umweltwärme
- Betriebsstunden: geplant sind 6.500 bis 7.000 Betriebsstunden pro Jahr
- Systemaufbau: Kombination aus Wärmepumpe, Wärmespeicher, Power-to-Heat-Modul sowie drei bestehenden Blockheizkraftwerken
- Leistung der BHKW: ca. 150 kW Strom und 300 kW Wärme
- Anteil Erneuerbare: Einspeisung von Wärme aus erneuerbaren Energien steigt im Netz Clausewitzstraße von 0 Prozent im bisherigen Betrieb auf knapp 50 Prozent
- Geplante Inbetriebnahme der Wärmepumpe: Oktober 2026
- Investition: insgesamt rund 2,5 Mio. Euro; davon ca. 950.000 Euro aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW)
- Regionale Umsetzung: Zusammenarbeit mit Partnern aus der Region, u. a. der Firma Eismann
- Zielsetzung: deutliche CO₂-Reduktion und perspektivisch 100 Prozent erneuerbare Wärme