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Gasspeicher Jemgum: EWE hat Solbetrieb gestartet


Oldenburg, 15. Februar 2010. „Wasser marsch." Mit diesen Worten setzte der EWE-Gesamtprojektleiter Ralf Riekenberg im Beisein von Jemgums Bürgermeister Johann Tempel und WINGAS-Betriebsleiter Klaus Peine am Montag, 15. Februar, um 13:30 Uhr auf dem Gelände des im Bau befindlichen Erdgasspeichers in Jemgum den so genannten Solbetrieb in Gang. Das bedeutet, EWE leitet seit dem Frischwasser aus der Ems in den unterirdischen Salzstock in der Gegend um Jemgum, genau gesagt in die – derzeit fünf – im Salzstock angelegten Bohrlöcher. „Durch diese Wassereinleitung, die unter anderem vier neu eingestellte Mitarbeiter aus Jemgum steuern, entsteht in den nächsten zwei bis drei Jahren am Ende eines jeden Bohrloches ein Hohlraum, eine so genannte Kaverne", erklärte Ralf Riekenberg den anwesenden Journalisten. In diesen Kavernen will das Unternehmen zukünftig Erdgas speichern. Die Speichermenge pro Kaverne reiche aus, um etwa 20.000 Haushalte ein Jahr lang mit Erdgas zu versorgen.

EWE kooperiert bei diesem Projekt mit dem Energieunternehmen WINGAS aus Kassel. Beide Unternehmen wollen in den nächsten Jahren insgesamt 33 Kavernen im Salzstock Jemgum errichten. EWE plant 15 und WINGAS 18 Kavernen. Jede Kaverne hat einen Durchmesser von circa 80 Metern bei einer Höhe von bis zu 400 Metern. Im Jahr 2013 wird EWE die ersten Kavernen zum Ein- und Ausspeichern von Erdgas nutzen.

Das Frischwasser, das sich bei dem Solprozess mit Salz anreichert, transportiert EWE – zukünftig auch WINGAS – über eine 42 Kilometer lange Leitung von Jemgum bis zum Rysumer Nacken, wo das Wasser als so genannte Sole in die Nordsee gelangt. Den Bedenken von Umweltschützern und Fischern, dass sich die Einleitung des salzhaltigen Wassers negativ auf die Umwelt auswirkt, hält Ralf Riekenberg entgegen: „Dieser Einleitung sind umfangreiche Gutachten und Untersuchungen vorausgegangen, die alle die Umweltverträglichkeit dieses Projektes bestätigen." Darüber hinaus werde der Einleitprozess durch ständige behördliche Messungen überwacht.

Die Einleitung der Sole ist Riekenberg zufolge in einem Radius von maximal 50 Metern um die Einleitstelle nachweisbar, darüber hinaus sei „keine erhöhte Salzkonzentration mehr messbar". „Dort wo wir einleiten, ist einerseits bereits eine hohe natürliche Salzkonzentration vorhanden, andererseits eine starke Durchmischung des Wassers – aufgrund von Ebbe und Flut und der Größe des Wasserkörpers – gegeben", ergänzte Klaus Peine.

„Wir können die Bedenken von Naturschützern und den von diesem Projekt unmittelbar betroffenen Menschen hier in der Region nachvollziehen und nehmen diese sehr ernst", so Riekenberg. Aus diesem Grund habe EWE in Kooperation mit WINGAS alles getan, um die Beeinträchtigungen, die mit dem Projekt verbunden seien, auf ein Minimum zu reduzieren. „Dazu gehören zum Beispiel eine ökologische Baubegleitung durch einen Biologen, ökologische Beleuchtung, Lärmschutzwände und die Verlegung der Soleeinleitung von Ditzum in den Bereich der Nordsee bei Rysum", sagte der EWE-Gesamtprojektleiter am Montag in Jemgum.

Zu den positiven Seiten des Projektes für die Region und speziell für Jemgum gehört Johann Tempel zufolge, dass EWE und WINGAS damit vor Ort Arbeitsplätze sichern und schaffen.

Über den aktuellen Projektstand des EWE-Kooperationspartners WINGAS wird das Unternehmen aus Kassel am 18. Februar berichten. „An diesem Tag laden wir alle Interessierten ein, zu einem ,Tag der offenen Tür` von 14 bis 18 Uhr auf der WINGAS-Baustelle", so Klaus Peine.

 

 



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