Navigation
zurück zur Übersicht
21.11.2016 - EWE AG

EWE senkt Erdgaspreis um gut zehn Prozent, Strompreis steigt durch Energiewende

•    Erdgaskunden sparen im Durchschnitt jährlich rund 120 Euro
•    Stromkunden zahlen durchschnittlich pro Jahr etwa 42 Euro
mehr wegen höherer EEG-Umlage und Netzentgelte 

Oldenburg, 21. November 2016. Gute Nachricht für Erdgaskunden: Der Oldenburger Energiedienstleister EWE senkt erneut den Gaspreis, und zwar
zum 1. Februar nächsten Jahres um rund zehn Prozent. Den Strompreis muss EWE zum selben Zeitpunkt anheben. Wesentliche Gründe dafür sind deutlich steigende Netzentgelte und die ebenfalls erhöhte EEG-Umlage. Die Preisanhebung bezieht sich auf alle Stromprodukte mit Ausnahme der Festpreisprodukte. Über die Preisanpassungen informiert EWE seine Kunden
auch über ein persönliches Anschreiben und eine öffentliche Bekanntmachung.

Erdgaspreis sinkt zum zweiten Mal in Folge
Nachdem EWE bereits Anfang 2016 den Gaspreis pro Kilowattstunde (den so genannten Arbeitspreis) um brutto 0,23 Cent gesenkt hatte, sinkt dieser zum
1. Februar nächsten Jahres – im EWE-Grundversorgungsgebiet – um weitere brutto 0,61 Cent pro Kilowattstunde. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden spart so monatlich etwa zehn Euro. Der Grundpreis bleibt unverändert.

„Obwohl die Netzentgelte für Erdgas, die Energielieferanten für die Netznutzung an Netzbetreiber zahlen, leicht gestiegen sind, kann EWE seinen Erdgaspreis um 10,3 Prozent senken“, sagt  Sebastian Jurczyk, Geschäftsführer der EWE VERTRIEB GmbH. Dies sei möglich, weil EWE das Erdgas für das Jahr 2017 günstig eingekauft habe. „Diesen Einkaufsvorteil geben wir als EWE an unsere Kunden weiter“, so Jurczyk.

Strompreis steigt aufgrund höherer EEG-Umlage und Netzentgelte
Im Zuge der Energiewende machen insbesondere zwei Entwicklungen eine Anhebung des Strompreises erforderlich. Die eine ist der Anstieg der EEG-Umlage bedingt durch den fortgesetzten Ausbau der Erneuerbaren Energien.
Die andere ist ein erheblicher Anstieg der Netzentgelte, insbesondere aufgrund von zunehmenden Netzengpässen auf Übertragungsnetzebene.

Aus diesem Grund muss EWE den Strompreis zum 1. Februar 2017 anpassen. Der Arbeitspreis wird dabei – im EWE-Grundversorgungsgebiet – um brutto 0,21 Cent pro Kilowattstunde steigen, der jährliche Grundpreis um brutto 35,70 Euro. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.200 Kilowattstunden zahlt dadurch pro Monat 3,50 Euro mehr als bislang.

„Die Strombörsenpreise sind im Vorjahresvergleich zwar gefallen und natürlich geben wir diesen Vorteil der geringeren Bezugskosten an unsere Kunden weiter. Sie reichen allerdings nicht aus, um den starken Anstieg der EEG-Umlage und der regulierten Stromnetzentgelte vollständig zu kompensieren“, sagt Jurczyk. „Um es klar zu sagen: Die Steigerungen dieser vom Vertrieb nicht beeinfluss-baren Strompreisbestandteile sind die Treiber des neuen Strompreises. Der Anstieg der Netzentgelte und der EEG-Umlage belasten die Rechnung eines durchschnittlichen Haushaltskunden von EWE mit dem Jahresverbrauch von 3.200 Kilowattstunden in Summe eigentlich mit etwa 6,25 Euro im Monat.  Aufgrund des günstigeren Stromeinkaufs und interner Effizienzsteigerungen können wir diese Mehrbelastung für den durchschnittlichen Privathaushalt aber um rund die Hälfte reduzieren“, so Jurczyk.

Hintergrund zur Entwicklung der Strompreisbestandteile

Steuern, Abgaben und staatlich veranlasste Umlagen werden Anfang 2017
– laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) – im Branchendurchschnitt mehr als die Hälfte des Strompreises für Haushaltskunden ausmachen (54 Prozent). Dieser staatlich veranlasste Anteil lag zu Beginn der Strommarktliberalisierung im Jahre 1998 noch bei unter 25 Prozent. Die von der Bundesnetzagentur regulierten Netzentgelte werden zu Jahresbeginn im Durchschnitt einen Anteil von rund 26 Prozent am Strompreis haben. Dieser Anteil variiert regional sehr stark. Ein weiterer Anstieg der Netzentgelte in den kommenden Jahren ist unter den aktuellen politischen und energiewirtschafts-rechtlichen Rahmenbedingungen wahrscheinlich. Demnach wird der Anteil des Strompreises, den Stromlieferanten noch unternehmerisch beeinflussen können, immer kleiner. Im Jahr 2017 machen die Kosten für Strombeschaffung, Vertrieb, Service und Dienstleistungen im Branchendurchschnitt voraussichtlich nur noch etwa ein Fünftel des Strompreises aus.

Intelligente Energiewende in den Regionen bremst Kostenspirale
Die Energiewende steht derzeit vor einem Dilemma: Der für eine erfolgreiche Energiewende notwendige Übertragungsnetzausbau kommt nicht schnell genug voran. Die Netzbetreiber müssen daher immer öfter kostenintensive Maßnahmen zur Stabilisierung des Netzes durchführen. Dieses Engpassmanagement führt bei mehreren Übertragungsnetzbetreibern zu deutlich steigenden Netzkosten, die sie an die darunter liegende Verteilnetzebene weitergegeben. Diese Kosten fließen letztlich in die Kalkulation der Netzentgelte und somit in die Strompreise.    

EWE nennt Lösungsansätze, wie man diesen Knoten durchschlagen kann:
So gilt es, den grundsätzlich notwendigen Übertragungsnetzausbau beherzter anzugehen, als dies bislang geschieht. Darüber hinaus denkt EWE die Energiewende weniger zentral, sondern mehr dezentral und sieht es als erforderlich an, Lösungen für eine verstärkte regionale Nutzung erneuerbarer Energien zu erarbeiten.

Als weiteren Lösungsansatz sieht EWE die so genannte Sektorenkopplung. Das bedeutet, Erneuerbare Energien sollten – ebenfalls auf Basis regionaler Konzepte – stärker als bisher auch in den Sektoren Wärme und Verkehr eingesetzt werden. Dies schafft Voraussetzungen, die Stromnetze in Spitzenzeiten stärker zu entlasten.

Fazit: EWE plädiert nicht für vorrangig zentrale Lösungen mit einer starken Rolle der Übertragungsnetzbetreiber, sondern vielmehr dafür, eine dezentrale Energiewende der Regionen anzustreben, die mehr Akteure einbezieht.

Mehr zu den EWE-Lösungsansätzen unter: www.ewe.com

Mehr zu den neuen EWE-Preisen unter: www.ewe.de