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Biogas

In Zeiten des Ukraine-Konflikts rücken die Sicherung der Energieversorgung und die Unabhängigkeit von anderen Ländern immer mehr in den Vordergrund. Biogas ist ein erneuerbarer Energieträger, der in Deutschland in Biogasanlagen in großen Mengen hergestellt werden kann. Doch obwohl es nachhaltig ist und unabhängig von anderen Ländern hergestellt werden kann, besteht Biogas zum Großteil aus Methan – ein klimaschädliches Treibhausgas. 

Was ist Biogas?

Foto einer Biogasanlage

Biogas ist ein Gas, das für die Energiegewinnung eingesetzt wird. Es entsteht, wenn Biomasse vergärt, beziehungsweise sich zersetzt. Dafür werden Rohstoffe wie Abfälle, Pflanzen oder Gülle unter Luftabschluss in eine Biogasanlage gefüllt. Bei dem Zersetzungsprozess in der Anlage entsteht Biogas. Mais ist ein Rohstoff, der am häufigsten dafür eingesetzt wird. Gülle und Bioabfälle machen nur einen Anteil von 20 % aus. Da das Gas natürlichen Ursprungs ist, wird es auch als umweltfreundlichere Variante zum Erdgas angesehen und zählt zu den erneuerbaren Energien.

Der Gärungsprozess findet in einer Biogasanlage mithilfe von Mikroorganismen statt, welche die Abfälle, Pflanzen oder Gülle zersetzen. Die genaue Zusammensetzung von Biogas hängt von den Rohstoffen, die sich zersetzen, und der Art der Herstellung ab. Hauptbestandteile des Gases sind jedoch immer Methan (50 % - 75 %) und Kohlenstoffdioxid. Die wichtigste Komponente ist aber das Methan, welches für die Stromerzeugung in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) genutzt wird.

Andere Stoffe wie Stickstoff und Schwefelwasserstoff gehören mit einem geringen Anteil dazu, werden aber meist aus dem Gas entfernt, da sie nicht für die Energiegewinnung genutzt werden können. Wird auch Kohlenstoffdioxid aus dem Gas entfernt, dann erhält man Biomethan, welches ebenfalls in das Erdgasnetz eingespeist und für die Strom- und Wärmeproduktion genutzt wird. Biomethan ist CO2- und schwefelfrei. 

Vor- und Nachteile von Biogas

Da Biogas einen natürlichen Ursprung hat, gibt es viele Befürworter für diesen Energieträger. Genau wie erneuerbare Energien stehen die Rohstoffe, die für die Biogas-Herstellung verwendet werden, unbegrenzt zur Verfügung. Ein weiterer Vorteil ist, dass Betreiber wie zum Beispiel Landwirte mit der Anschaffung einer Biogasanlage zusätzlich Profit machen können. Zudem kann eine Förderung für die Anlagen in Anspruch genommen werden.

Die Biogasanlagen werden im Gegensatz zu Photovoltaikanlagen unabhängig vom Wetter eingesetzt. Die Einspeisung in das Erdgasnetz kann sofort geschehen, der Strom kann aber auch für längere Zeit gespeichert werden. Vergleicht man Biogas mit den fossilen Brennstoffen wie Kohle und Erdgas, dann sieht man, dass bei der Verbrennung des Gases weniger CO2 freigesetzt wird.

Da die meisten Gasanlagen als Biomasse Mais verwenden, wächst der Maisanbau jedoch stetig, was zu einer Monokultur führt. Anstatt andere Nahrungsmittel anzupflanzen, wird auf Mais gesetzt, was den Boden nachhaltig schädigen kann. Da Biogas hauptsächlich aus Methan und Kohlenstoffdioxid besteht, ist es darüber hinaus wichtig, die Anlagen regelmäßig zu warten, um Lecks zu vermeiden, durch die Gase entweichen können. Denn Methan ist sehr klimaschädlich und darüber hinaus entzündbar. Tritt Methan aus den Anlagen aus, gelangt das Treibhausgas ungehindert in die Atmosphäre und verstärkt den Treibhauseffekt.

Nutzung von Biogas

Biogas ist vielfältig einsetzbar. So kann es nicht nur für die Stromerzeugung in das Gasnetz eingespeist, sondern auch zu Wärme umgewandelt werden oder als Kraftstoff dienen. Um Biogas als Kraftstoff zu verwenden, wird es zuerst komprimiert und dann in Druckbehältern gespeichert. Auch einige Geräte im Haushalt können mit Biogas betrieben werden. Die Gärreste, die bei der Vergärung in der Gasanlage übrig bleiben, können Betreiber als Düngemittel nutzen, sofern sie der Düngemittelverordnung entsprechen.

In Deutschland wird Biogas vorrangig für die Stromerzeugung genutzt und in das Gasnetz eingespeist. Es wird hierzulande nur zu einem geringen Anteil als Treibstoff verwendet. Derzeit gibt es nur wenige Tankstellen, die das verflüssigte Gas anbieten. Da Biogas zu den erneuerbaren Energien gehört, wird es vom Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Deutschland gefördert. Derzeit gibt es über 9.000 Biogasanlagen in Deutschland, die Strom erzeugen. Damit ist Biogas ein wichtiger Bestandteil der erneuerbaren Energien.

Biogas und Klimaschutz

Biogas zählt zusammen mit Wasser-, Windkraft, Sonnenergie und Geothermie zu den erneuerbaren Energien. Das bedeutet, dass die Energiequellen unerschöpflich sind und bei der Erzeugung von Strom kein oder nur wenig CO2 ausgestoßen wird. Für die Herstellung von Biogas wird natürliche Biomasse wie Pflanzen, Abfälle oder Gülle verwendet. Es kommen keine fossilen Brennstoffe, die abgetragen werden müssen, zum Einsatz. Das wirkt sich positiv auf den Klimaschutz aus. Denn im Vergleich zu fossilen Energieträgern erzeugen Biogasanlagen je nach Rohstoff bis zu 500 g/kWh weniger Treibhausgasemissionen.

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