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23.04.2014 - EWE AG

EWE behauptet sich in schwierigem Marktumfeld

Ergebnis stärker unter Druck / Programm zur Ertragssteigerung

Oldenburg, 23. April 2014. Nachdem EWE im Vorjahr in die Gewinnzone zurückgekehrt war, hat der Konzern auch im Geschäftsjahr 2013 ein positives Ergebnis erzielt: Das Operative Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Operatives EBIT) erreichte mit 497,9 Millionen Euro in etwa das Vorjahresniveau (2012: 512,7 Mio. Euro). Das Unternehmen behauptete sich damit trotz eines unverändert hohen Wettbewerbsdrucks und eines weiterhin schwierigen energiepolitischen und regulatorischen Marktumfelds. Das Periodenergebnis sank jedoch von 138,8 Mio. Euro im Vorjahr auf 57,2 Mio. Euro. Der Konzernumsatz stieg im vergangenen Jahr auf 8,9 Milliarden Euro (2012: 8,6 Mrd. Euro).

„An unserem Ergebnis für 2013 wird klar, dass die im Vorjahr erreichte Trendwende kein Selbstläufer ist, sondern jeden Tag neu gesichert und verteidigt werden muss. Deshalb bleiben wir dran, arbeiten weiter intensiv am Erfolg und haben einen wachen Blick auf Markt- und Branchenentwicklungen sowie auf nötige Veränderungen unserer Strukturen“, stellte Dr. Werner Brinker, Vorstands-vorsitzender der EWE AG, bei der Vorstellung der Konzernbilanz fest. Positiv entwickelt hätten sich u.a. die Geschäftsaktivitäten in der Türkei: „Hier haben wir die Zahl unserer Gaskunden, den Gasabsatz und letztlich auch das Ergebnis deutlich gesteigert“, so Brinker.

„Wir haben für das zurückliegende Geschäftsjahr Steuereffekte zu verbuchen, die ihren Ursprung im Rückzug aus dem risikoreichen Explorations- und Produktionsbereich haben und sich mindernd auf unser Periodenergebnis auswirken“, erläutert EWE-Finanzvorstand Dr. Heiko Sanders. In der Bilanz hätten darüber hinaus Wertanpassungen auf nicht zum Kerngeschäft gehörende Beteiligungen, Einbußen aus der Veräußerung solcher Beteiligungen sowie aufgrund von schwierigen Geschäftsaussichten korrigierte Vermögenswerte in Polen berücksichtigt werden müssen.

Neue Segmentstruktur
Im Geschäftsjahr 2013 wurden die Segmente des Konzerns neu strukturiert. Berichtet wird nun über die Entwicklung in den vier operativen Segmenten Erzeugung, Infrastruktur, Vertrieb und Handel sowie Ausland und Informationstechnologie.

Erzeugung
Im Segment Erzeugung erzielten die Geschäftseinheiten konventionelle Erzeugung, Erneuerbare, Entsorgung und Gasspeicher einen Umsatz in Höhe von 874,3 Millionen Euro. Zu den größten Investitionen im Jahr 2013 zählte der Offshore-Windpark RIFFGAT, der nach nur 14-monatiger Bauzeit fertiggestellt werden konnte und künftig 120.000 Haushalte versorgen kann. Weitere Großprojekte waren der Bau des Erdgasspeichers Jemgum sowie Projekte der Geschäftseinheit konventionelle Erzeugung – darunter das Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk in Bremen. Darüber hinaus hat das Unternehmen mit einer ersten Beteiligung von Kommune und Bürgern am Onshore-Windpark Spolsen (Gemeinde Zetel) die neue strategische Ausrichtung in diesem Bereich erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Das Operative EBIT lag bei 136,4 Mio. Euro.

Infrastruktur
Das Segment Infrastruktur umfasst neben den Strom-, Erdgas- und Telekommunikationsnetzen die Bereiche Abwasser und Immobilien. Die Umsatzerlöse beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 2,7 Mrd. Euro. Daraus erwirtschaftete das Segment ein Operatives EBIT in Höhe von 350,9 Mio. Euro. Insgesamt wurden rund 197 Mio. Euro vorrangig in die Erneuerung und Erweiterung der Anlagen der Strom- und Gasversorgung investiert.

