Navigation
Foto von Frau an Strand guckt aufs Meer

Stürmische Zeiten in der Energiewelt

Eine Einordnung der Geschehnisse

25.04.2022 − Die Geschehnisse der letzten Wochen und Monate werfen viele Fragen auf und sorgen für Unsicherheit bei den Menschen in Deutschland, aber auch weltweit. Ist die Energieversorgung in Deutschland sichergestellt? Wie können wir uns als Gesellschaft von Energieabhängigkeiten schnell und nachhaltig befreien? Wir ordnen die Entwicklungen und Geschehnisse hier ein.

Krieg als Mittel der Durchsetzung von Interessen ist in jeder Form inakzeptabel. Wir als EWE verurteilen den Angriffskrieg Russlands und unterstützen klar die politischen Entscheidungen der Bundesregierung, wie auch die im Verbund mit EU und NATO veranlassten Sanktionen. Dabei machen wir darauf aufmerksam, dass eine funktionierende und nachhaltige Energieversorgung als Teil kritischer Infrastruktur systemrelevant ist. Unser Wirken steht unter dem Ziel, die Marktfunktionen aufrechtzuerhalten und negative Effekte für Verbrauchende abzufedern.

Wir leisten einen konkreten Beitrag, kurzfristige und mittelfristige Lösungsansätze für die stärkere Unabhängigkeit von russischen Energielieferungen zu benennen und umzusetzen. Dabei ist für EWE klar, dass Klimaneutralität und Versorgungssicherheit zusammenhängen. 

Sobald sich die aktuelle Lage in der Ukraine verschärft bzw. sich neue Entwicklungen abzeichnen, informieren wir umfassend und rechtzeitig an dieser Stelle. Diese Aktualisierungen und mögliche Änderungen werden wir kenntlich machen.

Versorgungssicherheit im Fokus

Aktuell gibt es keine Versorgungseinschränkungen

Für uns steht die sichere Versorgung unserer Kundinnen und Kunden an erster Stelle. Durch umsichtiges Handeln in der vergangenen Heizperiode liegen die Füllstande unserer Gasspeicher über den Werten des Vorjahres. Wie bereits in der Vergangenheit, steht EWE hier als starker Partner für die Region und sorgt dafür, dass das Zuhause warm, hell und schnell bleibt. Die langjährige Erfahrung mit erneuerbaren Energien sowie das lange Bestehen am Markt helfen uns hierbei. Jeden Tag bewerten wir die Lage neu und prüfen, welche Maßnahmen sinnvoll sind und unsere Kundinnen und Kunden schützen. Dabei zahlt sich das starke Engagement des Konzerns für den Ausbau erneuerbarer Energien nun umso mehr aus.

Wir wissen, welche Schritte nun notwendig sind, damit der Anteil von Windenergie oder auch das Hochfahren der Wasserstoffproduktion schnell gelingen kann. In Gesprächen mit Politik setzen wir den Fokus genau auf diese Punkte, um die Abhängigkeit von russischer Kohle und russischem Gas schnell zu durchbrechen.

Wie wirken sich die Geschehnisse in der Ukraine auf die Energiemärkte aus?

Viele Menschen fordern einen sofortigen Stopp der Energieimporte aus Russland. Aus moralischen Gesichtspunkten ist diese Forderung sofort nachvollziehbar. Jedoch ist es aus unserer Sicht richtig, eine solche Entscheidung nicht leichtfertig zu treffen. Denn ein solches Embargo würde schwere wirtschaftliche Schäden zur Folge haben. Der Weg der Bundesregierung, schrittweise und sorgfältig an der Loslösung von russischen Energielieferungen zu arbeiten, ist daher nachvollziehbar. Ohnehin verzeichnen wir enorme Schwankungen auf den Energiemärkten, welche bereits vor Beginn des Krieges in der Ukraine zu spüren waren. Das Resultat der Schwankungen 2021: unterschiedliche Insolvenzen bei Discount-Lieferanten, die zu hohen Unsicherheiten bei den privaten Haushalten führten und weiterhin führen. 

Wichtig ist es, die Geschehnisse in der Ukraine täglich neu zu bewerten und weitere Maßnahmen zu prüfen. „In jedem Fall wird der Weg aus der Energieabhängigkeit von Russland beschleunigt“, so Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender von EWE. Die Lage ist derzeit kompliziert und unübersichtlich, weshalb wir das Vorgehen permanent neu bewerten.

In unterschiedlichen Krisenstäben auf politischer Ebene und in Branchenverbänden ist EWE vertreten, um mit Expertise und Erfahrung bei unterschiedlichen Lösungen für die nationalen Versorgungsprobleme zu unterstützen. 

