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14.06.2021 - EWE AG

Erfolgreiches Geschäftsjahr mit Kurs auf Klimaneutralität

• Geschäftsjahr 2020: Umsatz auf Vorjahresniveau, operatives Ergebnis leicht rückläufig
• Bau der Wasserstoffkaverne in Rüdersdorf bei Berlin im Plan
• Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung in Brandenburg vorangetrieben
• E-Ladesäulen bei McDonald’s auch in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern geplant

Strausberg, 14. Juni 2021. EWE hat aufgrund der frühzeitigen und konsequenten Reaktion auf die Corona-Pandemie das Geschäftsjahr 2020 erfolgreich und innerhalb der Prognoseerwartung abgeschlossen: Der Umsatz blieb mit 5.642,6 Millionen Euro (Vorjahr: 5.659,3 Mio. Euro) stabil auf dem Niveau von 2019. Das Operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (OEBIT) – die wesentliche Kennzahl für die operative Geschäftstätigkeit – lag mit 442,0 Millionen Euro mit einem Rückgang von 3,0 Prozent nur leicht unter dem Ergebnis des vorherigen Geschäftsjahres (455,9 Millionen Euro). Das Konzernperiodenergebnis hat sich aufgrund von Sondereffekten mit 293,9 Millionen Euro im Vorjahresvergleich mehr als verdoppelt (127,5 Millionen Euro), die Investitionen stiegen um 11,8 Prozent von 587,4 Millionen Euro auf 656,7 Millionen Euro.

„Das Geschäftsjahr 2020 ist für EWE erfolgreich verlaufen“, fasste Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, das Ergebnis bei der virtuellen Jahrespressekonferenz der EWE-Region Brandenburg/Rügen zusammen. „Trotz Pandemie haben wir in allen wesentlichen operativen Segmenten unsere Ziele erreicht oder übererfüllt. Wir haben uns vorgenommen, unsere Mitarbeitenden, unsere Kundinnen und Kunden und unser Unternehmen in dieser Pandemie zu schützen. Das ist uns gelungen und wir sind für die Zukunft gut aufgestellt. Die Menschen in unseren Heimatregionen konnten und können sich auf uns und unsere Leistungen verlassen.“ Weiter berichtete Stefan Dohler: „2020 war ein Jahr neuer Partnerschaften und ein Jahr des Aufbruchs. Im Februar haben wir unseren strategischen Partner Ardian an Bord geholt und Aktivitäten für die Energiezukunft vorangetrieben. EWE hat sich zudem das ambitionierte Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu sein. Für die klimaneutrale Energieversorgung auch zukünftiger Generationen haben wir mit der Aloys Wobben Stiftung das Unternehmen Alterric gegründet, das mit dem Bau und Betrieb von Onshore-Windkraftanlagen Deutschlands größter Grünstromproduzent in diesem Bereich wird.

Weichen für Klimaneutralität gestellt
Im Dezember 2020 gab der EWE-Konzern sein Ziel bekannt, bis 2035 klimaneutral zu sein. Schon im letzten Jahr gelang es dem Unternehmen die spezifischen CO2-Emissionen der Stromproduktion um 54 Prozent auf 267 Gramm pro Kilowattstunde zu senken (2019: 497 Gramm pro Kilowattstunde). Der Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2023 und der weitere Ausbau der Stromproduktion aus Windkraft mit Alterric, dem neuen Gemeinschaftsunternehmen mit der Aloys Wobben Stiftung, wird diesen Wert in den kommenden Jahren weiter massiv senken. „Mit Alterric haben wir ein junges Unternehmen mit viel Erfahrung in der Entwicklung, dem Bau und der Bewirtschaftung von Windparks. Mit 2.300 MW an drehenden Windkraftanlagen und der Projektentwicklungspipeline von 9.400 MW machen die Gesellschafter deutlich, dass wir Alterric zu einem der größten Grünstromerzeuger in Deutschland und Frankreich ausbauen werden. Hier verbinden wir unternehmerisches Handeln mit unserer Verantwortung, die wir für zukünftige Generationen tragen. Dafür brauchen wir aber auch die passenden Rahmenbedingungen. Entscheidend ist, dass klimagerechte Energieerzeugung aus Wind nicht so leicht ausgebremst wird“, verdeutlichte Stefan Dohler. Auch für die Wasserstoffaktivitäten, die EWE vorantreibt und die wesentlich für die Energiewende sind, benötigt der Konzern deutlich mehr Windkraftkapazitäten. Der weitere Aufbau von Windkraftanlagen ist geplant, unterliegt aber umständlichen und langwierigen Genehmigungsprozessen.

