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21.03.2019

Glasfaser Nordwest - „Die Menschen im Nordwesten sind die Gewinner“

Die Deutsche Telekom und EWE planen, das Unternehmen „Glasfaser NordWest“ zu gründen. Damit werden sie den Glasfaserausbau in Norddeutschland gemeinsam vorantreiben. Was genau die beiden Unternehmen für den Nordwesten vorhaben berichten Telekom Deutschland-Chef Dirk Wössner und Norbert Westfal, Sprecher der Geschäftsführung EWE TEL und EWE VERTRIEB.

Glasfaser Nordwest Norbert Westfal und Dirk WössnerJörg Heupel (V. li.:) Norbert Westfal und Dirk Wössner

Herr Wössner, Sie haben mit EWE den Gründungsvertrag von „Glasfaser NordWest“ unterschrieben. Wozu dieser Schritt?

Dirk Wössner: Die Telekom ist der Digitalisierungsmotor Deutschlands. Und nun schalten wir gemeinsam mit EWE einen Gang höher. Glasfaser NordWest wird neue Glasfasernetze bauen. Und das schneller und flächendeckender, als es beiden Unternehmen alleine möglich wäre. Telekom und EWE werden in den nächsten zehn Jahren gemeinsam rund zwei Milliarden in das neue Unternehmen investieren. Dieser Zeitrahmen ist lediglich ein Hinweis auf die geplanten Investitionen. Denn wir streben eine langjährige, unbefristete Partnerschaft an. Gemeinsam wollen wir in Norddeutschland bis zu 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmensstandorte mit schnellem Internet versorgen.

Herr Westfal, Sie haben bereits 2016 ein eigenes Glasfaser-Ausbauprogramm angekündigt. Jetzt kommt das Gemeinschaftsunternehmen. Was versprechen Sie sich von der Kooperation?


Norbert Westfal: Zusammen mit der Telekom können wir noch mehr Haushalte direkt an das Glasfasernetz anschließen. Die Menschen im Nordwesten sind die eigentlichen Gewinner dieser Kooperation. EWE ist hier seit Jahren bekannt für schnelle Internetzugänge und Glasfaserausbau in den Städten als auch im ländlichen Raum. Nun konnten wir auch die Telekom gewinnen, um in unserem Heimatmarkt mit uns massiv zu investieren. Gemeinsam bringen wir eine Region nach vorn und legen die Grundlage für die Digitalisierung. Damit nimmt der Nordwesten eine Vorreiterrolle in Deutschland ein.  

Plant die Telekom ähnliche Firmengründungen mit anderen Unternehmen?

Dirk Wössner: Deutschland digitalisieren und möglichst alle Bürger und Unternehmen mitnehmen – das ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Und diese Herausforderung gehen wir am besten mit einem gut gefüllten Werkzeugkasten an. Es wäre nicht klug, sich bei der Wahl der strategischen Werkzeuge selbst zu beschränken. In diesem Fall ist eine Firmengründung sinnvoll. Sie ist ein klares Bekenntnis: Wir bauen Deutschland aus. Pragmatisch, statt dogmatisch. Mit Partnern, statt im Alleingang.

Herr Westfal, Sie teilen mit, dass auch andere Telekommunikationsanbieter die neue Infrastruktur nutzen können. Was heißt das genau?

Norbert Westfal: Selbstverständlich nutzen wir das neue Netz nicht nur für unsere Vertriebe. Im Endkundengeschäft bleiben EWE und Telekom ja auch Konkurrenten. Aber auch andere Telekommunikationsanbieter können Netzzugänge anmieten und ihre eigenen Kunden über die neue Infrastruktur versorgen. Wichtig ist uns, dass wir die Zugänge in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen anbieten können. EWE und Telekom möchten sehr viel Geld in diese Region investieren und gehen damit auch ein Risiko ein. Für die Errichtung einer nachhaltigen und zukunftssicheren Infrastruktur brauchen wir die passenden Rahmenbedingungen. Auch wir haben selbstverständlich ein Interesse an einer sehr hohen Auslastung, daher bietet das geplante Gemeinschaftsunternehmen seine Leistungen zu festgelegten, marktkonformen Preisen an.