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10.05.2022 - EWE AG

Arbeiten in Teilzeit? Ja klar!

Wo steht EWE in Sachen Diversity aktuell? In dieser Serie bis zum Diversity-Tag am 31. Mai berichten Männer von ihren Erfahrungen mit Teilzeit und Elternzeit, ihren Motiven und ihrem Bild von Partnerschaft und Familie. EWE wird vielfältiger und bunter. Dieses mal: Ludger Huntemann, Assetmanager bei EWE NETZ

Ludger Huntemann auf einem Lastenrad mit seinen Kindern

Als seine erste Tochter geboren wurde, arbeitete Ludger Huntemann noch in Vollzeit als Gruppenleiter bei EWE NETZ. Wenn er morgens zur Arbeit fuhr, schlief die Kleine, wenn er Feierabend hatte, schlief sie schon. Als Eltern waren beide unzufrieden mit dieser Situation. „Ich wollte meine Kinder aufwachsen sehen, mehr Zeit im Alltag mit ihnen verbringen. Wir wollten einerseits keine Kita-Vollzeitbetreuung für unsere Kinder, andererseits konnte ich meine Frau in dieser Zeit nicht im Alltag unterstützen. Aber es war immer klar, dass meine Frau wieder arbeiten wollte“, erinnert sich Ludger Huntemann an die Zeit, als er sich für die Reduktion der Arbeitszeit entschieden hat. „Ich hatte das Glück und das Privileg, dass dies bei EWE möglich ist und meine Führungskraft dem positiv gegenüber steht. Seit 2017 arbeitet er im Modell der Jahresarbeitszeit. Er bekommt einen Tag pro Woche weniger Gehalt und kann diese Tage flexibel frei nehmen. „Immer wenn die Kinder Ferien haben, nehme ich Urlaub, nutze die freien Tage für Familienbesuche oder um Dinge zu tun, die sonst liegen bleiben.“ Sprüche wie „Du bist ja nie da, hast immer Urlaub“, hört Huntemann seitdem immer wieder. Ebenso häufig wird er gefragt, warum er einen Termin an seinem freien Tag wahrnimmt oder seinen Urlaub verschiebt, weil es beruflich nötig ist. „Die Sprüche sind mir egal. Ich merke, dass sich mein Leben durch die reduzierte Arbeitszeit deutlich verbessert hat: Ich bin weniger krank, bin entspannter, mache mehr Sport, habe mehr Zeit für meine Familie, Freunde und Hobbys.“

Konfrontiert werden seine Frau Doreen und er oft damit, dass sie sich Teilzeit auch leisten können müssen. „Das stimmt, aber nur teilweise.“ Natürlich ist Geld zum Leben nötig, aber für Huntemann kommt es auf die Haltung an, auch darauf, den Mut aufzubringen, mit dem Chef ins Gespräch über Teilzeitarbeit zu gehen. Seine Frau und er haben viel miteinander diskutiert und sich überlegt, was ihnen wichtig ist im Leben und was sie sich leisten wollen. Das sind ja sehr individuelle Dinge. „Das ist auch völlig okay, wenn ich mich dann entscheide, dass ich mir Teilzeit nicht leisten kann oder will. Am Ende ist freie Zeit mein Statussymbol.“

Teilzeitarbeit kein Karrierehindernis

Bei EWE ist Teilzeit kein Hindernis für die Karriere

Ludger Huntemann war bereits Gruppenleiter, als er sich für die Teilzeittätigkeit entschieden hat. Er arbeitet fünf Tage die Woche, hat aber mehr Urlaub. Dennoch bekam er die Verantwortung für eine zweite Gruppe übertragen, so dass er heute für 26 Mitarbeitende verantwortlich ist.

„In meinem Team, in dem vor allem Männer arbeiten, sind mehrere Kollegen in Teilzeit tätig, auch solche, die keine Kinder haben. Andere machen ein mehrmonatiges Sabbatical. Ganz aktuell hat die individuelle Stundenreduktion der einzelnen Teammitglieder zur Ausschreibung einer neuen Stelle geführt, so dass unser Team um eine weitere Person wächst.“

 
Gleichberechtigung in der Partnerschaft leben

„Wir teilen uns ganz selbstverständlich die Hausarbeit und Kindererziehung. Seit September 2021 arbeitet meine Frau auch wieder, auch in Teilzeit“, erzählt Ludger Huntemann. „Ich habe während der Ausbildung und im Studium in WGs gelebt, später als Single meinen Haushalt geführt. Jeder tut ganz selbstverständlich, was getan werden muss. Natürlich gibt es Arbeiten, die beliebter sind als andere. Ich gehe lieber einkaufen oder koche als aufzuräumen oder die Wäsche zu machen. Und das Staubsaugen übernimmt der Roboter.“ Den Kindern eine gleichberechtigte Partnerschaft vorzuleben, ist dem Paar wichtig. „Wir wollen, dass sich Mädchen ohne Grenzen entfalten und ausprobieren können. Sie sollen die gleichen Chancen wie Jungen haben. Wir reagieren auch deutlich, wenn sie subtil oder offen mit Erwartungen konfrontiert werden, die eher traditionellen Rollenbildern entspringen und merken dann, wie verbreitet diese leider noch sind. Darüber müsste in der Gesellschaft noch deutlich mehr diskutiert werden. Wir merken aber auch an uns selbst, dass wir hier auf dem Weg sind und auch an unsere Grenzen stoßen.“

Immer mehr Kollegen arbeiten in Teilzeit oder gehen länger als zwei Monate in Elternzeit. Einige berichten bis zum 31. Mai, dem Diversity-Tag in Deutschland, welche Erfahrungen sie machen und welchen Vorurteilen sie begegnen. Sie erzählen, wie sie selbst sich sehen, welche Vorbilder sie haben.