Wasserstoffspeicher im Test
Zum Ziel hat sich EWE auch gesetzt, der erste integrierte Wasserstoff-Versorger zu sein, der über die gesamte Wertschöpfungskette aktiv ist. „Im niedersächsischen Huntorf zeigen wir mit der Wasserstoff-Produktion aus erneuerbaren Energien seit vergangenem Sommer im Kleinen, was in Zukunft in großem Stil Wirklichkeit werden soll“, so Stefan Dohler. Fakten schafft EWE auch in Brandenburg. „In Rüdersdorf bauen wir seit Anfang des Jahres in rund 1.000 Metern Tiefe einen Kavernenspeicher im Salzgestein, um dort erstmalig 100 Prozent reinen Wasserstoff ein- und auszuspeichern“, ergänzte Stefan Dohler. Ziel des Forschungsprojektes mit dem Namen HyCAVmobil sei es, grünen, aus erneuerbaren Energien erzeugten Wasserstoff in großen Mengen speicherfähig und bedarfsgerecht nutzbar zu machen, um die gesteckten Klimaziele zu erreichen. Die Erkenntnisse, die die hausgroße Forschungskaverne im kommenden Jahr liefert, will EWE verwenden, um zukünftig unterirdische Kavernen mit dem 1.000-fachen Volumen für die großtechnische Wasserstoffspeicherung zu nutzen. Mit dem Einbau und der Zementierung von Stahlrohren bis in 1.000 Meter Tiefe ist der erste Meilenstein des Projektes erreicht. Die Aushärtungszeit nutzt EWE für die Vorbereitung der Aussolung, die im Herbst beginnen soll. Stefan Dohler: „Für die Nutzung der Wasserstoffkaverne nach der Projektzeit sind wir im Gespräch mit ENERTRAG, CEMEX und Sunfire. Das Konsortium plant in Rüdersdorf die Herstellung von synthetischem Kerosin aus Wasserstoff und Kohlendioxid und prüft, ob unsere Wasserstoffkaverne als Zwischenlagerstätte des grünen Wasserstoffes genutzt werden kann.“

Ladesäulenausbau ermöglicht klimafreundliche Mobilität

Voran treibt EWE auch die Mobilitätswende in Deutschland. „Unser Ziel ist es, Elektromobilität für jeden möglich zu machen. Dazu gehört nicht nur die Wallbox für Zuhause, sondern auch der Ausbau des Ladenetzes“, sagte Stefan Dohler. Gemeinsam mit McDonald’s wird das Tochterunternehmen EWE Go bis 2025 über 1.000 Drive-Restaurants mit Ladesäulen für Elektromobilität ausstatten. Zudem sieht der Ende 2020 geschlossene Kooperationsvertrag vor, die Schnellladesäulen mit 100 Prozent Grünstrom zu betreiben, um damit eine klimafreundliche Mobilität zu ermöglichen. Deutschlandweit sind bereits knapp 100 Schnellladestationen in Betrieb. In der Hauptstadtregion ist der Bau von Schnellladesäulen in diesem Jahr unter anderem an verschiedenen McDonald‘s-Filialen in Berlin, in Finowfurt, Kleinmachnow und Hennigsdorf geplant. In Mecklenburg-Vorpommern soll beispielsweise in Stralsund eine Schnellladesäule in Betrieb gehen.

Energielösungen unterstützen Weg in die Klimaneutralität
Im regionalen Energievertrieb sei deutlich, dass immer mehr Menschen auf klimafreundliche Lösungen setzen. „Etwa 65 Prozent der Haushalte unserer Vertriebsregion Brandenburg/Rügen beziehen bereits grünen Strom von EWE, rund 40 Prozent der Kunden beliefere EWE mit CO2-neutralem Erdgas“, berichtete Christian Blanck, Vertriebsreferent aus der Region Brandenburg/Rügen. Noch deutlicher würde der Trend im Dienstleistungsbereich. EWE verzeichne in der Region Brandenburg/Rügen eine weiterhin stark gestiegene Nachfrage nach Unterstützung bei der Selbstversorgung mit Photovoltaikanlagen in Kombination mit Stromspeichersystemen. Im Vergleich zum Vorjahr mit 100 verkauften Anlagen hat EWE im Jahr 2020 weitere 160 Anlagen installiert. Damit setzen bereits mehr als 400 Haushalte aus der Region mit Unterstützung von EWE auf eine eigene ökologische Stromerzeugung. Den regionalen Vertrieb insgesamt unterstützt seit vergangenem Herbst die Direktvertriebsgesellschaft EWE DIREKT. „Wir stehen unseren Kundinnen und Kunden als regionaler Partner und Ansprechpartner zu Energieprodukten und Dienstleistungen rund ums Zuhause zur Seite, egal ob im persönlichen Gespräch zu Hause, in einem unserer Shops, telefonisch oder online,“ so Christian Blanck.

