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10.09.2019

Energiewende: „Geld allein schafft keine gesellschaftliche Akzeptanz“

EWE-Technikvorstand Keussen warnt auf Münchner Energiekongress

Dr. Urban Keussen, EWE-Technikvorstand © Sebastian Vollmert

„Die Deutsche Energiewende droht zu scheitern, und zwar an der gesellschaftlichen Akzeptanz  für den Ausbau Erneuerbarer  Erzeugung und dem damit verbundenen Netzausbau“, so EWE-Technikvorstand Dr. Urban Keussen auf dem diesjährigen Münchner Energiekongress.

Der Ausbau der Übertragungsnetze und inzwischen auch der Windkraft sei ein zentraler „Flaschenhals der Energiewende“. Keussen warnt: „Wir scheitern an zu komplexen, ausufernden Genehmigungsverfahren und an einer Gesetzgebung, die die Balance aus Gemeinwohl und Einzelinteressen zu verlieren droht. Auch mit viel Geld für technisch aufwendige Lösungen, lässt sich Akzeptanz nicht kaufen. Es braucht ein klares Bekenntnis bei Bund, Land, Kommune und den Verbänden.“

Die Fertigstellung wichtiger Transportleitungen bis 2025 sei inzwischen unrealistisch. Umso wichtiger sei der Ausbau der Verteilnetze zu intelligenten Systemen, die Erneuerbare Energien aufnehmen und das Transportnetz entlasten. „Bei intelligenten Verteilnetzen ist EWE aufgrund seiner Lage Vorreiter. Auch die Zusammenarbeit der Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber auf Augenhöhe etabliert sich. Jetzt müssen wir es schaffen, den gesellschaftlichen Konsens nicht nur auf schönen Bildern, sondern auch in der Praxis vor Ort herzustellen. Da stehen wir alle gemeinsam in der Verantwortung“, so Keussen.