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Versorgungssicherheit im Fokus
05.09.2022 - EWE AG

Strom- und Gaspreise steigen

Es hat sich aufgrund der Entwicklungen der vergangenen Wochen angekündigt: Ausgelöst durch die Verknappung von Rohstofflieferungen durch Russland steigen bundesweit die Energiepreise für Strom und Gas.

Auswirkungen

Heizthermostat vor einer blau-weißen Wand

Auch EWE ist zum 1. Oktober gezwungen, den Preis für Strom und Gas in der Grund- und Ersatzversorgung erneut anzuheben. So zahlen unsere Kunden ab Oktober für Strom pro Kilowattstunde brutto 37,81 Cent und damit 11,76 Cent mehr als heute. Der jährliche Grundpreis bleibt seit Januar 2021 unverändert.

Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.000 Kilowattstunden ergeben sich so Mehrkosten von gut 352 Euro im Jahr beziehungsweise rund 29 Euro im Monat. Diese Strompreisanhebung in der Grund- und Ersatzversorgung gilt jedoch nicht für Kundinnen und Kunden in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, weil EWE dort kein Stromgrundversorger ist. 

Knapp 500.000 Kunden sind betroffen

Der Gaspreis steigt pro Kilowattstunde von aktuell brutto 13,17 Cent auf 14,99 Cent. Das entspricht einem Plus von 1,82 Cent und bedeutet bei einem Durchschnittsverbrauch von 20.000 Kilowattstunden jährliche Mehrkosten von 364 Euro, das sind pro Monat gut 30 Euro mehr. Der Grundpreis bleibt auch für Gas unverändert. Betroffen sind von dieser Preisanpassung insgesamt 375.000 Strom- und 110.000 Gaskunden der Grund- und Ersatzversorgung.

Weiterhin Preisgarantie bei Laufzeitverträgen

Der Großteil unserer Strom- und Gaskunden verfügt über so genannte Laufzeitverträge mit einer Preisgarantie von 12 oder 24 Monaten. Sechs Wochen vor dem kundenindividuellen Ende der Laufzeit schreibt EWE diese Kunden jeweils an und bietet ihnen eine Verlängerung des Vertrages zu dem Preis, der dann für das jeweilige Laufzeitprodukt gilt, an. Das heißt, Kunden können sich den dann gültigen Preis wieder für zwölf Monate sichern. Die Tarife für Produkte mit Preisgarantie werden unterjährig etwa im Quartalsrhythmus angepasst. Aber auch Kunden, die ihr jetziges Laufzeitprodukt in Kürze zum dann aktuellen Tarif verlängern, müssten sich beim Vergleich des neuen Tarifes mit dem Ausgangstarif von vor zwölf oder 24 Monaten auf erhebliche Preissprünge einstellen.

Hintergründe

Generell gilt: Die Preisdynamik auf dem Energiemarkt ist nach wie vor ungebrochen und die Preise gehen weiterhin deutlich nach oben. Gerade der Erdgaspreis steigt nicht zuletzt aufgrund des Angriffskrieges auf die Ukraine und die nochmal reduzierten russischen Gasliefermengen durch die Pipeline Nord Stream 1. Putins Krieg ist auch ein Wirtschaftskrieg, der zu erheblicher Verknappung der Gasimporte führt und damit zu extrem hohen Preisen.

Für Strom und Gas gilt gleichermaßen: EWE hat Kundenzuwachs zu verzeichnen bei gleichzeitig nur sehr geringen Kundenabgängen. Das ist zwar ein Zeichen dafür, dass Kunden in der Krise auf sichere und stabile Energieversorger setzen. Es bedeutet aber auch, dass wir für mehr Kunden als geplant Energie beschaffen müssen und das zu den aktuell massiv hohen Preisen.

i Sondereffekt bei Strom:
EWE konnte zum 1. Juli eine bereits zu dem Zeitpunkt notwendige Strompreiserhöhung nicht vornehmen. Der Grund: Wegen der Reduzierung der EEG-Umlage zum 1. Juli hatte der Gesetzgeber eine Strompreiserhöhung zum selben Zeitpunkt ausgeschlossen. So ergibt sich jetzt für EWE zum 1. Oktober beim Strompreis eine stärkere Erhöhung.

EWE setzt staatliche Vorgaben um

Energie ist aktuell ein teures Gut. Das fängt bei den Beschaffungskosten an, die in den letzten zwölf Monaten dramatisch gestiegen sind. Und zudem hat der Staat Umlagen auf den Weg gebracht, die alle Gaskunden in Deutschland betreffen. Das gilt auch für die Kundinnen und Kunden von EWE.

