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06.11.2026 - EWE GASSPEICHER GmbH

Huntorf: H2-Dichtheitstest bei Kavernenumbau erfolgreich

EWE rüstet in Huntorf eine bestehende Erdgaskaverne für die Wasserstoffspeicherung um. Jetzt wurde die Dichtheit der Bohrung bestätigt.

• Dichtheit mit Stickstoff und Wasserstoff nachgewiesen
• Wichtiger Meilenstein bei der Speicherumrüstung erreicht
• Speicher soll ab 2028 Wasserstoffversorgung stärken

EWE hat am Gasspeicherstandort Huntorf in der Wesermarsch einen wichtigen Meilenstein bei der Umrüstung einer bestehenden Erdgaskaverne zum Wasserstoffspeicher erreicht: Die dafür technisch angepasste Bohrung hat den Dichtheitstest bestanden, zunächst mit Stickstoff und anschließend mit Wasserstoff. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung für die künftige Wasserstoffspeicherung geschaffen. Ab 2028 sollen dort rund 16 Millionen Normkubikmeter Wasserstoff gespeichert werden können. So soll der Speicher die Versorgung insbesondere industrieller Abnehmer verlässlicher machen.

„Mit dem erfolgreichen Dichtheitsnachweis haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Wir zeigen in Huntorf, wie sich bestehende Energieinfrastruktur für die klimaneutrale Energieversorgung von morgen weiterentwickeln lässt“, sagt Peter Schmidt, Geschäftsführer der EWE GASSPEICHER GmbH. „Wasserstoffspeicher schaffen einen wichtigen Puffer zwischen Erzeugung und Verbrauch. Sie stellen Wasserstoff bedarfsgerecht bereit und stärken damit die Versorgungssicherheit.“

Wasserstofftest bestätigt sichere Abdichtung zum Gebirge

Bei der Umrüstung der bestehenden Erdgaskaverne kommt der Dichtheit der Bohrung eine besondere Bedeutung zu. Denn die besonders kleinen Wasserstoffmoleküle stellen hohe Anforderungen an die Abdichtung zum umgebenden Gebirge. Dazu wurde die bereits vorhandene Bohrung mit einer neuen, zementierten Rohrtour für die Wasserstoffspeicherung ertüchtigt. Zum Einsatz kamen dabei unter anderem ein weiterentwickelter Zement und ein zusätzliches Dichtelement.

„Wir haben die Dichtheit zunächst mit Stickstoff überprüft und anschließend auch mit Wasserstoff erfolgreich bestätigt. Alle ermittelten Werte liegen innerhalb der vorgegebenen Prüfkriterien. Auch in den überwachten Bereichen konnten wir keine auffälligen Druckveränderungen feststellen“, erklärt Projektleiter Hayo Seeba. „Damit haben wir nachgewiesen, dass die Abdichtung der Kavernenbohrung zum umgebenden Gebirge den Anforderungen für die Wasserstoffspeicherung entspricht. Das ist eine wichtige Grundlage für die weiteren Arbeiten.“

Zurückgreifen kann EWE auf Erkenntnisse aus dem Ende 2024 erfolgreich abgeschlossenen Pilotprojekt HyCAVmobil. Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hatte das Unternehmen am Gasspeicherstandort Rüdersdorf bei Berlin eine 500 Kubikmeter große Testkaverne errichtet. In mehreren Betriebszyklen gelang dort der Nachweis, dass Wasserstoff sicher unterirdisch gespeichert und wieder entnommen werden kann. Die Erkenntnisse aus dem fünfjährigen Vorhaben fließen nun in die großtechnische Speicherumrüstung in Huntorf ein.

Bauarbeiten am Speicherstandort gehen voran

Mit dem erfolgreichen Dichtheitstest ist ein wesentlicher Teil der untertägigen Vorbereitungen abgeschlossen. Ab Mitte November sind weitere Arbeiten an der Bohrung vorgesehen. Dabei werden das Rohrsystem für die spätere Ein- und Ausspeicherung des Wasserstoffs sowie zusätzliche Sicherheitstechnik eingebaut.

Parallel dazu schreiten die Arbeiten Obertage voran. Auf dem Speichergelände entstehen Fundamente, Kabeltrassen und Entwässerungsanlagen. Auch der Hochbau für die künftigen Betriebsgebäude beginnt. Anschließend folgt die Installation weiterer Anlagentechnik.

Zu den zentralen technischen Komponenten gehören zwei Wasserstoffverdichter, mit deren Lieferung EWE das Unternehmen NEUMAN & ESSER beauftragt hat. Sie spielen bei der späteren Ein- und Ausspeicherung des Wasserstoffs eine wichtige Rolle. Für die Wasserstoffaufbereitung hat EWE den Industriedienstleister Bilfinger mit dem Engineering, der Installation und der Inbetriebnahme einer Trocknungsanlage beauftragt. Diese entzieht dem aus der Kaverne entnommenen Wasserstoff Feuchtigkeit, bevor er wieder ins Netz eingespeist wird. Dabei soll Bilfingers H2Dry-Technologie erstmals im kommerziellen Maßstab zum Einsatz kommen.

