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10.07.2013 - EWE TEL GmbH

EWE TEL begrüßt Entscheidung zu Vectoring-Einsatz

Regulierungsbehörde berücksichtigt Wettbewerbsargumente

Oldenburg, 10. Juli 2013. Das regionale Telekommunikationsunternehmen EWE TEL (Oldenburg) begrüßt die aktuelle Entscheidung der Bundesnetz-agentur (BNetzA) zur so genannten Vectoring-Technologie. In dem gestern an die EU-Kommission übersandten Notifizierungsentwurf regelt die Behörde den Einsatz der Technik für alle Marktteilnehmer. Gegenüber dem ursprünglichen Beschlussentwurf hat die BNetzA ausweislich ihrer gestrigen Pressemitteilung noch einmal maßgebliche Änderungen vorgenommen, die insgesamt für mehr Transparenz und Rechtssicherheit sorgen. "Wir sind sehr froh, dass wir nun Planungssicherheit für unsere Investitionen in den Breitbandausbau bekommen. Die Korrekturen durch die Bundesnetzagentur sind richtig und wichtig für einen funktionierenden Wettbewerb. Jetzt können wir uns in den nächsten Wochen voll auf den angekündigten Ausbau von bis zu 35 Städten und Gemeinden im Nordwesten Deutschlands konzentrieren“, so Norbert Westfal, Geschäftsführer der EWE TEL GmbH.

Mit dem Vectoring-Verfahren können in Gebieten, die mit VDSL erschlossen sind, höhere Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde erzielt werden. Die Technologie verringert, vergleichbar der Rauschunterdrückung bei Kopfhörern, die gegenseitige Störung benachbarter Kupferleitungen. Allerdings kann mit heutiger Technik immer nur ein einziges Unternehmen das Verfahren an einem Kabelverzweiger (KVz), in dem die Kundenleitungen gebündelt sind, einsetzen. Die Telekom hatte Ende 2012 beantragt, den Zugang für Wettbewerber an den KVz einzuschränken, um ausschließlich selbst Vectoring einzusetzen. In einem ersten Entscheidungsentwurf Anfang April hatte die Bundesnetzagentur bereits das Recht auf den freien Zugang zum KVz für alle Wettbewerber bestätigt. Der Entwurf enthielt jedoch weitreichende Privilegien für die Telekom, den Zugang zum KVz zu verwehren oder nachträglich zu kündigen und damit andere Anbieter zu verdrängen.

Neu ist jetzt, dass die Telekom den Zugang zum KVz nicht nachträglich kündigen kann, wenn diese bis zu einer bestimmten Frist oder mit Fördermitteln erschlossen worden sind. Auch die technischen Anforderungen für den Open Access wurden geändert. Zudem wird eine "Vectoring-Liste" eingeführt, aus der erfolgte und geplante Ausbauvorhaben ersichtlich sind. Kollisionen zwischen mehreren Anbietern könnten so frühzeitig geklärt werden. "Die Bundesnetzagentur hat damit die wesentlichen Änderungsvorschläge von EWE TEL und anderen Marktteilnehmern aufgegriffen und damit ein insgesamt ausgewogenes Regelwerk für den Umgang mit Vectoring geschaffen. Ein Wermutstropfen bleibt: Die Telekom kann unter bestimmten Bedingungen weiterhin den Zugang zum KVz kündigen. Damit werden die angekündigten Investitionen der Telekom gegenüber den getätigten Investitionen von EWE TEL und anderen Unternehmen privilegiert", so Westfal.

Die Entscheidung tritt nach Abschluss des einmonatigen Konsultationsver-fahrens bei der EU-Kommission mit Veröffentlichung im Amtsblatt der BNetzA in Kraft.