Der Beschluss zur Gasumlage und die Rücknahme selbiger sind politische Entscheidungen, auf die wir keinen Einfluss haben. Selbstverständlich werden wir die neue Entscheidungslage berücksichtigen und nicht wie bisher vorgesehen ab November die Gasumlage auf den Preis für unsere Kundinnen und Kunden aufschlagen. 
Die Kostenbremse ist bisher nur angekündigt, die Ausprägung aber noch nicht beschlossen. Wir freuen uns über die Entscheidung der Bundesregierung, die Energiekundinnen und -kunden deutlich zu entlasten. Wie genau die einzelnen Bausteine des Schutzschirms ausgestaltet sein werden, wird erst in den kommenden Tagen deutlich werden, wenn die Details der Regelungen vorliegen. Wichtig ist aus unserer Sicht, dass weiter mit einer großen gemeinsamen Anstrengung Energie gespart wird. Der staatliche Schutzschirm ist eine Entlastung, keine Entwarnung für die Versorgungssicherheit.

Es wird aber auch staatliche Entlastungen geben. Zum Beispiel bei der Mehrwertsteuer. Die zur Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher angekündigte Absenkung der auf Erdgas erhobenen Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent wird EWE an alle Gaskunden weitergeben, sobald dieses gesetzlich beschlossen wurde. Abschläge sollten – wenn nicht schon automatisch passiert – angepasst werden. Ansonsten droht eine sehr unangenehme finanzielle Überraschung bei der Jahres-Abschlussrechnung in 2023. Das Wichtigste bleibt: Energie sparen hilft nicht nur Allen in diesen Zeiten, sondern auch der eigenen Geldbörse. 

Weitere Informationen zur Gasversorgung gibt es hier.

Was jetzt getan werden kann

Energiesparen ist das Gebot der Stunde

EWE bietet an unterschiedlichen Stellen Tipps und Tricks für das eigene Verbrauchsverhalten. zu den Tipps & Tricks

Meldung des Zählerstandes nicht notwendig

Eine Meldung des Zählerstandes ist nicht erforderlich. EWE berücksichtigt die Preisanpassungen bei der nächsten Abrechnung, indem die Verbrauchsmengen nach den alten und neuen Preisen anhand von statistisch erfassten Verbrauchsdaten aufgeteilt werden. Kunden, die dennoch ihre Zählerstände mitteilen möchten, sollten dafür die digitalen Möglichkeiten nutzen und zwar unter: ewe.de/preise

3 Fragen an Stefan Dohler − Thema Energiekosten

Stefan Dohler im Gespräch zum Thema Energiekosten Foto: Sebastian Vollmert

In einem Interview im Juli 2022 mit unserem Vorstandsvorsitzenden Stefan Dohler weist er sehr deutlich auf die unweigerlich weiter steigenden Energiekosten hin und ruft dazu auf, sich frühzeitig um die Wartung und Optimierung von Gasheizungen zu kümmern, Energiespartipps zu beherzigen sowie die monatlichen Abschläge für Gas und Strom zu erhöhen.

Wir werden weiterhin über unsere Onlinemedien intensiv zu Energiesparmöglichkeiten durch verändertes Verbrauchsverhalten oder Investitionen in energetische Sanierungen an Gebäuden, Heizungsanlagen oder bei Elektrogeräten informieren. Wir unterstützen ebenfalls nachdrücklich den Aufruf des Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck, schon heute mehr Energie zu sparen. Auf diese Weise könne eine Entlastung für die kommende Heizperiode geschaffen werden.

1. Über welche Dimension reden wir bei den Preissteigerungen?

Dohler: Im Moment muss man im Vergleich zum Vorjahr von mindestens einer Verdopplung der Preise beim Strom und eher einer Verdreifachung beim Gas ausgehen. Und dann reden wir, abhängig von Verbrauch und Haushaltsgröße, schon von mehreren hundert Euro pro Monat. Für einen Vier-Personen-Haushalt wären das grob geschätzt in Summe für Strom und Gas 300 Euro mehr im Monat, für einen Zwei-Personen-Haushalt 100 bis 150 Euro mehr im Monat. Deshalb appellieren wir auch an die Verbraucher, so früh wie möglich ihre Abschläge anzupassen. Über den Online-Service von EWE kann die Abschlagzahlung jederzeit angepasst werden.

2. Welche Maßnahmen können jetzt schon geleistet werden?

Dohler: Hauseigentümer können etwa jetzt schon kurzfristig Heizungen prüfen und schauen, ob man Fenster dichten und die Dämmung verbessern kann. Und wenn die Heizperiode ab Oktober beginnt, kann jeder über sein Verbrauchsverhalten dazu beitragen, dass weniger Gas verbraucht wird. Das fängt beim Absenken der Raumtemperatur an, geht über die Art und Weise, wie man lüftet, bis zur Frage, wie die Heizung gesteuert wird.

3. Dass auf die Verbraucher massiv steigende Preise zukommen, ist aber unausweichlich?

Dohler: Ja. Wir sind als Energieversorger letztendlich nur Zwischenhändler. Das heißt, wir reichen die gestiegenen Kosten, die wir haben, an die Verbraucher weiter. Der Einkaufspreis für Gas liegt aktuell etwa bei 170 Euro pro Megawattstunde, vor einem Jahr waren es gerade einmal 20 Euro. Durch unseren rollierenden Einkauf über mehrere Jahre können wir das zwar etwas abfedern. Auf die Weitergabe der Forderungen verzichten können wir allerdings nicht, denn dann hätten wir rasch selbst ein existenzielles Problem.