EWE ist Teil der Lösung für die aktuell spürbaren Herausforderungen und hat darüber hinaus auch den Klimaschutz weiter fest im Blick. Stefan Dohler, EWE-Vorstandsvorsitzender

Um weiterhin schnell und zielorientiert handeln zu können, wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klima (BMWK) am 30. März 2022 die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Hintergrund dafür ist eine präventive Vorbereitung sowie die Möglichkeit, dass betroffene Akteure noch enger und vernetzter zusammenarbeiten können. Unabhängig von dieser Entscheidung ist die Versorgung von Kundinnen und Kunden des EWE-Konzerns weiterhin gesichert. Vertiefende Informationen zu diesem Thema finden sich auf einer eigens erstellten Seite. 

Was bedeutet die Lage für das Tempo der Energiewende?

Durch den Angriffskrieg gegen die Ukraine muss die Energiepolitik der letzten Jahre kritisch hinterfragt werden. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Abhängigkeit von russischem Gas. Politik und Wirtschaft befinden sich im Krisenmodus, um schnelle und nachhaltige Lösungen zu finden. Dabei muss die aktuelle Lage der Energiesituation in Deutschland in drei zeitliche Horizonte differenziert werden: die kurzfristige Perspektive bis zu diesem Winter, die mittelfristige Perspektive der nächsten zwei bis drei Jahre und letztlich die langfristige Perspektive. Auf welche Punkte und Schritte kommt es in den unterschiedlichen Horizonten nun wirklich an? Welche Maßnahmen sind jetzt zu ergreifen?

Welche Schritte müssen jetzt kurzfristig erfolgen?

Heute schon die Weichen auf Zukunft stellen.

Schwimmende LNG-Terminals, welche beispielsweise Flüssiggas aus den vereinigten Staaten nach Deutschland transportieren und nutzbar machen, können als Brückentechnologie einen wertvollen Beitrag zum Durchbrechen der fossilen Abhängigkeit von Russland leisten. EWE begrüßt die Entscheidung, eines der schwimmenden Terminals in Wilhelmshaven zu stationieren. Aufgrund der langen Tätigkeit in der Versorgung mit Energie kann EWE hier als starker Partner agieren und bei der Anbindung fachlich unterstützen, damit die Nutzung eines solchen Terminals schnellstmöglich erfolgen kann. Wichtig ist, dass die Politik ihren Teil durch schnelle und einfache Planungsprozess ebenfalls beiträgt.

Die Stabilisierung der energiewirtschaftlichen Lage prägt die nächsten Tage, Wochen und Monate. Dabei können wir alle zusammen einen wichtigen Beitrag leisten: Je mehr Energie wir jetzt gemeinsam sparen, desto vorbereiteter können wir in die nächste Heizperiode schauen. Daher begrüßt EWE die Empfehlung des BMWK, das eigene Verbrauchsverhalten dort weiter zu optimieren, wo es möglich ist.

Energie sparen und so einen Beitrag leisten

Energie sparen ist für EWE seit langer Zeit ein wichtiges Thema. Durch den herrschenden Angriffskrieg in der Ukraine ist ein nachhaltiger Umgang mit Strom und Gas deutlich noch einmal deutlich präsenter geworden. Jede Kilowattstunde, die wir jetzt einsparen, hilft uns im nächsten Winter doppelt. Vor allem bei Erdgas als Energieträger kann unser Verhalten einen wichtigen Beitrag in der aktuellen Zeit leisten. Je mehr Energie wir derzeit nicht verbrauchen, desto weniger Ressourcen müssen für den nächsten Winter nachgekauft werden. Und da uns als EWE dieses Thema schon lange begleitet, stellen wir viele Tipps und Informationen dazu an folgenden Stellen zur Verfügung:

Was muss mittelfristig passieren?

LNG-Terminals als sinnvolle Brückentechnologie.

Im zweiten Horizont der Energiewende sind kreative Lösungen gefragt. Wie kann der Energieverbrauch in Summe gesenkt werden? Durch welche Maßnahmen und Lösungen lassen sich russische Energielieferungen kompensieren? EWE ist davon überzeugt, dass der Kohleausstieg richtig und wichtig ist. Nur so kann Deutschland als Nation klimaneutral werden und die Umwelt sowie das Klima nachhaltig schützen. Ein Festhalten an Kernenergie lehnt EWE weiterhin ab. Zu überlegen ist jedoch, ob einzelne Kohlekraftwerke angesichts der aktuellen Herausforderung etwas länger in Betrieb oder Reserve bleiben sollten. Auch das bereits erwähnte Flüssiggas-Terminal ist eine Technologie auf Zeit und kann in den kommenden Jahren einen wichtigen Beitrag leisten. Jedoch unter der Prämisse, eine Brückentechnologie auf dem Weg in eine klimaneutrale Energieversorgung und anschließend für Wasserstoffimporte nutzbar zu sein. 

