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27.04.2016 - EWE AG

EWE stabilisiert operatives Geschäft im Jahr 2015

Geschäftsbericht erstmals nach neuer Segmentstruktur

  • Operatives EBIT mit 428,1 Mio. Euro auf Vorjahresniveau
  • Wertminderungen belasten Konzern-Periodenergebnis
  • Umsatz sinkt auf 7,82 Mrd. Euro

Oldenburg, 27. April 2016. EWE hat im Geschäftsjahr 2015 sein operatives Geschäft stabilisiert und auch dank wirksamer Effizienzmaßnahmen ein Operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (OEBIT) auf Vorjahresniveau erzielt: Der regionale Energie- und Telekommunikationsdienstleister erwirtschaftete 428,1 Mio. Euro (Vorjahr: 427,5 Mio. Euro) und liegt damit innerhalb der Prognoseerwartung. Auf das Konzernperiodenergebnis in Höhe von -9,4 Mio. Euro (146,3 Mio. Euro) drückten hauptsächlich Wertminderungen im Bereich der konventionellen Erzeugung und Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen. Die Umsatzerlöse gingen vor allem infolge sinkender Stromabsatzmengen und fallender Strombörsenpreise leicht auf 7,82 Mrd. Euro (8,13 Mrd. Euro) zurück.

„Wir haben uns in einer Phase massiver Umbrüche in der Energiewirtschaft unter großen Anstrengungen gut behauptet und ein stabiles operatives Ergebnis erwirtschaftet“, erläutert Matthias Brückmann, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, „und das, obwohl wir im zurückliegenden Geschäftsjahr ein negatives Beteiligungsergebnis von VNG verkraften mussten.“ Zur Stabilisierung hätten unter anderem konsequente Effizienzmaßnahmen, das erste fast vollständige Betriebsjahr des Offshore-Windparks Riffgat sowie ein im Vergleich zum Vorjahr leicht positiver Witterungseffekt mit höheren Netzdurchleitungsmengen und verbessertem Erdgasabsatz beigetragen. Dennoch führten Sondereffekte dazu, dass EWE das Geschäftsjahr 2015 mit einem Minus abschloss. Unter anderem musste EWE Wertminderungen auf den konventionellen swb-Kraftwerkspark, auf Fernwärmekonzessionen und wegen des schwachen Branchenumfelds auch auf Geschäfts- oder Firmenwerte hinnehmen. Zudem wurden Rückstellungen für die laufende Restrukturierung des Konzerns gebildet, die auch eine Stellenreduzierung beinhaltet. Hinzu kamen höhere Ertragsteuern im Vergleich zum Vorjahr.
 
Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl im Konzern sank im Vergleich zum Vorjahr um 299 auf 8.855 Mitarbeiter (9.154). Der wesentliche Grund für diesen Rückgang liegt in der Veräußerung von Beteiligungen im IT-Bereich zum Ende des Geschäftsjahres 2014.

Neue Segmentstruktur
Für das Geschäftsjahr 2015 berichtet EWE erstmals entlang einer neuen Segmentstruktur. Dabei werden die Geschäftsaktivitäten der swb-Gruppe ebenso in einem neuen Segment zusammengefasst wie die Auslandsengagements von EWE. Hinzu kommen die in dieser Form neu zugeschnittenen Segmente „Erneuerbare, Netze und Gasspeicher“ sowie „Vertrieb, Dienstleistungen und Handel“. Die neue Segmentstruktur steht somit in Einklang mit dem neuen Führungs- und Steuerungsverständnis des neuen Vorstands.

Segment Erneuerbare, Netze und Gasspeicher
Im anlagevermögenintensiven und stark technikorientierten Segment Erneuerbare, Netze und Gasspeicher erhöhte sich der konzernexterne Umsatz auf 1.951,8 Mio. Euro (1.823,2 Mio. Euro). Das Operative EBIT des Segments stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 314,4 Mio. Euro (312,1 Mio. Euro). Das Segment leistet somit den größten Beitrag zum Operativen Ergebnis des Konzerns. Dabei konnte das im Vorjahresvergleich gesunkene Operative Ergebnis im Gasspeichergeschäft unter anderem durch das erste vollständige Betriebsjahr des Offshore Windpark RIFFGAT und die im Vergleich zum Vorjahr witterungsbedingt zumindest wieder etwas höhere Durchleitung von Erdgas kompensiert werden. Der Anstieg der Investitionen um etwa 69 Mio. Euro auf 293,1 Mio. Euro (224,2 Mio. Euro) ist im Wesentlichen auf die Erstbefüllung der neuen Jemgumer Erdgaskavernen und zinsbedingt höhere Rekultivierungsrückstellungen im Gasspeichergeschäft zurückzuführen. Hinzu kommen die Übernahme eines kleineren Telekommunikationsnetzes sowie höhere IT-Investitionen.

