Auf der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Cuxhaven ist es am gestrigen Tag zu einem Schaden an einem Faulbehälter gekommen. Nach ersten Erkenntnissen sind Undichtigkeiten in der Betonhülle des Stahlummantelten Faulbehälters aufgetreten. Infolgedessen ist Klärschlamm ausgetreten. Betreiber der Anlage ist im Auftrag der Stadt Cuxhaven die EWE WASSER GmbH.
Ein Großteil des Schlamms ist über das Anlagengelände in die Baumrönne gelangt und von dort in Richtung Altenbruch beziehungsweise Elbe abgeflossen. Auf dem Betriebsgelände wurden umgehend Sandbarrieren errichtet, um eine weitere Ausbreitung des Klärschlamms zu begrenzen. Zudem wurde der Baumrönne Brauchwasser zur Verdünnung zugesetzt.
Der betroffene Faulbehälter hat ein Fassungsvermögen von rund 5.500 Kubikmetern. Nach aktueller Einschätzung sind durch die Undichtigkeit im Behälter rund 3.000 bis 4.000 Kubikmeter Klärschlamm ausgetreten.
EWE WASSER hat unmittelbar nach Bekanntwerden des Schadens die untere Wasserbehörde sowie die Feuerwehr und den Katastrophenschutz informiert, die kurzfristig vor Ort waren. Auch der zuständige Wasserverband wurde eingebunden. Die Situation wird weiterhin eng begleitet und fachlich bewertet.
Nach aktuellem Stand besteht durch den Klärschlammaustritt keine Gefahr für Leib und Leben der Bevölkerung. Gleichwohl ist davon auszugehen, dass es durch den Eintrag von Klärschlamm in die Baumrönne zu Beeinträchtigungen von Flora und Fauna gekommen ist oder kommen kann.
EWE WASSER macht darauf aufmerksam, dass insbesondere Hundebesitzer der Baumrönne beziehungsweise dem Ufer der Baumrönne fernbleiben sollten, da das mit Klärschlamm kontaminierte Flusswasser auch Hunden schaden könnte, wenn sie davon trinken oder darin baden. Auch sollten Angler das Gewässer derzeit nicht befischen. Es wird derzeit engmaschig beobachtet und bewertet. Eine abschließende Einschätzung möglicher Umweltauswirkungen ist erst nach weiteren Untersuchungen möglich.
Die Ursache des Schadens ist aktuell noch unklar. Eine technische Untersuchung zur Klärung des Hergangs wurde eingeleitet. Die Anlage ist weiterhin in Betrieb. Die Betriebssicherheit wird fortlaufend überprüft.
„Wir gehen mit dem Vorfall transparent und offensiv um. Unser Fokus lag und liegt auf der schnellen Stabilisierung der Lage sowie der Begrenzung möglicher Umweltauswirkungen. Wir arbeiten eng mit den zuständigen Behörden zusammen und informieren offen über neue Erkenntnisse“, so EWE WASSER-Geschäftsführer Ralph Kraemer.
EWE WASSER mit Hauptsitz in Cuxhaven gehört über eine Mehrheitsbeteiligung der EWE-Tochter swb zum EWE-Konzern und ist einer der größten Abwasserentsorger im Nordwesten Deutschlands. Insgesamt unterhält EWE WASSER rund 1.800 Kilometer an Abwassernetzen und betreibt – in kommunalem Auftrag – acht Abwasserreinigungsanlagen.