- Mehrheit der Niedersachsen stellt Klimaschutz nach vorn
- Rund ein Drittel der Befragten sieht Klimaschutz als gemeinsame Verantwortung
- Jung fährt elektrisch: 42 Prozent der 18-25-Jährigen in Niedersachsen nutzen E-Mobilität
Der Oldenburger Energie- und Telekommunikationsdienstleister EWE hat eine repräsentative Meinungsumfrage bei Statista zum Thema Energiewende in Auftrag gegeben. Die Auswertung zeigt, dass die Mehrheit der Niedersachsen (66 Prozent) Klimaschutz nach wie vor als wichtig in ihrem Alltag empfindet. Bei den 18- bis 25-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 83 Prozent.
Realität schlägt Wahrnehmung
Ein anderes Bild zeigt sich allerdings bei der Wahrnehmung über den tatsächlichen Fortschritt: Knapp drei Viertel der Befragten (72 Prozent) sehen deutlichen Aufholbedarf.
„Die Energiewende ist komplex und braucht vielfältige Lösungen, die ineinandergreifen und damit etwas bewegen. Die Umfrage zeigt deutlich: Die Energiewende scheitert nicht am Willen der Menschen, sondern daran, wie schnell Fortschritt, echte Veränderungen und gute Ideen bei den Menschen im Alltag ankommen und Entwicklungen wahrgenommen werden“, sagt Christian Friege, Marktvorstand bei EWE. Der Oldenburger Energiekonzern investiert in den kommenden Jahren mehr als 16 Milliarden Euro in den Umbau der Energieversorgung – unter anderem in erneuerbare Energien, Netzinfrastruktur, Wasserstoff, Großspeicher, Wärmenetze und Elektromobilität.
Mobilität bewegt Klimaziele
Zentraler Hebel für die Energiewende ist die Verkehrswende: Knapp sechs von zehn Befragten (59 Prozent) sehen hier den Schlüssel für echten Klimaschutz, bei den 26- bis 35-Jährigen liegt der Anteil höher, bei 65 Prozent.
Die wichtigsten Maßnahmen für eine erfolgreiche Verkehrswende sind für die Niedersachsen ein Ausbau des ÖPNV (36 Prozent), Preise von E-Fahrzeugen (31 Prozent) und der Ausbau der Ladeinfrastruktur (29 Prozent) – letztere ist vor allem für Ältere ein Thema (56-65 Jahre: 39 Prozent, 66 Jahre und älter: 35 Prozent).
Wer umsteigt, wird zum Überzeugungstäter
Bei der Beurteilung von Ladeinfrastruktur zeigt sich ein differenziertes Bild zwischen E-Autofahrer:innen und denen, die noch nicht umgestiegen sind: 45 Prozent der E-Autofahrer:innen bewerten die Infrastruktur als gut, und lediglich 26 Prozent als schlecht. Wer noch nicht umgestiegen ist, nimmt den Ausbaustatus deutlich negativer wahr: Nur 16 Prozent von ihnen beurteilen das Ladenetz als gut, 43 Prozent hingegen als schlecht. Besonders die junge Generation setzt auf Elektromobilität: 42 Prozent der unter 25-Jährigen gaben an, regelmäßig E-Mobilität zu nutzen.
Übrigens: Der größte Motivator, auf Elektromobilität umzusteigen, ist für Niedersachsen der Kaufpreis (38 Prozent). Unter den 46- bis 55-Jährigen motiviert der Preis sogar mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Befragten.
„Die Begeisterung für elektrisches Fahren nimmt weiter zu: Der Marktanteil von E-Autos steigt, ebenso wie die Auslastung des inzwischen gut ausgebauten Ladenetzes. Auch das aktuelle Förderpaket der Bundesregierung setzt zusätzliche finanzielle Anreize für den Umstieg“, sagt Ilker Akkaya, Geschäftsführer von EWE Go. Die Mobilitätstochter des EWE-Konzerns gehört bundesweit zu den größten Anbietern öffentlicher Ladeinfrastruktur und errichtet u.a. Schnellladesäulen im Rahmen des Deutschlandnetzes und in Kooperation mit McDonald`s an zahlreichen Schnellrestaurants deutschlandweit. „Ein engmaschiges Ladenetz und faire Tarife sind jedoch nur ein Teil der Lösung. Entscheidend für den Erfolg der Verkehrswende ist gleichermaßen, dass die Automobilindustrie die Transformation konsequent vorantreibt – hin zu bezahlbaren E-Modellen, die für die breite Masse attraktiv sind. Nur so kann die Mobilitätswende insgesamt gelingen.“
Klimaschutz geht nur gemeinsam
Und wer trägt die Verantwortung für den Klimaschutz? Fast jeder Dritte in Niedersachsen (32 Prozent) versteht Klimaschutz als gemeinsame Aufgabe von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, bei den über 65-Jährigen sind es sogar 41 Prozent.
Bei der Frage nach dem eigenen Verhalten, gaben 93 Prozent der Niedersachsen an, auf klimafreundliches Verhalten zu achten: Mobilität liegt in Niedersachsen auf Rang 3 (32 Prozent) – bei den 18- bis 25-Jährigen sogar auf Rang 1 (38 Prozent). Haushalts-Energieverbrauch kommt auf Rang 2 (55 Prozent), auf Platz 1 Abfallvermeidung/Recycling (59 Prozent). Rund 34 Prozent der 56- bis 65-Jährigen achten bewusst auf die Wahl des Stromanbieters und bevorzugen Ökostrom.
„Beim Klimaschutz und der Energiewende kommen wir mit Zuständigkeitsdebatten und Schuldzuweisungen nicht weiter. Das zeigen auch die Ergebnisse dieser Umfrage. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft tragen gleichermaßen Verantwortung, damit wir spürbar vorankommen. Auch vermeintlich kleine Entscheidungen im privaten Haushalt haben Wirkung. Zugleich sind klare und verlässliche politische Rahmenbedingungen unerlässlich, damit die Energiewende wirtschaftlich tragfähig, nachhaltig gelingt“, so EWE-Marktvorstand Christian Friege: „Wir wollen für unsere Heimatregionen zwischen Ems, Weser und Elbe sowie in Brandenburg und auf Rügen Zukunft ermöglichen; dazu wollen wir nachhaltige Lösungen für Energie und Kommunikation so zur Verfügung stellen, dass auch die nächste Generation bei uns gut und in Wohlstand leben kann.“
Zur Methodik
Die repräsentative Studie wurde von Statista im Auftrag von EWE im Januar 2026 durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 1.000 Personen, davon 500 Personen aus Niedersachsen und 500 aus dem restlichen Bundesgebiet, bevölkerungsrepräsentativ nach Alter und Geschlecht ab 18 Jahren