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23.04.2026 - EWE AG

EWE hebt Investitionen auf Zielniveau

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1,6 Milliarden Euro für klimaneutralere und widerstandsfähigere Energieversorgung
• Energie- und Telekommunikationsdienstleister legt Bilanz des Geschäftsjahres 2025 vor
• Operatives Ergebnis trotz Rückgängen im Wind- und Gasspeichergeschäft stabil
• Umsatz und Konzernergebnis wetter- und marktbedingt unter den Vorjahreswerten

Der Oldenburger Energie- und Telekommunikationsdienstleister EWE hat seine Investitionen in den Aufbau eines zunehmend klimaneutralen und digitalisierten Energiesystems im Geschäftsjahr 2025 auf das angestrebte Zielniveau gebracht: Über 1,6 Milliarden Euro (2024: 1,3 Mrd. Euro) flossen in die strategischen Wachstumsbereiche des mehrheitlich kommunalen Unternehmens – insbesondere in die Windenergie, Erzeugungsanlagen für grünen Wasserstoff und den Ausbau der regionalen Stromnetze. Im Vergleich zum langjährigen Mittel hat sich die jährliche Investitionsleistung damit verdreifacht. „Unsere Investitionen in den Umbau des Energiesystems wirken letztlich mehrfach: Sie eröffnen wirtschaftliche Chancen für den Nordwesten, stärken die Widerstandsfähigkeit Deutschlands und sichern die Freiheits- und Gestaltungsspielräume kommender Generationen“, erläuterte Stefan Dohler Vorstandsvorsitzender der EWE AG, bei der Bilanzvorstellung.

„Die geopolitischen Verwerfungen der vergangenen Monate und ihre Auswirkungen auf den Energiemarkt zeigen einmal mehr, dass der Wechsel auf erneuerbare Energien die beste Antwort ist, die wir geben können“, bekräftigte Dohler den klaren Wachstums- und Transformationspfad des Unternehmens. „Wir haben ausreichend Technologien zur Verfügung, die uns unabhängiger von fossilen Energieimporten machen und die Effekte des Klimawandels begrenzen. EWE setzt sie deshalb zusammen mit Partnern und unseren Kundinnen und Kunden in der Region auch konsequent ein.“ Wichtig sei, die wachsende Erzeugungskapazität aus Erneuerbaren in ein intelligentes Zusammenspiel mit Stromnetzen, Speichern und Flexibilitätsoptionen zu bringen.

Stärkerer Blick auf das Gesamtsystem nötig
Beim Aufbau der norddeutschen Wasserstoffwirtschaft ist EWE im abgelaufenen Geschäftsjahr vorangekommen: „In Emden haben die Arbeiten an unserem Wasserstoff-Elektrolyseur begonnen“, erläuterte Dohler, der die Baustelle kürzlich besuchte. Gleichzeitig verwies er auf die weiterhin bestehenden regulatorischen Herausforderungen: „Für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland braucht es moderne und pragmatische Rahmenbedingungen aus Brüssel – insbesondere für den Strombezug von Anlagen, die grünen Wasserstoff erzeugen werden.“ Dohler betonte in seinem Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr zudem, dass das Gelingen der Energiewende eine ganzheitlichere Perspektive erfordere: „Wir brauchen dringend einen echten Systemblick. Die energiewirtschaftliche Rahmensetzung muss zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium sowie der Bundesnetzagentur deutlich besser aufeinander abgestimmt werden.“ Dabei sei es richtig, die Kosten für Wirtschaft und Verbraucher im Blick zu behalten, „starres Festhalten an früheren Regelungen und konventionellen Geschäftsmodellen ist auf Dauer jedoch weder wirtschaftlich tragfähig noch würde es der Zukunftsfähigkeit eines modernen Industrielandes wie Deutschland gerecht“, mahnte Dohler.