Segment Vertrieb, Dienstleistungen und Handel
Das Segment Vertrieb, Dienstleistungen und Handel schließt nun auch die BTC-Gruppe des Konzerns mit ein. Dies unterstreicht die Zielsetzung, das Energie- und Telekommunikationsgeschäft immer stärker unter Einbindung von lnformationstechnologien zusammenzuführen. Der konzernexterne Umsatz sank infolge eines mengenbedingten Rückgangs der Stromumsatzerlöse im Vertrieb und geringerer Stromhandelserlöse um fast 273 Mio. Euro  auf 4.053,4 Mio. Euro (4.326,3 Mio. Euro). Dennoch ist das Segment das mit Abstand umsatzstärkste. Das Operative EBIT verbesserte sich im Vergleich zum stark belasteten Vorjahresergebnis (18,7 Mio. Euro) auf 80,4 Mio. Euro an. Der Anstieg geht auf verschiedene Einzeleffekte zurück. So konnte nicht nur das Ergebnis im Strom- und Telekommunikationsvertrieb, sondern durch die geringere stichtagsbedingte Abwertung von Gasspeichervorräten auch das im Energiehandel verbessert werden. Die Investitionen beliefen sich im Berichtsjahr auf 80,6 Mio. Euro (71,0 Mio. Euro), wobei ein Großteil der zusätzlichen Investitionen in das sogenannte Bitstream-Access-Programm floss.

Segment Ausland
Das Auslandsgeschäft von EWE in der Türkei und in Polen hat im Geschäftsjahr 2015 einen konzernexternen Umsatz in Höhe von 759,4 Mio. Euro (773,0 Mio. Euro) generiert. Das Operative EBIT des Segments konnte hingegen deutlich um rund 38 Prozent auf 25,3 Mio. Euro gesteigert werden (18,4 Mio. Euro). Das Ergebnisplus resultiert insbesondere aus günstigeren Gasbezugskonditionen. Die Investitionen erhöhten sich vor allem durch die Netzerweiterungen in den türkischen Regionen Iznik und Develi auf insgesamt 30,5 Mio. Euro (26,0 Mio. Euro).

Segment swb
Die swb-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2015 vor allem infolge geringerer Stromvermarktungserlöse aus konventionellen Kraftwerken einen Umsatzrückgang um über 156 Mio. Euro auf 1.052,1 Mio. Euro (1.208,3 Mio. Euro) hinnehmen müssen. Das Operative EBIT konnte hingegen durch Großkundenverträge im Erzeugungsgeschäft und Ergebnisverbesserungen im Erdgas- und Trinkwasservertrieb gegenüber einem vergleichsweise niedrigen Vorjahresergebnis auf 90,3 Mio. Euro verbessert werden (40,2 Mio. Euro). Die swb-Gruppe investierte mit 90,2 Mio. Euro rund 6 Mio. Euro mehr als im Vorjahr (83,8 Mio. Euro). Dieser Anstieg geht vor allem auf zinssatzbedingt höhere Rekultivierungsrückstellungen für den Rückbau der Kraftwerksblöcke des Kraftwerkgeländes Hafen zurück.

Ausblick 2016
EWE erwartet für das Geschäftsjahr 2016 insbesondere im Bereich der konventionellen Erzeugung weiterhin eine schwierige Marktsituation und darüber hinaus einen unverändert dynamischen Wettbewerb beim Vertrieb von Energie und Telekommunikation. Allerdings zeigt sich, dass neue Geschäftsaktivitäten bereits erste solide Ergebnisbeiträge liefern. Sofern negative Witterungseffekte und andere nicht vorhersehbare Entwicklungen ausbleiben, rechnet EWE für das laufende Geschäftsjahr mit einem operativen Ergebnis mindestens auf dem Niveau von 2015.

Kennzahlen des EWE-Konzerns

Segmente 2015 2014 Veränderung in %
Konzern
Umsatz 7.819,3 Mio. € 8.134,2 Mio. € -3,9
Operatives EBIT 428,1 Mio. € 427,5 Mio. € +0,1
Periodenergebnis -9,4 Mio. € 146,3 Mio. € -106,4
Investitionen 715,3 Mio. € 739,2 Mio. € -3,2
Mitarbeiter 8.855 9.154 -3,3
 
Erneuerbare, Netze und Gasspeicher
Umsatz 1.951,8 Mio. € 1.823,2 Mio. € +7,1
Operatives EBIT 314,4 Mio. € 312,1 Mio. € +0,7
Investitionen 293,1 Mio. € 224,2 Mio. € +30,7
Mitarbeiter 2.042 2.000 +2,1
 
Vertrieb, Dienstleistungen und Handel
Umsatz 4.053,4 Mio. € 4.326,3 Mio. € -6,3
Operatives EBIT 80,4 Mio. € 18,7 Mio. € +329,9
Investitionen 80,6 Mio. € 71,0 Mio. € +13,5
Mitarbeiter 3.188 3.534 -9,8
 
Ausland
Umsatz 759,4 Mio. € 773,0 Mio. € -1,8
Operatives EBIT 25,3 Mio. € 18,4 Mio. € +37,5
Investitionen 30,5 Mio.€ 26,0 Mio.€ +17,3
Mitarbeiter 832 818 +1,7
 
swb
Umsatz 1.052,1 Mio. € 1208,3 Mio. € -12,9
Operatives EBIT 90,3 Mio. € 40,2 Mio. € +124,6
Investitionen 90,2 Mio. € 83,8 Mio. € +7,6
Mitarbeiter 2.166 2.181 -0,7

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass sich die oben in der Tabelle aufgeführten Kennzahlen auf Konzernebene nicht unmittelbar aus den Kennzahlen der operativen Segmente ergeben, sondern hier noch Effekte aus dem Konzern-Zentralbereich und der Konsolidierung enthalten sind.