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27.11.2019

Leidenschaft und Teamgeist lohnen sich

EWE Stiftung und Universität Oldenburg zeichnen engagierten Biologen aus Essen mit dem Klaus-von-Klitzing-Preis 2019 als „MINT-Lehrer des Jahres“ aus.

Klaus-von-Klitzing-Preis 2019Mohssen Assanimoghaddam (v.l.n.r.) Reinhard Lanfer (Vorsitzender des Stiftungsrats der EWE Stiftung), Dr. Stephanie Abke (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der EWE Stiftung), Marion Rövekamp (Vorstandsvorsitzende der EWE Stiftung), Tristan Aleaxander Becker (Preisträger 2019), Prof. Dr. Dr. Klaus von Klitzing (Physik-Nobelpreisträger und Namensgeber des Preises), Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper (Präsident der Universität Oldenburg).

Große Freude am Gymnasium an der Wolfskuhle in Essen: Tristan Alexander Becker, Fachlehrer für Biologie, erhält den Klaus-von-Klitzing-Preis 2019. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung, die die EWE Stiftung in Kooperation mit der Universität  Oldenburg seit fünfzehn Jahren vergibt, würdigt herausragendes Engagement in den MINT-Fächern – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Der 34-Jährige konnte sich gegen 81 Bewerberinnen und Bewerber aus ganz Deutschland durchsetzen

​Ursachen, Zusammenhänge und Wirkungen des Klimawandels
Namensgeber und Physiknobelpreisträger Prof. Dr. Klaus von Klitzing übergab den Preis am gestrigen Abend im Rahmen einer Feierstunde in Oldenburg. „Tristan Alexander Becker hat die Jury sowohl durch seine herausragende fachliche Qualifikation als auch durch seinen Teamgeist und seine überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft auch außerhalb des regulären Unterrichts überzeugt“, begründet von Klitzing die Juryentscheidung. Mit seiner Arbeitsgemeinschaft „Grüne Wölfe“ und der nachhaltigen Schülerfirma „The Green Club“ sensibilisiere er Schülerinnen und Schüler für die Ursachen, Zusammenhänge und Wirkungen des Klimawandels, womit es ihm gelänge, das Thema sachorientiert in der gesamten Schülerschaft und weit darüber hinaus zu implementieren und auch wirtschaftliche Aspekte einzubeziehen.

„Mit Tristan Alexander Becker zeichnen wir einen Lehrer aus, dem es auf beeindruckende Weise gelingt, Schülerinnen und Schüler immer wieder neu für die Biologie, den Umwelt- und Klimaschutz zu begeistern. Dabei schlägt er die Brücke zwischen Fachdisziplinen – aber auch die zum Alltag seiner Schülerinnen und Schüler. Als Universität, die für Interdisziplinarität steht und sich dem forschungsorientierten Lehren und Lernen verschrieben hat, freut uns das ganz besonders“, erklärt Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper, Präsident der Universität Oldenburg.

Nicht nur  fachliche, sondern auch menschliche Vorbilder

Marion Rövekamp, Vorstandsvorsitzende der EWE Stiftung, ergänzt: „Mit dem Klitzing-Preis ist es gelungen, nachdrücklich auf die Bedeutung von Lehrerpersönlichkeiten für die Bildungs- und Berufsbiografien unserer Kinder hinzuweisen. Gleichzeitig unterstreicht die Auszeichnung den Stellenwert von MINT-Disziplinen für unser Bildungs-, Wirtschafts- und Wissenschaftssystem. Mit dem Preisträger wird in diesem Jahr zudem besonders dem Umwelt- und Klimaschutz Rechnung getragen, der für eine enkeltaugliche Zukunft unverzichtbar geworden ist. Das zeigt, dass es uns mit dem Preis gelingt, mit der Zeit zu gehen und relevante Themen aufzugreifen. Mit zwei Dritteln des Preisgeldes in Höhe von insgesamt 15.000 Euro, das die EWE Stiftung seit 2005 jedes Jahr zur Verfügung stellt, wird außerdem jährlich ein schulisches Projekt gefördert. Damit engagiert sich die EWE Stiftung nachhaltig und zielgerichtet für den naturwissenschaftlich-technischen Unterricht und zeichnet Lehrerpersönlichkeiten aus, die nicht nur  fachliche, sondern auch menschliche Vorbilder sind. Diese Komponente ist mir persönlich besonders wichtig.“

Der Namensgeber
Klaus von Klitzing

Klaus von Klitzing, der die ersten Jahre seiner Schulzeit in Oldenburg verbrachte, ist unter anderem Direktor am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart und Mitglied des Internationalen Solvay Instituts. Darüber hinaus ist er Jury-Mitglied des Wittgenstein-Preises, den die Österreichische Forschungsgemeinschaft vergibt.

1980 entdeckte er einen neuen Quanteneffekt und erhielt dafür 1985 den Nobelpreis für Physik. 2006 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Oldenburg.


Dem heute 75-jährige Forscher ist es wichtig, außergewöhnliches pädagogisches Engagement zu fördern und zu zeigen, wie Lehrer ihre Schüler begeistern können. Er habe in jungen Jahren die Erfahrung gemacht, dass engagierte Pädagogen entscheidende Wegbereiter seien. „Wenn der Funke überspringt, können wir früh Forschergeist wecken und so Schülerinnen und Schüler für MINT-Fächer begeistern“, so der Physiker. Auch im vierzehnten Jahr überreichte er deshalb die Auszeichnung persönlich.