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14.03.2017 - EWE AG

EWE erzielt 2016 zufriedenstellendes Ergebnis

Konzernperiodenergebnis steigt durch Sondereffekte auf 332,9 Mio. Euro / Operatives EBIT mit 534,6 Mio. Euro ebenfalls verbessert / Finanzverbindlichkeiten um rund 800 Mio. Euro reduziert

Oldenburg, 14. März 2017. EWE hat das Geschäftsjahr 2016 laut vorläufigen Zahlen mit einem zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen: Das Konzernperiodenergebnis hat sich nach dem Einbruch im Vorjahr (-9,4 Mio. Euro) mit 332,9 Mio. Euro deutlich erholt. Das Operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (OEBIT) beträgt 534,6 Mio. Euro und liegt damit klar über Vorjahresniveau (428,1 Mio. Euro). Die Umsatzerlöse fielen im gleichen Zeitraum auf 7,57 Mrd. Euro (Vorjahr: 7,82 Mrd. Euro). Die Finanzverbindlichkeiten konnte EWE im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 800 Mio. Euro reduzieren. Für das laufende Geschäftsjahr 2017 erwartet EWE wegen des Wegfalls von Sondereffekten ein um zehn bis 20 Prozent niedrigeres Operatives EBIT.

„Für EWE war 2016 ein gutes Geschäftsjahr, das von einem stabilen operativen Geschäft und zwei Sondereffekten geprägt wurde: Das deutlich verbesserte Konzernperiodenergebnis ist dabei vorrangig auf den erfolgreich abgeschlossenen Verkauf unserer Anteile an der VNG in Leipzig zurückzuführen. Hinzu kommt ein Ergebnisbeitrag in Höhe von rund 90 Mio. Euro aus der Neuregelung der Altersvorsorge bei der swb AG“ erläutert Wolfgang Mücher, Finanzvorstand der EWE AG. „Diese Neuregelung ist ganz überwiegend auch für den Anstieg des Operativen EBIT verantwortlich“, ordnet Mücher ein. Der Finanzvorstand hebt mit Blick auf den Geschäftsbericht 2016 hervor: „Das Ergebnis ist insgesamt zufriedenstellend und hat es uns ermöglicht, Risikovorsorge für mögliche künftige Belastungen zu betreiben, unsere Verbindlichkeiten vorzeitig spürbar zu reduzieren und damit auch die zukünftige Zinsbelastung zu senken.“

Der Rückgang des Konzernumsatzes um 253 Mio. Euro gehe u.a. auf die zu Beginn des Berichtsjahrs gesenkten Erdgaspreise zurück.

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl im Konzern stieg im Vergleich zum Vorjahr um 194 auf 9.048 Mitarbeiter. Der Anstieg resultierte hauptsächlich aus dem Erwerb der türkischen Telekommunikationsgesellschaft Millenicom.

Ausblick 2017
EWE erwartet für das Geschäftsjahr 2017 einen weiterhin sehr intensiven Wettbewerb im Energie- und Telekommunikationsmarkt. Regulatorische und energiepolitische Vorgaben sorgen dafür, dass auch das Erzeugungs- und Netzgeschäft weiterhin unter Druck stehen werden. „Wir stellen uns diesen Herausforderungen und verfolgen dabei die im Jahr 2016 verabschiedete Strategie 2026 weiter, um künftig noch flexibler und gezielter auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden zu reagieren“, so Mücher. Für das laufende Geschäftsjahr rechne man mit einem um bis zu 20 Prozent niedrigeren Operativen EBIT – und damit einem Ergebnis mindestens auf dem Niveau von 2015.

Die derzeit laufende Prüfung von Vorwürfen im Zusammenhang mit der Konzerntochter EWE NETZ (Compliance-Verstöße) werde unabhängig vom operativen Geschäft weitergeführt. „Wir nehmen die Hinweise und Vorwürfe sehr ernst, prüfen umfassend und vorbehaltlos. Hierbei geht jedoch Sorgfalt vor Schnelligkeit – im Vordergrund steht, dass wir vollständige Klarheit über die Fakten erhalten und auf dieser Grundlage Entscheidungen treffen können. Das ist die Basis, um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen“, kündigte Mücher an.

Termin
Die Bilanzpressekonferenz findet am Donnerstag, 27. April 2017, in Oldenburg statt.

Blick in die Einzelsegmente:


Segment Erneuerbare, Netze und Gasspeicher
Im Segment Erneuerbare, Netze und Gasspeicher stieg der konzernexterne Umsatz auf 2.012,9 Mio. Euro (Vorjahr: 1.951,8 Mio. Euro). Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus höheren Netznutzungsentgelten für Strom und Gas. Das Operative EBIT stieg im gleichen Zeitraum auf 333,7 Mio. Euro (Vorjahr: 314,4 Mio. Euro). Das schwache Windjahr 2016 belastete zwar die Ergebnisbeiträge der On- und Offshore Windparks. Ein positiver Effekt aus der stichtagsbedingten Bewertung der Erdgasvorräte in den Gasspeichern und ein im Vorjahresvergleich positiver Ergebnisbeitrag aus dem Netzgeschäft konnten die negative Entwicklung der Winderträge aber kompensieren .

Segment Vertrieb, Dienstleistungen und Handel
Das Segment Vertrieb, Dienstleistungen und Handel verzeichnete gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Umsatzrückgang auf rund 3.763,9 Mio. Euro (Vorjahr: 4.053,4 Mio. Euro). Ursächlich für die gesunkenen Erlöse sind reduzierte Strom- und Erdgaspreise und ein geringerer Absatz von Strom und Erdgas im Privatkundenvertrieb. Das Operative EBIT verringerte sich auf 61,2 Mio. Euro (Vorjahr: 80,4 Mio. Euro). Geringere Rohergebnisse in den Sparten Strom, Gas und Wärme sind u.a. für diesen Ergebnisrückgang im Vorjahresvergleich verantwortlich.

Segment Ausland
Das Segment Ausland hatte eine Umsatzminderung auf nun 727,9 Mio. Euro (Vorjahr: 759,4 Mio. Euro) hinzunehmen. Dieser Rückgang betraf vor allem auf das Türkei-Geschäft zurück, in dem sich die Erlöse hauptsächlich bedingt durch Währungsumrechnung verringerten. Das Operative EBIT stieg leicht auf 25,6 Mio. Euro (Vorjahr: 25,3 Mio. Euro). Die Verbesserung resultierte insbesondere aus der Rohertragssteigerung im polnischen Erdgasgeschäft.

Segment swb
Im Segment swb liegt der Umsatz im Berichtszeitraum mit 1.058,7 Mio. Euro (Vorjahr: 1.052,1 Mio. Euro) auf Vorjahresniveau. Der leichte Anstieg resultiert hauptsächlich aus höheren Erlösen in der Stromdurchleitung. Das Operative EBIT stieg deutlich auf 165,2 Mio. Euro (Vorjahr: 90,3 Mio. Euro). Die Ergebnis-verbesserung im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen von der Neuregelung der betrieblichen Altersversorgung geprägt. Daraus resultiert ein Einmaleffekt in Höhe von rund 90 Mio. Euro.