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22.09.2017 - EWE AG

EWE baut Geschäft zukunftsfähig um

Neue Konzernstrategie für Wandel, Wertschöpfung und Wachstum / EWE in Brandenburg/Rügen gut aufgestellt für die Zukunft

Strausberg, 22. September 2017. EWE hat das Geschäftsjahr 2016 mit einem
zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen: Das Konzernperiodenergebnis hat
sich im Vergleich zum Vorjahr (-9,4 Mio. Euro) mit 332,9 Mio. Euro deutlich erholt. Das Operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (OEBIT) beträgt 534,6 Mio. Euro und liegt damit klar über Vorjahresniveau (428,1). Die Umsatzerlöse fielen im Vorjahresvergleich auf 7,57 Mrd. Euro (7,82). Für das laufende Geschäftsjahr 2017 erwartet EWE wegen des Wegfalls von Einmaleffekten und einem weiterhin sehr intensiven Wettbewerb im Energie- und Telekommunikationsmarkt ein um zehn bis 20 Prozent niedrigeres Operatives EBIT.

„Das vergangene Jahr war für EWE ein gutes Geschäftsjahr, das von einem stabilen operativen Geschäft und zwei Sondereffekten geprägt wurde: Das deutlich verbesserte Konzernperiodenergebnis ist dabei insbesondere auf den erfolgreichen Verkauf unserer Anteile an der VNG in Leipzig und eine Neurege-lung der Altersvorsorge bei der swb AG zurückzuführen“, erläutert Michael Heidkamp, Vorstand Markt der EWE AG, heute bei der Jahrespressekonferenz der EWE-Region Brandenburg/Rügen in Strausberg. Das Ergebnis sei insgesamt zufriedenstellend und habe es EWE ermöglicht, Risikovorsorge zu betreiben, Verbindlichkeiten vorzeitig spürbar zu reduzieren und damit auch künftige Belastungen deutlich zu senken.

Strategie 2026: Wandel, Wertschöpfung und Wachstum

Seinen Veränderungspfad wird EWE fortsetzen und mit der im zurückliegenden Geschäftsjahr verabschiedeten Strategie bis 2026 das führende Energieunter-nehmen für Deutschlands Norden bauen. Konkrete Beispiele für die Neuausrich-tung seien vertriebliche Aktivitäten mit attraktiven Produkten und Dienstleistun-gen, auch über die Grenzen des EWE-Heimatmarktes in Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hinaus. Zudem wolle EWE digitale Innovationen nutzen, bei der das Unternehmen auch auf Erfahrungen und digitale Kompetenzen neuer Partner und Unternehmensbeteiligungen setze.

Zukunftsfähiger Geschäftsumbau

Da sich die Energielandschaft weitgehend dezentralisieren wird, ist der Zugang zum Kunden ein entscheidender Erfolgsfaktor. Zudem führt die Digitalisierung bereits heute zu einer tiefgreifenden Veränderung des Kundenverhaltens, aber auch zu einem Wandel von Wertschöpfungsstrukturen und Geschäftsmodellen. „Künftig werden verschiedene Märkte und Produkte zusammenwachsen, insbesondere Strom, Wärme, Telekommunikation, IT und Mobilität“, ist Heidkamp überzeugt. Deshalb baue EWE das Unternehmen entlang der beschlossenen Strategie 2026 weiterhin zukunftsfähig um und intensiviere sein Engagement für die Energiezukunft.