Speicher und Wasserstoffnetz wachsen zusammen

Parallel zum Speicherumbau treiben die EWE-Konzerngesellschaften GTG Nord und EWE NETZ den Ausbau des Wasserstoff-Kernnetzes voran. Aktuell wird auch am künftigen Wasserstoff-Fernleitungsanschluss des Speichers in Huntorf gearbeitet. Die Bauarbeiten finden bereits auf dem Speichergelände sowie entlang der geplanten Leitungsverbindung statt.
Die Anbindung des Speichers ist Teil des Leitungsprojekts H₂Coastlink 2. Die Verbindung zwischen Huntorf und Sandkrug erstreckt sich über rund 34 Kilometer und umfasst die Umrüstung von etwa 28 Kilometern bestehender Erdgasleitungen sowie den Neubau von sechs Kilometern Wasserstoffleitung. Die Leitung soll bis Ende 2027 betriebsbereit und an den Wasserstoffspeicher angeschlossen sein.

Mit H₂Coastlink 1 entsteht zudem eine rund 24 Kilometer lange neue Wasserstoffleitung zwischen Emden und Leer. Sie soll künftig den von EWE in Emden erzeugten Wasserstoff in das überregionale Wasserstoffnetz transportieren. Solche Verbindungen sind entscheidend, damit Wasserstoff von den Erzeugungsanlagen zu Speichern und weiter zu industriellen Abnehmern gelangen kann.

Wasserstoffhochlauf braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Der Speicherumbau in Huntorf ist Teil des EWE-Großvorhabens „Clean Hydrogen Coastline“. Dazu gehört auch die derzeit im Bau befindliche 320-Megawatt-Wasserstofferzeugungsanlage in Emden. Gemeinsam mit der neuen und umgerüsteten Pipeline-Infrastruktur und dem künftigen Speicher in Huntorf entsteht so schrittweise eine integrierte Wasserstoffinfrastruktur in Nordwestdeutschland. Das Vorhaben wird im Rahmen des europäischen IPCEI-Programms (Important Project of Common European Interest) von Bund und Land Niedersachsen gefördert.

Für EWE ist Huntorf ein erster Schritt auf dem Weg zu einer umfassenden Wasserstoffspeicherinfrastruktur.

„Wir investieren heute in Infrastruktur, die für den Wasserstoffhochlauf von morgen gebraucht wird. Die Unterstützung durch den Bund und das Land Niedersachsen ist dabei ein wichtiges Signal“, betont EWE GASSPEICHER-Geschäftsführer Peter Schmidt. „Damit es langfristig nicht bei einzelnen Vorreiterprojekten bleibt, brauchen wir jedoch verlässliche regulatorische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Investitionen in weitere Wasserstoffspeicher müssen wirtschaftlich tragfähig und planbar sein. Zugleich müssen Erzeugung, Netzausbau, Speicherung und Nachfrage Hand in Hand gehen. Nur so kann sich eine leistungsfähige Wasserstoffwirtschaft entwickeln.“

Zahlen und Fakten auf einen Blick

  • Standort: Huntorf, Landkreis Wesermarsch, Niedersachsen
  • Betreiber: EWE GASSPEICHER GmbH
  • Vorhaben: Umrüstung einer von sieben bestehenden Erdgaskavernen
  • Arbeitsgasvolumen: Rund 16 Millionen Normkubikmeter Wasserstoff
  • Umgerechnete Speichermenge: Rund 1.440 Tonnen Wasserstoff
  • Ein-/Ausspeicherleistung: Insgesamt 35.000 Normkubikmeter pro Stunde
  • Aktueller Meilenstein: Erfolgreicher Dichtheitsnachweis der für Wasserstoff ertüchtigten Bestandsbohrung mit Stickstoff und Wasserstoff
  • Geplante Inbetriebnahme: 2028
  • Geplanter Anschluss an das Wasserstoff-Kernnetz: 2028
  • Gesamtprojekt: Clean Hydrogen Coastline
  • Förderung: Europäisches IPCEI-Programm, unterstützt durch Bund und Land Niedersachsen

Das Projekt „Clean Hydrogen Coastline“ zum Aufbau einer Wasserstoff-Wirtschaft im Nordwesten Deutschlands wird unterstützt und gefördert von:

IPCEI Logozusammenstellung EWE_H2-Projekte
Ansprechpartner
Foto von Pressesprecherin Nadine Auras
Nadine Auras Pressesprecherin

+49-3341-382-103 nadine.auras@ewe.de

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