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Energieautarkie

Angesichts der hohen Preise für Gas und Öl als Energieträger informieren sich immer mehr Menschen über eine alternative Stromversorgung. In den Vordergrund rückt hierbei die Energieautarkie – also die Energieversorgung unabhängig vom Staat.

Bei einer energieautarken Lebensweise wird nur der Strom genutzt, den du selbst produzierst. Das bedeutet, dass du nicht durch zentrale große Anlagen Strom einspeist, sondern dezentral beispielsweise von deiner eigenen Photovoltaikanlage. Welche Vor- und Nachteile das Konzept hat und ob es möglich ist, in Deutschland energieautark zu leben, erfährst du hier.

Was heißt Energieautarkie?

Autark bedeutet, dass man sich (wirtschaftlich) unabhängig macht und nur von den selbst produzierten Rohstoffen und Dienstleistungen lebt. Dabei können private Haushalte, aber auch ganze Gemeinden autark leben. Energieautarkie heißt demnach, dass man selbst Energie erzeugt und ausschließlich diese Energie zum Leben nutzt. Es wird bei einer energieautarken Lebensweise also kein Strom aus externen Energiequellen hinzugezogen. Möchte man auf diese Weise leben, muss das eigene Haus eine eigene Energiequelle besitzen, um es mit Strom zu versorgen.

Bei der Energieautarkie unterscheidet man zwischen echter und bilanzieller Energieautarkie. Während ein Haus bei einer echten Autarkie keine externe Energie benötigt, ist bei einer bilanziellen autarken Energieversorgung im Winter meist ein externer Energieanschluss nötig. Das liegt daran, dass die Photovoltaikanlagen im Sommer mehr Energie als im Winter produzieren, im Winter jedoch mehr Energie als im Sommer gebraucht wird. Produktions- und Nachfragefenster sind versetzt. Die Energieversorgung durch die Sonne als Energieträger kann somit nicht verlässlich zu jedem Zeitpunkt erfolgen. 

Energieautark leben

Haus mit PV Anlage auf dem Dach

Um energieautark zu leben, benötigst man für die Stromversorgung als Erstes eine eigene Energiequelle wie zum Beispiel eine Photovoltaikanlage. Diese Anlagen nutzen die Sonnenenergie, um nachhaltig Strom zu erzeugen. Dafür die Anlage an eine Wärmepumpe angeschlossen. Mit Solarthermien kann zudem auch die Wärme der Sonne genutzt werden. Um die Wärme zu speichern wird ein Wärmespeicher in der Nähe des Gebäudes benötigt. Für die Energieerzeugung kommt auch die Geothermie als erneuerbare Energie infrage. Da nur so viel Energie genutzt werden kann, wie der Energiespeicher hergibt, sollte auf energieeffiziente Elektrogeräte gesetzt und der eigene Stromverbrauch der Energieversorgung sollte angepasst werden. Wie effizient die Geräte sind, kann anhand der Energieeffizienzklassen festgestellt werden.

Vor- und Nachteile der Energieautarkie

Vorteile

Der größte Vorteil von Energieautarkie ist, die daraus resultierende wirtschaftliche Unabhängigkeit, indem man nicht auf die externe Energieversorgung angewiesen ist. So wirken sich steigende Energiekosten nur marginal auf die eigene Person aus. Die Anschaffung der Photovoltaik-Anlage, die an die Wärmepumpe angeschlossen wird, ist zwar teuer, dafür können hiermit später eine Menge Energiekosten gespart und Räume mit eigener Energieanlage geheizt werden. 

Darüber hinaus zählt Sonnenenergie zu den nachhaltigen Energieträgern. Mit dem Einsatz dieser erneuerbaren Energie trägt man somit zum Umweltschutz und der Energiewende bei. Eine andere nachhaltige Möglichkeit, um selbst Energie herzustellen, sind Geothermie-Anlagen oder solche, die Energie mithilfe von Biomasse erzeugen.

Nachteile

Um die Sonnenenergie nutzen zu können, wird ein eigenes Grundstück benötigt, auf dem das Haus nach Süden ausgerichtet ist und die Anlage installieren werden kann. Nur bei der richtigen Ausrichtung fällt ausreichend Sonnenlicht auf die Kollektoren und Module der Photovoltaikanlage. Als Mieter ist es deshalb schwierig energieautark zu leben. Im Winter müssen darüber hinaus meist andere Energiequellen zusätzlich genutzt, wie z.B. Pelletöfen oder externe Quellen, da Sonnenenergie nicht immer verfügbar ist und auch nicht unendlich lange gespeichert werden kann.

Ein weiterer Nachteil des Konzepts ist, dass nur so viel Strom verbraucht werden darf, wie von der Energiequelle produziert werden kann. Demnach muss der Verbrauch der Produktion angepasst werden. Das bedeutet, dass nicht massenweise Strom verbraucht werden kann, da dieser irgendwann aufgebraucht ist. Stromsparen kann auch heißen, dass neue elektrische Geräte zugelegt werden müssen, die eine hohe Energieeffizienz aufweisen und zum eigenen Stromverbrauch passen. Damit die Wärme in den Räumen bleibt, sind zusätzliche Maßnahmen wie eine Wärmedämmung notwendig, wenn das Haus älter und die Dämmung unzureichend ist. Wer also energieautark leben möchte, muss hohe Kosten erwarten und in hochwertige Technik investieren.

Fazit zur Energieautarkie

Um energieautark zu leben, wird eine eigene Energiequelle, wie Solarthermien oder Photovoltaikanlagen, für eine zuverlässige Stromversorgung benötigt. Obwohl die Anschaffung mit hohen Kosten verbunden ist, können mit Photovoltaikanlagen und Sonnenkollektoren Energiekosten gespart werden und es entsteht eine Unabhängigkeit von den steigenden Preisen für Öl und Gas. Eine echte Energieautarkie in großen Gebäuden ist hierzulande jedoch schwierig, weil im Winter keine Sonnenenergie zur Verfügung steht, die das Haus mit Energie versorgt. So ist man in der kalten Jahreszeit dennoch auf externe Energiequellen angewiesen oder auf Öfen, die eine bilanzielle Energieautarkie ermöglichen. Eine echte Autarkie ist nur bei Gebäuden wie Ferienhäusern möglich, die nicht das ganze Jahr über genutzt werden.

Gibt es also eine Alternative zur energieautarken Lebensweise? Wenn nicht die Möglichkeit besteht, unabhängig von externen Energiequellen zu leben, kann trotzdem ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet und Energie gespart werden. Der erste Schritt ist, auf erneuerbare Energien zu setzten und zu versuchen, an allen Ecken Strom zu sparen. Auch Geräte mit einer hohen Energieeffizienz machen einen Unterschied bei der Abrechnung. 

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