Der Umbau des Wärmenetzes in Oldenburg-Ohmstede wird sichtbar: Am Dienstagmorgen wurde die zentrale Wärmepumpe für die künftige Wärmeversorgung des Quartiers geliefert. Sie ist das Herzstück einer umfassenden Modernisierung der Heizzentrale in der Clausewitzstraße, mit der EWE die Wärmeversorgung schrittweise klimafreundlicher gestaltet.
Über das Wärmenetz werden heute rund 160 Gebäude versorgt, darunter Ein- und Mehrfamilienhäuser, ein Seniorenheim sowie kleinere Gewerbebetriebe. Die Anlieferung der Wärmepumpe markiert den ersten sichtbaren Schritt eines umfassenden Transformationsprozesses, mit dem EWE die Wärmeversorgung im Wohn- und Geschäftsquartier langfristig auf erneuerbare Energien ausrichtet.
Für den Umbau investiert EWE insgesamt rund 2,5 Millionen Euro. Rund 40 Prozent der Kosten werden über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) gefördert. Die Umsetzung erfolgt überwiegend gemeinsam mit regionalen Partnern, darunter der Oldenburger Fachbetrieb Eismann.
Die Modernisierung soll dazu beitragen, die Wärmeversorgung langfristig klimafreundlicher, zukunftsfähiger und unabhängiger von fossilen Energieträgern sowie den Schwankungen internationaler Energiemärkte zu machen.
„Mit diesem Projekt investieren wir in die Zukunft der Wärmeversorgung in Oldenburg-Ohmstede“, sagt Projektleiter Frank Görner „Die Wärmepumpe ist ein zentraler Baustein auf unserem Weg zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung. Gleichzeitig stärken wir die Versorgungssicherheit und machen die Wärmeversorgung langfristig unabhängiger von fossilen Energieträgern.“
Bestehendes Wärmenetz wird schrittweise dekarbonisiert
Die Modernisierung der Heizzentrale ist Teil der langfristigen Strategie von EWE, bestehende Wärmenetze schrittweise auf erneuerbare Energien und klimafreundliche Wärmequellen umzustellen. Ziel ist es, die Wärmeversorgung widerstandsfähiger gegenüber den Schwankungen internationaler Energiemärkte zu machen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern deutlich zu reduzieren.
Klimaneutrale Wärmenetze sind ein wichtiger Baustein der Wärmewende. Welche Form der Wärmeversorgung langfristig die sinnvollste ist, hängt von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten ab. In Ohmstede setzt EWE auf die Weiterentwicklung des bestehenden Wärmenetzes und dessen schrittweise Dekarbonisierung.
Wärmepumpe bildet das Herzstück der neuen Anlage
Kern des künftigen Systems wird eine große Luft-Wasser-Wärmepumpe sein. Ergänzt wird sie durch einen neuen Wärmespeicher sowie drei bestehende Blockheizkraftwerke, die insbesondere in der Heizperiode zusätzliche Wärme und gleichzeitig Strom erzeugen. An besonders kalten Tagen kann zudem ein vorhandener Erdgaskessel unterstützend eingesetzt werden.
Mit diesem Gesamtsystem plant EWE, die CO₂-Emissionen der Wärmeversorgung gegenüber dem heutigen Stand etwa zu halbieren. Perspektivisch soll die Heizzentrale vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden.
Wärmewende vor Ort sichtbar
Die 7,70 x 2,50 Meter große Wärmepumpe wurde per Schwertransport angeliefert und vor der Heizzentrale aufgestellt. Nach der Installation folgen in den nächsten Wochen die technische Einbindung in das Wärmenetz sowie umfangreiche Tests und die Inbetriebnahme. Diese soll zum Start der kommenden Heizperiode erfolgt sein.
Mit Investitionen wie in Oldenburg-Ohmstede verfolgt EWE das Ziel, bestehende Wärmenetze klimafreundlicher, widerstandsfähiger und zukunftsfähig aufzustellen. Die Maßnahme unterstützt damit die klimapolitischen Ziele der Stadt Oldenburg und leistet einen Beitrag zu einer langfristig sicheren und nachhaltigen Wärmeversorgung.
Zahlen, Daten, Fakten zum Wärmegebiet Oldenburg-Ohmstede
- Wärmenetz: rund 4 km Länge mit etwa 160 angeschlossenen Häusern
- Heizzentrale: seit 1999 in Betrieb
- Neue Anlagentechnik: Großwärmepumpe (330 kW bei 7 °C) mit umweltfreundlichem Kältemittel zur Nutzung von Umweltwärme
- Betriebsstunden: geplant sind 6.500 bis 7.000 Betriebsstunden pro Jahr
- Systemaufbau: Kombination aus Wärmepumpe, Wärmespeicher, Power-to-Heat-Modul sowie drei bestehenden Blockheizkraftwerken
- Leistung der BHKW: ca. 150 kW Strom und 300 kW Wärme
- Anteil Erneuerbare: Einspeisung grüner Wärme steigt im Netz Clausewitzstraße von 0 auf knapp 50 Prozent
- Investition: insgesamt rund 2,5 Mio. Euro; davon ca. 950.000 Euro aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW)
- Regionale Umsetzung: Zusammenarbeit mit Partnern aus der Region, u. a. der Firma Eismann
- Zielsetzung: deutliche CO₂-Reduktion und perspektivisch 100 Prozent erneuerbare Wärme