Vertrieb und Handel
Das Segment Vertrieb und Handel bildet den Vertrieb von Energie- und Telekommunikationsprodukten und -dienstleistungen sowie die Energiehandelsgeschäfte ab. Hier wurde mit 6,4 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2013 der größte Teil des Konzernumsatzes erzielt. Der konsolidierte Stromabsatz von EWE in Deutschland lag im Geschäftsjahr 2013 um 623 Mio. Kilowattstunden (kWh) unter dem Vorjahresniveau. Der Absatzrückgang war dabei im Wesentlichen auf den intensiven Wettbewerb zurückzuführen. Dies gilt auch für den Rückgang des Erdgasabsatzes um rund 1,5 Mrd. Kilowattstunden, der durch den konjunkturell bedingten Anstieg der Erdgasnachfrage zum Teil kompensiert werden konnte. Die geringeren Absatzmengen bei Strom und Gas wirkten sich negativ auf das Ergebnis aus: Das Operative EBIT belief sich auf 57,1 Mio. Euro.

Ausland und Informationstechnologie
Im Segment Ausland und Informationstechnologie (IT) werden die Geschäftsaktivitäten in der Türkei und Polen sowie das Informationstechnologiegeschäft des Konzerns gebündelt. Die Umsatzerlöse des Segments betrugen rund eine Milliarde Euro. Den weitaus größten Anteil steuerte die Geschäftseinheit Türkei bei. Grund war zum einen die weiterhin positive Kundenentwicklung – die Zahl der Erdgaskunden stieg im Berichtszeitraum um etwa 65.000 auf jetzt rund 805.000 Kunden. Der deutliche Anstieg des Erdgasabsatzes auf 26,9 Mrd. kWh (Vorjahr: 13,6 Mrd. kWh) war vor allem auf höhere verfügbare und abgesetzte Handelsmengen zurückzuführen. Investitionen konzentrierten sich vorrangig auf den Netzausbau in der Türkei sowie die Informationstechnologie. Das Segment erwirtschaftete ein Operatives EBIT von 20,9 Mio. Euro.

Ausblick 2014
EWE erwartet für das Geschäftsjahr 2014 weiterhin ein schwieriges Umfeld und einen unverändert dynamischen Wettbewerb in den Bereichen Energie und Telekommunikation. Zu Beginn dieses Jahres hat das Unternehmen daher ein neues Programm aufgelegt, um die Ertragskraft deutlich zu steigern. Aufgrund der energiepolitischen Rahmenbedingungen für die konventionelle Erzeugung und neuer regulatorischer Vorgaben für die Stromnetzentgelte rechnet EWE für 2014 mit einem moderaten Absinken des Operativen EBIT.

Kennzahlen des Unternehmens

20132012Veränderung
Konzern

Umsatz

8,9 Mrd. €

8,6Mrd. €

+ 3,2 %

Operatives EBIT

497,9 Mio. €

512,7 Mio. €

- 2,9 %

Periodenergebnis

57,2 Mio. €

138,8 Mio. €

- 58,8 %

Mitarbeiter Ø

9.162

9.049

+ 1,2 %

Erzeugung*
Umsatz

874,3 Mio. €

Operatives EBIT

136,4 Mio. €

Infrastruktur*
Umsatz

2.715,0 Mio. €

Operatives EBIT

350,9 Mio. €

Vertrieb und Handel*
Umsatz

6.377,5 Mio. €

Operatives EBIT

57,1 Mio. €

Ausland und IT*
Umsatz

1.018,6 Mio. €

Operatives EBIT

20,9 Mio. €

* Hinweis: Im Geschäftsjahr 2013 wurde der Konzern neu strukturiert, so dass Vorjahreszahlen für die neuen Segmente einmalig nicht verfügbar sind.