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01.11.2018 - EWE AG

Intelligente Großbatterie in Varel feierlich in Betrieb genommen

Japanische und deutsche Projektpartner wollen neuartigen Speicher unter idealen Energiewende-Rahmenbedingungen erproben

Varel, 1. November 2018. Seit heute ist der Hybridgroßspeicher nahe der A29 auf Höhe der Autobahnabfahrt Varel-Obenstrohe offiziell in Betrieb. Der Oldenburger Energiedienstleister EWE lud zusammen mit den Projektpartnern, den japanischen Unternehmen Hitachi Chemical, NGK Insulators und Hitachi Power Solutions, zur feierlichen Inbetriebnahme ein. Das von der japanischen Wirtschaftsförderungsbehörde NEDO (s. unten) mitfinanzierte Demonstrationsprojekt ist in seiner hybriden Bauart bisher einmalig: Lithium-Ionen Batterien, die einen raschen Zugriff auf die gespeicherte Energie erlauben, wurden mit Natrium-Schwefel-Batterien kombiniert, die sich zum längerfristigen Zwischenspeichern größerer Kapazitäten eignen. Die beiden bewährten Batterietypen werden intelligent gemeinsam gesteuert.

Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, bestätigt: „In Niedersachsen können wir den international renommierten japanischen Firmen ideale Rahmenbedingungen bieten, um die Vorteile ihrer Speichertechnologien in einer fortgeschrittenen Energiewende zu zeigen. Der Bedarf an effizienten Lösungen für Herausforderungen der Energiewende steigt weltweit, deshalb begrüßen wir diese zukunftsweisende Kooperation.“

Mit der offiziellen Inbetriebnahme startet nun der Demonstrationsbetrieb, dem ein dreimonatiger technischer Testbetrieb vorausging. Die Projektpartner interessiert nicht nur, wie der Speicher sich technisch in das Energiesystem fügt, sondern auch, wie er sich wirtschaftlich optimal betreiben lässt. Takashi Omote, Executive Director von NEDO: „Wir sind sicher, dass wir mit unserer umfassenden Unterstützung und den wertvollen Erkenntnissen aus diesem Projekt die beste Lösung für das Zeitalter der erneuerbaren Energien sowohl in der Welt als auch in Deutschland anbieten können.“

Heiner Schönecke, Geschäftsführer des EWE-Verbands: „Wir schätzen und wir bedanken uns für das Vertrauen, das uns die Projektpartner entgegen bringen. Sie bringen langjährige Erfahrungen und besonderes energiewirtschaftliches Know-How in dieses Projekt ein. Für alle Beteiligten ist auch die Sicherheit der Anlage von zentraler Bedeutung und durch ein umfassendes, mehrstufiges Sicherheitskonzept gewährleistet.“ EWE-Vorstandsvorsitzender Stefan Dohler ergänzt: „Wir sehen intelligente Batterielösungen, vom Hybridgroßspeicher über Elektromobilität bis zum Hausenergiespeicher, als unverzichtbare Elemente einer effizienteren und nachhaltigeren Energieversorgung. Deshalb wird be.storaged, unsere auf Batterielösungen spezialisierte Tochtergesellschaft, die Anlage in Varel nach ihrer rund 18-monatigen Demonstrationsphase im Regelbetrieb weiterbetreiben. Wir freuen uns über die Chance, mit speziellen Kompetenzen von der Netzintegration bis zum Energiehandel zum Erfolg dieses Projekts beitragen und wertvolle Erkenntnisse hinzugewinnen zu können.“

Hintergrundinformationen

Wer sind die Projektpartner?
Initiiert und unterstützt wurde das Kooperationsprojekt von der japanischen Wirtschaftsförderungsbehörde NEDO (New Energy and Industrial Technology Development Organization), mit weiterer Unterstützung vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung sowie dem EWE-Verband, dem Verband der Eigentümer des EWE-Konzerns mit Sitz in Oldenburg. Aufbau, Wartung und Betrieb der Speicheranlage übernehmen die japanischen Unternehmen Hitachi Chemical, Hitachi Power Solutions und NGK Insulators, zusammen mit Unternehmen des EWE-Konzerns.

Wozu dient der Hybridgroßspeicher?

Bundesweit stammen rund 36 Prozent des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien, vor allem aus Wind- und Solarenergie. Mit dem steigenden Anteil von grünem Strom werden Frequenzschwankungen im Stromnetz absehbar weiter zunehmen. Der Hybridgroßspeicher steht im Nordwesten Niedersachsens in einer Region, in der jährlich doppelt so viel Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, wie dort verbraucht werden kann. Die Bezeichnung „Energiewendespeicher“ bringt die Funktion des Batteriespeichers auf den Punkt: Er soll Frequenzschwankungen im regionalen Stromnetz ausgleichen und so zur Netzstabilität beitragen. Damit erbringt er Systemdienstleistungen, die Netzbetreiber oder Betreiber von Windenergie- und anderen Erzeugungsanlagen an der Strombörse nachfragen können. Regelenergie wird heute von konventionellen Kraftwerken erzeugt, der Hybridgroßspeicher kann sie durch seine besondere Bauart sehr effizient und vielseitig zur Verfügung stellen. Bei Bedarf gibt er mehr als 11,5 Megawatt Leistung ins Stromnetz ab oder nimmt sie daraus auf. Seine Speicherkapazität von mehr als 22,5 Megawattstunden würde umgerechnet ausreichen, um alle Haushalte in Varel fünf Stunden lang mit Strom zu versorgen.

Weitere Informationen unter www.energiewendespeicher.de

Video: Hybridspeicher Varel