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Energie speichern – Power auf Vorrat

Damit auch wetterabhängige erneuerbare Energien eine zuverlässige Versorgung garantieren können, sind leistungsfähige Speicher gefragt. EWE erprobt unterschiedliche Konzepte, zum Beispiel die größte Batterie der Welt (brine4power) oder den Hybridgroßspeicher in Varel.

Lösungen mit Pioniercharakter

Der Anteil von erneuerbaren Energien in unserem Strommix erreicht erfreuliche Hochstände, die noch vor Jahrzehnten als unerreichbar galten. Für das Energiesystem eine Herausforderung, denn der Stromverbrauch richtet sich nicht immer nach den Launen von Wind und Wetter. Immer dringlicher werden deshalb Lösungen gesucht, wie Strom gespeichert werden kann – effizient, flexibel und bezahlbar.

Gerade in den Netzen von EWE im Nordwesten fließen schon heute große Anteile Strom aus erneuerbaren Energien – teilweise mehr als in der Region verbraucht werden kann. Klar, dass die Energiespeicherung auch hier eine große Rolle spielt. EWE verfolgt mehrere Lösungsansätze, teilweise mit Pioniercharakter.

Strom aus der Sole – die größte Batterie der Welt

Das Prinzip ist bekannt, doch die Zutaten sind neu und die Größenordnung einzigartig: Zusammen mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena will EWE die größte Batterie der Welt bauen.

Groß denken: Von der Regentonne zum Kölner Dom

Das Vorhaben basiert auf der Redox-Flow-Batterie, die aus zwei Behältern besteht, in denen zwei unterschiedliche Flüssigkeiten lagern, die so genannten Elektrolyte. Die Universität Jena hat in Salzlake gelöste recyclebare Kunststoffe als umweltschonende Alternativen zu den bislang eingesetzten giftigen Elektrolyten erforscht und dabei mit Behältern von der Größe einer Regentonne gearbeitet.

Die vielversprechenden Forschungsergebnisse brachten Experten bei EWE auf die Idee, die Sache etwas größer zu denken: Als Behälter sollen unterirdische Salzkavernen eingesetzt werden, die normalerweise zur Speicherung von Erdgas dienen und zuweilen so dimensioniert sind, dass der Kölner Dom darin Platz fände. EWE verfügt insgesamt über 38 solcher Kavernen.

Eine Stunde Berlin versorgen

Nach umfangreichen Vortests, so erwarten die EWE-Experten, könne 2023 erstmals eine solche Kavernenbatterie zur Verfügung stehen und den bisherigen Speichermarkt gründlich umkrempeln. Wenn für die Umsetzung zwei mittelgroße Kavernen zum Einsatz kommen entsteht die größte Batterie der Welt. Die gespeicherte Energiemenge reicht aus, um eine Großstadt wie Berlin eine Stunde lang mit Strom zu versorgen.

Zunächst wird EWE aber noch nicht mit echten Kavernen experimentieren, sondern großdimensionierte Kunststoffbehälter einsetzen, die auf dem Gasspeichergelände im ostfriesischen Jemgum errichtet werden sollen.

brine4power – Der Name ist Programm

Der offizielle Projektname setzt sich aus den englischen Begriffen brine (Sole) und power (Leistung) zusammen: brine4power oder kurz b4p. Erfahren Sie mehr auf der Projekt-Homepage:

www.brine4power.com

Hybridgroßspeicher in Varel

Im Herbst 2018 hat EWE in Varel einen Hybridgroßspeicher in Betrieb genommen, der  als "Energiewendespeicher" dabei unterstützt, den hohen Anteil von schwankend bereitstehenden erneuerbaren Energien in das Stromnetz aufzunehmen.

Wozu dient der Hybridgroßspeicher?

Mit dem steigenden Anteil von grünem Strom werden Frequenzschwankungen im Stromnetz absehbar weiter zunehmen. Der Hybridgroßspeicher steht im Nordwesten Niedersachsens in einer Region, in der jährlich doppelt so viel Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, wie dort verbraucht werden kann. Die Bezeichnung „Energiewendespeicher“ bringt die Funktion des Batteriespeichers auf den Punkt: Er soll Frequenzschwankungen im regionalen Stromnetz ausgleichen und so zur Netzstabilität beitragen. Damit erbringt er Systemdienstleistungen, die Netzbetreiber oder Betreiber von Windenergie- und anderen Erzeugungsanlagen an der Strombörse nachfragen können. Regelenergie wird heute von konventionellen Kraftwerken erzeugt, der Hybridgroßspeicher kann sie durch seine besondere Bauart sehr effizient und vielseitig zur Verfügung stellen. Bei Bedarf gibt er mehr als 11,5 Megawatt Leistung ins Stromnetz ab oder nimmt sie daraus auf. Seine Speicherkapazität von mehr als 22,5 Megawattstunden würde umgerechnet ausreichen, um alle Haushalte in Varel fünf Stunden lang mit Strom zu versorgen.

Wer sind die Projektpartner?

Initiiert und unterstützt wurde das Kooperationsprojekt von der japanischen Wirtschaftsförderungsbehörde NEDO (New Energy and Industrial Technology Development Organization), mit weiterer Unterstützung vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung  sowie dem EWE-Verband, dem Verband der Eigentümer des EWE-Konzerns mit Sitz in Oldenburg. Aufbau, Wartung und Betrieb der Speicheranlage übernehmen die japanischen Unternehmen Hitachi Chemical, Hitachi Power Solutions und NGK Insulators, zusammen mit Unternehmen des EWE-Konzerns.

Mehr Informationen unter www.energiewendespeicher.de.

Speicher für den Hausgebrauch – EWE Stromspeicher

Dank technologischer Entwicklungssprünge und erfreulicher Kostensenkungen installieren immer mehr Hausbesitzer in Deutschland eine Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach.

Am meisten Energie steht zur Verfügung, wenn die Sonne am intensivsten scheint – mittags an wolkenfreien Tagen. Stromverbrauch fällt allerdings auch bei Regen und nach Sonnenuntergang an. Mit dem Hausspeichersystem EWE Stromspeicher können Kunden bis zu 70 Prozent ihres Energieverbrauchs aus der eigenen Solaranlage decken.

Ergänzt wird das Angebot durch eine Ladebox für Elektroautos, die den Solarstrom vom Dach direkt in die Batterie des Elektromobils in der Garage umleitet.

 Erfahren Sie mehr: www.ewe.de/zuhausesolar

Erdgasspeicher

Mit einer Kapazität von rund 2,1 Milliarden Kubikmetern Arbeitsgasvolumen ist das EWE einer der großen Speicherbetreiber im deutsch-europäischen Erdgasmarkt. Das Erdgas wird in unterirdischen Hohlräumen gelagert, so genannten Kavernen, die nach strengen Umweltschutz- und Sicherheitskriterien in natürlichen Salzstöcken angelegt sind.

Erdgasspeicher tragen zur Versorgungssicherheit bei, indem sie zum Beispiel bei Lieferausfällen den Bedarf an Erdgas decken. Das in den EWE-Speichern eingelagerte nutzbare Erdgas reicht aus, um eine Millionenstadt ein Jahr lang mit Erdgas zu versorgen.

Erfahren Sie mehr unter www.ewe-gasspeicher.de