Auf dem Weg in die Klimaneutralität braucht es EWE zufolge Übergangslösungen. Die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme in Blockheizkraftwerken (BHKW) sei für das Unternehmen eine Möglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz sinnvoll miteinander zu verbinden. Sie stelle derzeit eine ideale Ergänzung zu den Erneuerbaren und damit einen verlässlichen Garanten für die Versorgungssicherheit dar. Zudem könne man die Technik anpassen, so dass zukünftig auch grüne Gase zum Einsatz kommen könnten. „Mit solchen Lösungen erfüllen wir die Anforderungen einer ganzheitlichen Energieversorgung und schaffen die Basis, den zukünftigen Anforderungen der Politik gerecht zu werden“, so Christian Blanck. EWE baue daher moderne, komplexe Technik im Kleinformat für Kommunen und Unternehmen, vor allem aus der Wohnungswirtschaft. Zudem modernisiere EWE nach und nach seine Heizkraftwerke in der Region. In den vergangenen Monaten hat EWE vier BHKW in Eberswalde, Finowfurt, Fürstenwalde und Seelow (Nord) erneuert. Anlagen in Petershagen-Eggersdorf und Seelow (Süd) seien kurz vor der Inbetriebnahme. „Corona bedingt kam es zu Verzögerungen bei Inbetriebnahmen und bei neuen Projekten. Aktuell planen wir den Bau von zwei Biogas-BHKW für die Stadtwerke Strausberg und je ein Erdgas-BHKW in Eberswalde und Finowfurt“, so Christian Blanck weiter. EWE rechne damit, dass der Bau der Anlagen in den nächsten Monaten starten kann.

In regionale Infrastruktur investiert
Herausfordernd war die Corona-Pandemie auch für die regionalen Aktivitäten der Konzern-Tochter EWE NETZ. „Oberste Priorität hat für uns die sichere Energieversorgung rund um die Uhr. Daher haben wir zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Gesundheit unserer Mitarbeitenden zu schützen. Somit sind wir zu jeder Zeit einsatzbereit und können uns um die Sicherheit und den Ausbau des Gasnetzes kümmern“, erläuterte Jörg Wieczorke, Leiter der Region Brandenburg/Rügen von EWE NETZ. Beim Ausbau der Infrastruktur hat EWE NETZ vor allem die nach wie vor hohe Nachfrage nach Gashausanschlüssen bedient. „Mehr als 3.000 Anschlüsse haben wir im vergangenen Jahr vor allem im Berliner Umland installiert und auch in diesem Jahr ist der Bedarf unverändert hoch“, so Jörg Wieczorke.

Begleitet hat der Netzbetreiber zudem Projekte der Netzgesellschaft in Frankfurt (Oder). „Als Betriebsführer des lokalen Gasnetzes in der Oderstadt sanieren wir seit einigen Jahren die Hochdruckleitungen und erneuern diese zum Teil. Zudem bauen wir die Infrastruktur für die Einbindung des neuen Heizkraftwerkes in Frankfurt (Oder) in das Gasnetz“, berichtete der Netzregionsleiter. Im Sommer seien die umfangreichen Arbeiten abgeschlossen.

Insgesamt ist der Ausbau des Gasnetzes Jörg Wieczorke zufolge wichtig, um die Infrastruktur zukunftsfähig zu machen: „Auch in der klimaneutralen Zukunft muss Energie zu den Verbrauchern transportiert werden. Eine ausschließliche Energieversorgung über das Stromnetz wird allerdings auf absehbare Zeit kaum möglich sein. Das Gasnetz spielt für die Energiewende daher eine bedeutende Rolle, denn bereits heute bildet es die Basis für den Transport und die Speicherung von klimaneutralen Gasen.“

Grafik vom Bau einer Kaverne
Im Brandenburgischen Rüdersdorf baut EWE in 1.000 Metern Tiefe eine Test-Kaverne für 100 Prozent Wasserstoff. Mit dem Projekt HyCAVmobil erforscht EWE gemeinsam mit dem mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt die sichere Speicherung von Wasserstoff und nimmt damit eine Vorreiterrolle in Europa ein. (jpg, 3,5 MB) © EWE / C3 Visual Lab
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EWE Wasserstoffkaverne Rüdersdorf - Stahlrohre Rohr-in-Rohr-System
Für die Wasserstoff-Testkaverne hat EWE ein Rohr-in-Rohr-System entwickelt, ein ausgeklügeltes, flexibles System für anstehende Materialtest. (jpg, 3,7 MB) © Andreas Prinz
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EWE Blockheizkraftwerk in Finowfurt
EWE investiert in moderne Blockheizkraftwerke als Übergangslösung in die Klimaneutralität. Die Technik verbindet Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz sinnvoll miteinander (jpg, 2,6 MB) Foto: © Nadine Auras
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Netzkoppelpunkt in Frankfurt (Oder)
In Frankfurt (Oder) hat EWE NETZ einen Netzkoppelpunkt zwischen den Gas-Hochdruckleitungen der Netzgesellschaft Frankfurt (Oder) und dem Gasnetz von EWE NETZ gebaut (jpg, 3,1 MB) Foto: © René Baltzer
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EWE Go Schnellladesäule bei McDonalds
In Kooperation mit McDonald’s stattet EWE bis 2025 deutschlandweit über 1.000 Drive-Restaurants mit Schnellladesäulen aus (PNG, 579 KB)
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Blick in die Landschaft von einem Windrad aus
Der Grünstrom-Erzeuger Alterric, ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Aloys Wobben Stiftung, entwickelt, projektiert und bewirtschaftet Windparks und ist der größte Onshore-Grünstromerzeuger in Deutschland. (jpg, 3 MB) Foto: © Pascal Muehlhausen
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Portrait Nadine Auras Nadine Auras Pressesprecherin

Tel: +49-3341-382-103 E-Mail: nadine.auras@ewe.de