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01.03.2012 - EWE AG

EWE-Ergebnis durch Sondereffekte belastet

Unternehmen legt vorläufige Geschäftszahlen für 2011 vor

Oldenburg, 1. März 2012. EWE hat in einem schwierigen Umfeld im Geschäftsjahr 2011 deutliche Abstriche beim Ergebnis hinnehmen müssen. Nach vorläufigen Zahlen fiel das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf minus 124,3 Mio. Euro (2010: -30,9 Mio. Euro). Die Geschäftszahlen waren erneut durch Sondereffekte bestimmt. Dazu gehören die veränderte Bilanzierung der VNG-Anteile und eine weitere Sonderzahlung an etwa 400.000 Erdgaskunden. Der Konzernumsatz stieg um 7 Prozent auf 7,5 Mrd. Euro (2010: 7,0 Mrd. Euro). Beim Konzernergebnis ist ein Verlust von 281,9 Mio. Euro (2010: 246,6 Mio. Euro) zu verzeichnen.

EWE agierte 2011 vor dem Hintergrund stark veränderter energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Von der Entscheidung der Bundesregierung zum beschleunigten Ausstieg aus der Kernenergie sind auch Unternehmen des Konzerns betroffen. Zudem belasten erhöhte Gasbeschaffungskosten und geplante Regulierungsmaßnahmen in der Türkei den Energieversorger.

Neben dem negativen Ergebnisbeitrag aus der Fortführung des At-Equity-Ansatzes der Anteile an VNG (129,8 Mio. Euro) und der Gaspreiserstattung an Kunden (90,0 Mio. Euro), mussten deshalb Abschreibungen auf Beteiligungen vorgenommen werden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die bereits bekannten Abschreibungen auf die Anteile an den Stadtwerken Bielefeld (100,7 Mio. Euro) und in der Türkei (146,8 Mio. Euro). Dies fand bereits Eingang in den Halbjahresabschluss 2011.

Geschäftsbereich EWE Energie

Der Geschäftsbereich EWE Energie erzielte Umsatzerlöse in Höhe von 5,5 Mrd. Euro (2010: 5,1 Mrd. Euro). Die positive Entwicklung der Erlöse wurde durch die Vollrückzahlung an Erdgaskunden gedämpft. Insgesamt erwirtschaftete EWE Energie ein EBIT von 333,1 Mio. Euro (2010: 210,6 Mio. Euro) und beschäftigte 2.592 Mitarbeiter.

Geschäftsbereich swb

Die Umsatzerlöse des Geschäftsbereichs swb lagen mit 1,2 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau, das EBIT fiel mit minus 68,5 Mio. Euro negativ aus (2010: -33,4 Mio. Euro). Grund hierfür ist die Abwertung der Beteiligung an den Stadtwerken Bielefeld. 2011 beschäftigte swb durchschnittlich 2.405 Mitarbeiter.

Geschäftsbereich Neue Märkte und I + K

Der Geschäftsbereich Neue Märkte und I+K verzeichnete einen Umsatz von 1,0 Mrd. Euro (2010: 979,0 Mio. Euro). Das negative EBIT von minus 195,3 Mio. Euro ist in erster Linie auf Wertminderungen der Geschäftseinheit Türkei zurückzuführen. Grund sind Abschreibungen auf die Geschäfts- und Firmenwerte bei Bursagaz und Kayserigaz. Zudem belasten rückläufige Umsatzerlöse sowie Rückstellungen die Geschäftseinheit Telekommunikation. Die Beschäftigtenzahl im Geschäftsbereich Neue Märkte und I+K beträgt 2011 insgesamt 3.544.

Anpassung der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2010

Wie bereits im Halbjahresbericht 2011 berichtet, musste EWE beim Konzernabschluss 2010 Anpassungen vornehmen. Bei einer internen Überprüfung von Geschäfts- und Firmenwerten im Frühjahr 2011 wurde festgestellt, dass der swb zugeordnete Firmenwert in der Konzernbilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres zu hoch ausgewiesen worden war. Eine Neuberechnung führte zu einer erforderlichen Anpassung um minus 142,8 Mio. Euro. Zudem ergibt sich aus der veränderten Bilanzierung der VNG-Anteile ein negativer Effekt in Höhe von 53,0 Mio. Euro auf das Konzernergebnis 2010.

Ausblick für 2012

Aufgrund der aktuellen Markt- und Unternehmensentwicklungen hat EWE 2011 ein Strategieprojekt gestartet. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft des EWE-Konzerns zu sichern und das Unternehmen für die Zukunft neu auszurichten. Dazu hat EWE kurzfristig reagiert und 2011 Maßnahmen in Höhe von rund 200 Mio. Euro umgesetzt. Es wurden insbesondere Kürzungen von Investitionen und Kostensenkungsmaßnahmen durchgeführt. Weitere Maßnahmen zur Optimierung der Energiegeschäfte sind geplant. Sie sollen zu einer nachhaltigen Ergebnisverbesserung des Konzerns führen. Dr. Brinker: „Langfristig werden wir EWE auf die erfolgsversprechenden Geschäftsmodelle hin ausrichten. Hierzu werden wir auch Veränderungen in der Konzernstruktur vornehmen, damit die einzelnen Konzernbereiche besser verzahnt zusammen arbeiten.“

Für 2012 ist mit einem moderaten Anstieg des Konzernumsatzes zu rechnen. Der EWE-Konzern geht davon aus, dass ein positives EBIT im dreistelligen Millionenbereich realisiert werden kann.

Termin

Die Bilanzpressekonferenz findet am 17. April in Oldenburg statt.