Stabilität als Schlüssel für die Finanzierung der Transformation
Finanzvorstand Dr. Frank Reiners informierte über eine Kapitalerhöhung in Höhe von 500 Mio. Euro, die im Laufe des Geschäftsjahres 2026 wirksam werden soll. „Hierüber sind wir in guten Gesprächen mit unseren Anteilseignern, die unseren Wachstumspfad unterstützen.“ In seinen Ausführungen unterstrich er zudem die Bedeutung verlässlicher energiepolitischer Rahmenbedingungen für die Finanzierung der Transformation und die Wirtschaftlichkeit neuer Geschäftsbereiche: „Unsere Aufgabe ist es, die Energieversorgung in der Region zu vernünftigen Preisen zu gewährleisten und unsere Zukunftsbereiche sinnvoll und mit kaufmännischer Vernunft weiterzuentwickeln. Die aktuelle Weltlage und die Weichenstellungen in Berlin, Bonn und Brüssel beeinflussen daher potenziell die Geschwindigkeit, mit der wir unseren Wachstumspfad in den kommenden Jahren weiter beschreiten können. Es gilt, realistisch zu sein und seinen Kurs zum Ziel immer wieder prüfen – und das tun wir sehr sorgfältig.“

Solide Geschäftsentwicklung mit Prognoseabweichungen in einzelnen Segmenten
Insgesamt blickt der Vorstand der EWE AG auf eine solide Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2025 zurück. In einzelnen Segmenten weicht sie von der im vergangenen Jahr abgegebenen Prognoseerwartung ab.

Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz (ohne Strom- und Energiesteuer) in Höhe von 8.104,5 Mio. Euro (Vorjahr: 8.681,3 Mio. Euro). Das entspricht einem Rückgang in Höhe von -576,8 Mio. Euro (-6,6 Prozent) gegenüber dem Vergleichszeitraum. „Im Wesentlichen ist dies auf ein windschwaches Geschäftsjahr 2025, auf die weitere Normalisierung der Energiepreise sowie einen geringeren Absatz insbesondere bei den Geschäftskunden im Strombereich zurückzuführen“, gibt Reiners Einblick in die Gründe.

Das um Sondereffekte bereinigte operative EBIT (oEBIT) sank im Vorjahresvergleich um zehn Prozent auf 568,8 Mio. Euro (631,8 Mio. Euro). „Die Rückgänge im operativen EBIT sind ebenfalls vorrangig auf ein schwaches Windjahr 2025 zurückzuführen, sowie auf veränderte Bedingungen bei der Vermarktung unserer Erdgasspeicher“, so Reiners. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (oEBITDA) – die in einer Phase anhaltend hoher Investitionen für die Einschätzung der nachhaltigen Ertragskraft des operativen Geschäfts aussagekräftigere Kennzahl - liege mit 1.214,4 Mio. Euro (1.261,4 Mio. Euro) lediglich 3,7 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. „Wir können daher insgesamt von einer stabilen Ertragskraft des operativen Geschäfts sprechen“, so Reiners.

Das Konzern-Periodenergebnis ist im Geschäftsjahr 2025 rückläufig und liegt mit 96,2 Mio. Euro deutlich unter dem Ergebnis des Vorjahres (918,9 Mio. Euro). Zu diesem Rückgang tragen ein negativer Netto-Überhang der Bewertungseffekte im Bereich der Derivate sowie höhere Wertminderungen bei, die jedoch nicht kassenwirksam sind.

EWE erstmals als „Great Place To Work“ ausgezeichnet
Mit durchschnittlich 11.159 Mitarbeitenden im abgelaufenen Geschäftsjahr (10.899) ist EWE einer der größten Arbeitgeber im Nordwesten. Im Geschäftsjahr 2025 hat EWE zudem erstmals das international anerkannte "Great-Place-To-Work"-Arbeitgebersiegel bekommen. Bundesweit zählt der Konzern damit zu den besten fünf Prozent der Branche. Der Einzelabschluss der EWE AG nach HGB beträgt für das Geschäftsjahr 2025 insgesamt 411,3 Mio. Euro (650,8 Mio. Euro), ein Rückgang um 36,8 Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung auf dieser Basis eine Dividende in Höhe von 169 Mio. Euro vor.

Ausblick 2026
Vor dem Hintergrund der ambitionierten Wachstumsziele wird EWE ab dem Geschäftsjahr 2026 in der Steuerung eine Ergebnisgröße vor Abschreibungen in den Vordergrund stellen: Anstelle des „Operativen EBIT“ tritt das „bereinigte EBITDA“. Für das laufende Geschäftsjahr geht EWE davon aus, dass sich diese Kennzahl in einem Korridor von minus vier bis plus zwei Prozent konsolidiert. Beim Investitionsvolumen soll die Leistung nochmalig gesteigert werden, bevor sie sich auf stabilem Niveau einpendelt.  

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Ansprechpartner
Foto vom Pressesprecher Christian Bartsch
Christian Bartsch Pressesprecher

+49-441-4805-1811 christian.bartsch@ewe.de

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