LNG in Wilhelmshaven − Stand zu den schwimmenden Terminals

mehr Infos

Wie kommen wir nachhaltig aus der aktuellen Abhängigkeit?

Hohes Tempo für den Ausbau von Wind und Wasserstoff.

Wie kommen wir als Gesellschaft nachhaltig aus dieser Versorgungsabhängigkeit? Diese Frage steht im Fokus der langfristigen Sicht. Elementar sind Rolle als auch Ausbau der erneuerbaren Energien wie Windkraft und Wasserstoff. Bei beiden Energiearten spielt EWE eine tragende Rolle in der Energiewirtschaft. Bereits vor mehreren Jahrzehnten haben wir das Fundament für die Erzeugung von Strom durch Windkraft gelegt. Diese starke und wichtige Pionierarbeit zahlt sich bereits heute aus, für die Zukunft wird unsere Fachkenntnis rund um erneuerbare Energieträger noch wichtiger.

EWE ist davon überzeugt, dass das aktuelle Kriegsgeschehen in der Ukraine zu einer Beschleunigung für nachhaltige Energielösungen in Deutschland führen wird. Wichtig ist hierbei der politische Rahmen. Damit unsere Versorgung in Deutschland nachhaltig und zukunftsorientiert wird, bedarf es schnelleren Planungs- und Genehmigungsverfahren für zum Beispiel Windkraft. Ebenfalls muss die nationale Wasserstoffproduktion gefördert und massiv gestärkt werden, um nur einige Beispiele zu nennen. Konkret hat EWE der Politik einen Maßnahmenplan vorgelegt, der ein höheres Tempo in allen zeitlichen Phasen schafft. Wesentlich ist dabei, dass Versorgungsicherheit und Klimaneutralität zusammenhängen und sich nicht ausstechen dürfen. Durch eine hohe Geschwindigkeit in der Energiewende können aus erneuerbaren Energien letztlich wirkliche „Freiheitsenergien“ entstehen, die wir gerade in der jetzigen Zeit mehr denn je brauchen. Und genau dieses Ziel verfolgen wir bei EWE seit Jahren.

Was heißt das für Kundinnen und Kunden bei EWE?

Diese Frage stellen sich sicherlich viele Menschen in unserem Versorgungsgebiet. Dabei teilen sich die Fragen in zwei Themengebiete, nämlich Versorgungssicherheit und Preisentwicklung. Bereits im vergangenen Jahr gab es starke Schwankungen an den Energiemärkten. Trotz eines massiven Preisanstiegs hat EWE vorsorglich und entgegen marktlicher Bedürfnisse im Herbst 2021 zusätzliche Mengen Erdgas eingespeichert, um die Versorgungssicherheit weiterhin zu gewährleisten.

Dieser zukunftsorientierte Blick ermöglicht uns nun, kurzfristige Unterbrechungen russischer Gaslieferungen aus unserer eigenen Infrastruktur heraus kompensieren zu können. Kundinnen und Kunden von EWE müssen also vorerst keine Einschränkung in der Gasversorgung befürchten. 

Wie entwickeln sich die Energiepreise nun konkret?

Ein Treiber für die derzeitige Dynamik am Markt ist - neben anderen Faktoren wie einem schwachen Windjahr 2021 - die geopolitische Lage in Teilen Osteuropas. Die sichtbare Verschärfung des Konflikts sorgt dafür, dass dieser Faktor weiter an Bedeutung gewinnt. Wie schnell wird sich demnach die Situation an den Märkten wieder beruhigen beziehungsweise normalisieren? Leider kann diese Frage aktuell niemand beantworten, auch EWE nicht. Die Marktlage hängt eng mit den Entwicklungen in der Ukraine zusammen. Je schneller eine Lösung für die Menschen vor Ort und den Gesamtkonflikt gefunden wird, desto schneller entspannt sich folglich der Gesamtmarkt. Natürlich beobachten wir die Entwicklung auf den Energiemärkten sehr intensiv.

Aus unserer Sicht hat der Staat diverse Möglichkeiten, um die Preissituation für Verbrauchende zu entschärfen. Einzelne Maßnahmen wurden bereits verabschiedet. Einen großen Teil der Preise bilden Abgaben, Umlagen und Steuern. An dieser Stelle können politische Akteure für weitere Entlastung der Haushalte sorgen, unter anderem bei der Energie- und Stromsteuer. Auch ein Nachschärfen der Mehrwertsteuer bei Energiepreisen konnte zu einer spürbaren Entspannung der Preissituation führen. Wir finden es zudem richtig, die Menschen in den Fokus zu nehmen, die von den Entwicklungen am schlimmsten getroffen werden. Heizkostenzuschüsse für diese Haushalte begrüßen wir.

