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24.09.2020

Wissenschaft, Politik und Industrie fordern ambitionierten Ausbau der Onshore-Windenergie und mehr Klimaschutz

Die Bremsen lösen und volle Kraft voraus beim Klimaschutz und dem dafür so wichtigen Ausbau der Windenergie im Nordwesten: Diese klare Botschaft sendeten heute die Teilnehmer der Konferenz „Onshore 2.0“ im Europahaus Aurich. Aloys Wobben Stiftung (AWS) und EWE hatten Vertreter der Kommunal- und Landespolitik sowie von Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften zum Diskurs eingeladen – auch vor dem Hintergrund des tags zuvor von der Bundesregierung veröffentlichten Entwurfs der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies nutzte die Veranstaltung, um den in seinem Hause verfassten „Auricher Appell – Pakt für die Windkraft“ vorzustellen, zu deren Erstunterzeichnern AWS und EWE und weitere Teilnehmer der Veranstaltung gehören.  

Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG: „Wir haben zu dieser Konferenz eingeladen und den Auricher Appell unterzeichnet, um ein klares Bekenntnis zu den Notwendigkeiten abzugeben, die für einen klimafreundlichen Umbau unserer Energieversorgung unabdingbar sind. Es geht darum, mit Rücksicht auf den Planeten und folgende Generationen ernsthaft und aufrichtig Veränderungen anzustoßen, die unser Leben und Wirtschaften ressourcenschonender und nachhaltiger werden lassen. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien müssen deshalb endlich wieder Meter gemacht werden können. Sonst sind die im Verbund mit anderen Staaten gesteckten Klimaschutzziele nicht zu erreichen. Vor dem Hintergrund der aktuellen EEG-Novelle erwarten wir daher, dass die Politik diese Ziele im Blick hat und sich die Rahmenbedingungen für den Ausbau und das Repowering entsprechend deutlich verbessern. Der Nordwesten Deutschlands ist für die Erzeugung von Windenergie prädestiniert – und ich bin ein Freund davon, dass jeder macht, was er am besten kann. Von uns als Unternehmen darf man daher erwarten, dass wir mit voller Kraft in den Ausbau investieren, die Belange von Mensch und Umwelt vor Ort im Blick behalten und zusätzliche Energieträger, wie grünen Wasserstoff, in der Region nutzbar machen. Jeder einzelne Bürger kann darüber hinaus zum Klimaschutz in der Region beitragen, wenn wieder stärker akzeptiert wird, dass auch grüne Technologien nicht unsichtbar sind.“   

Heiko Janssen, Vorstandsvorsitzender der Aloys Wobben Stiftung: „Nur durch einen weiteren ambitionierten Ausbau der Onshore-Windenergie lassen sich die Energiewende- und Klimaschutzziele unseres Landes erreichen. Ohne Onshore-Ausbau wird die Energie- und Klimaschutzpolitik scheitern, mit fatalen Folgen für unsere Umwelt, unsere Wirtschaft und unser Leben. Damit der kollabierte Onshore-Ausbau, unter dem Energiewende und Windbranche bereits heute massiv leiden, wiederbelebt werden kann, benötigen wir positive Rahmenbedingungen und deutlich mehr Engagement im Bund. Der Vorschlag zur EEG-Novelle enthält zwar wichtige Punkte, greift in manchen Bereichen jedoch zu kurz. Wir benötigen bspw. einen kräftigen Impuls, um die genehmigungsrechtlichen Hürden zu beseitigen, die Onshore-Projekte ausbremsen oder verhindern. Wir benötigen Erleichterungen und Anreize für das Repowering, um das enorme Potenzial zu nutzen, welches sich bei der Erneuerung von etablierten Onshore-Standorten bietet. Letztlich benötigen wir die Voraussetzungen dafür, dass Wertschöpfung und Wachstum in der Branche weiter stattfinden. Darum geht es uns bei dem Schulterschluss: Wir als Projektierer und Betreiber müssen mit der Region und dem Land gemeinsam auf die Bundesregierung einwirken, denn ein Aufschwung für den Onshore-Ausbau ist in unser aller Interesse.“

Die Leiterin des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, Prof. Dr. Antje Boetius, zeigte in ihrem Vortrag eindrücklich die Folgen des Klimawandels auf und mahnte so die Dringlichkeit beim klimafreundlichen Umbau der Energieversorgung an.

Gespräche über Gemeinschaftsunternehmen

Wie im April 2020 veröffentlicht, streben die Aloys Wobben Stiftung, Alleingesellschafterin des Auricher Windenergieanlagenherstellers ENERCON, und EWE die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens an, um den Anteil klimafreundlicher, erneuerbarer Energien sektorenübergreifend signifikant und dauerhaft zu erhöhen. Der Schwerpunkt soll dabei auf dem Ausbau der Windenergie an Land liegen. Das Gemeinschaftsunternehmen würde im Falle des Zustandekommens die von beiden Partnern eingebrachten Bestandswindparks und Projektpipelines bewirtschaften. Gemeinsam will man national sowie international weiteres Wachstum generieren und die resultierenden energiewirtschaftlichen Chancen nutzen. Das Gemeinschaftsunternehmen würde nach jetzigem Stand mehr als 2.000 Megawatt (MW) aus Bestandsanlagen sowie eine Projektpipeline von rund 9.500 MW umfassen. Geplant ist, dass beide Partner zu gleichen Anteilen am Gemeinschaftsunternehmen beteiligt sind. Die Gespräche über die Details der möglichen Kooperation sollen im Laufe des Jahres abgeschlossen werden.