Überzeugt ist Heidkamp auch, dass es eine Welt, in der ausschließlich auf Strom als Energieträger gesetzt wird, bis weit in dieses Jahrhundert hinein nicht geben wird. Derzeit sei der Energiebedarf im deutschen Wärmemarkt doppelt so hoch wie der gesamte Stromverbrauch. Daher sei es kaum möglich, Wärme durch Strom zu ersetzen. „Noch bis 2050 werden wir weiter auf Erdgas als den fossilen Energieträger mit den geringsten CO2-Emissionen zurückgreifen müssen, besonders in der Wärmeversorgung.“ Die Gas-Infrastruktur werde darüber hinaus nützlich sein und zukünftig beispielsweise als Zwischenspeicher für synthetisch aus Windstrom erzeugtes Gas dienen. Zudem plane EWE mit der Universität Jena den Bau einer riesigen Redox-Flow-Batterie in den Kavernen eines ehemaligen Salzstocks im ostfriesischen Jemgum. „Wenn alles funktioniert, kann dies den Markt für Regelenergie grundlegend verändern. So ist die Strommenge, die ein Speicher dieser Art beinhaltet, ausreichend, um eine Millionenmetropole wie Berlin für eine Stunde mit Strom zu versorgen.“

In der Region Brandenburg/Rügen setzt EWE seit einigen Jahren auf Wärme- lösungen mit modernen Energietechnologien. „Für uns ist der Ausbau hocheffizi-enter Kraft-Wärme-Kopplung ein Kern der Energiewende, an dem wir konsequent festhalten“, berichtet Dr. Ulrich Müller, EWE-Generalbevollmächtigter. EWE modernisiere daher nach und nach seine Blockheizkraftwerke (BHKW). „Große Anlagen haben wir im vergangenen Herbst in Eberswalde und Kavelstorf in Betrieb genommen, eine nächste bauen wir gerade in Binz auf Rügen“, so Müller. Weitere Modernisierungen seien in Fürstenwalde/Spree und Seelow geplant.

EWE als zuverlässiger Partner für das Zuhause

„Moderne Techniken und Entwicklungen können aber nicht nur die Wärmever-sorgung zukunftsfähig machen sondern auch den Alltag vereinfachen“, so Müller weiter. Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung in den Bereichen Energie, Telekommunikation und IT sehe EWE sich als Partner der Region und der Menschen. Müller: „Ich bin optimistisch, dass wir in der Lage sind, den Übergang zu smarten Techniken, stärkerer Automatisierung oder Big-Data-Anwendungen für unsere Kunden vorteilhaft umzusetzen.“

Schon jetzt verkaufe das Unternehmen nicht nur Strom und Gas, sondern Lösungen wie Wärme, Elektromobilität oder selbst erzeugte Sonnenenergie aus Stromspeichersystemen oder Smart-Home-Pakete sowie Sicherheitsdienstleis-tungen rund ums Zuhause. „Unser Anspruch ist es, als regionaler Energiedienst-leister nah bei unseren Kunden zu sein und ihnen die Welt der dezentralen Energie mit Service und Qualität so einfach wie möglich zu machen“, so Müller.

Damit reagiere EWE in Brandenburg/Rügen auch auf den anhaltenden Wettbewerb im Energievertrieb, der Müller zufolge erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Erdgaskundenanzahl hat. Demgegenüber behaupte sich EWE im Stromgeschäft umso mehr. In den letzten 12 Monaten konnte das Unternehmen die Anzahl seiner Stromkunden in Brandenburg um 35 Prozent auf 40.853 steigern.

Ausbildung erstmals in Brandenburg
Eine Herausforderung, der EWE in den nächsten Jahren ebenfalls begegnen muss, ist der bevorstehende Generationenwechsel im Unternehmen. „Der demografische Wandel geht auch an uns nicht vorbei“, so Müller weiter. Um dem entgegen zu wirken habe EWE seine Ausbildungsmöglichkeiten erweitert. Neben der hochqualifizierten Ausbildung in der EWE-Zentrale in Oldenburg bildet EWE seit dem 1. August erstmals auch in Brandenburg aus. „Drei junge Brandenburger erlernen den Beruf des Anlagenmechanikers, machen sich mit unserer Praxis vor Ort vertraut und können dabei in ihrer Heimat bleiben“, sagt Müller. Das erleichtere später die berufliche Eingliederung in das Unternehmen. Im nächsten Jahr bildet EWE in Brandenburg auch kaufmännisch aus.