Große Bereitschaft für Hilfen durch Mitarbeitende im Konzern

Täglich wächst die Zahl der vor dem Krieg in ihrer Heimat Geflüchteten, die aus der Ukraine im Nachbarland Polen ankommen. Auch im Gebiet von EWE Polska im Westen Polens ist der Bedarf an Hilfsgütern in den verschiedenen Aufnahmeeinrichtungen mittlerweile sehr groß, weil die Zahl derer steigt, die „keine Adressen“ haben, d. h. keine Familien, Bekannten, Freunde vor Ort. Sie müssen von den Gemeinden untergebracht und versorgt werden. Im Verbund mit zahlreichen Ehrenamtlichen, Verbänden, Kirchen und Unternehmen engagieren sich dort auch viele Kolleginnen und Kollegen der polnischen EWE-Tochtergesellschaft für die Menschen.

Auch in unserer Heimatregion im Nordwesten Deutschlands ist die Motivationen unter Mitarbeitenden von EWE hoch, schnell und unkompliziert zu helfen. An unterschiedlichen Stellen im Versorgungsgebiet wurden umfangreich Sachspenden für Geflüchtete gesammelt. Diese sind Ende März bei unterschiedlichen Flüchtlingsunterkünften in den Gemeinden Miedzyrzecz und Krosno angekommen. Auch Feldbetten aus der Pandemievorsorge samt Decken und Kissen wurden schnell und unkompliziert nach Polen geliefert. Die Aktion würde von unterschiedlichen Abteilungen mit tatkräftiger Unterstützung durch ehrenamtlich Helfende logistisch geplant und umgesetzt. Derzeit ist EWE auch mit deutschen Gemeinden und Kommunen im Dialog, um bei Maßnahmen und Hilfsangeboten zu unterstützen. 

Dabei erreichen die Ideen auch die Produktwelten von EWE. So sind seit Mitte März in einer spontanen Aktion alle Standardanrufe und -SMS aus Deutschland in die Ukraine sowie aus der Ukraine nach Deutschland gebührenfrei.

Ein Krisenstab innerhalb des Unternehmens prüft dabei rund um die Uhr, mit welchen Maßnahmen EWE den Menschen in der Ukraine noch helfen kann. Erste Geldspenden wurden ebenfalls auf den Weg gebracht, weitere sind aktuell in Abstimmung. Mitarbeitende von EWE zeigen hier weiter ein starkes Engagement wie auch einen starken Willen, den Menschen zu helfen. Beinahe täglich erreichen den Krisenstab neue Ideen und Vorschläge, um die Hilfsleistungen von EWE noch breiter aufstellen zu können.

Informationen zu erneuerbaren Energien
Zwei Windkrad-Techniker aus Froschperspektive von hinten
Starker Rückenwind für mehr Windenergie im Norden

Für das Gelingen einer unabhängigen Energieversorgung ist der Ausbau von Windenergie essenziell. EWE spricht sich klar dafür aus, die Kapazitäten massiv auszubauen und so die Abkehr von fossilen Energieträgern zu beschleunigen. Mit Alterric haben EWE und AWS einen der größten Grünstromerzeuger Europas geschaffen – ein klares Bekenntnis für nachhaltige Energien. Wir beleuchten die unterschiedlichen Perspektiven der Freiheitsenergie Wind. Welche Vor- und Nachteile biete Wind? Wie steht es um den aktuellen Ausbau und gibt es eigentliche weitere Ansätze zur Nutzung von Windkraft? Wir geben die Antworten auf diese und weitere Fragen!

mehr erfahren
Wasserstoffspeicher
Wasserstoff: Ein Schlüssel für die Energiewende

Energieabhängigkeit und Versorgungssicherheit dominieren derzeit die Energiewirtschaft. Eine Lösung für beide Themen bietet der Energieträger Wasserstoff. Gerade in unserem Versorgungsgebiet bieten sich hervorragende Voraussetzungen für eine umfassende Produktion dieses Energieträgers. Ob Speichermöglichkeiten, Versorgungsnetze oder genügend Strom für die Herstellung – die Küsten im Norden bieten viele Möglichkeiten. EWE setzt sich für ein massives Hochfahren der Produktion sowie für eine nationale Strategie ein. Wir stellen den Energieträger der Zukunft sowie seine unterschiedlichen Facetten im Portrait einmal genauer vor!

mehr erfahren