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EWE wächst im Jahr 2007 trotz Druck aus Regulierung und Wettbewerb


  • Umsatz um 12,5 Prozent auf 4,7 Mrd. Euro gesteigert
  • Operatives Ergebnis leicht unter Vorjahresniveau
  • Wettbewerb und Regulierung prägen das Marktumfeld
  • Strategisches Wachstum in neuen Märkten

 

Oldenburg, 29. April 2008.
Das Geschäftsjahr 2007 des EWE-Konzerns stand im Zeichen eines zunehmenden Wettbewerbs und der erneuten Regulierung auf dem Energiemarkt sowie dem Ausbau von Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung. Daneben baute das Unternehmen sein internationales Engagement aus und stieg in den türkischen Energiemarkt ein. Die Bereiche Telekommunikations- und Informationstechnologie sorgten nicht nur aufgrund von Zukäufen für ein deutliches Wachstum.

EWE-Vorstandsvorsitzender, Dr. Werner Brinker, zog eine durchweg positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2007. „Das zurückliegende Geschäftsjahr bestätigt unsere Position im Markt und macht mich sehr zuversichtlich für die Herausforderungen der kommenden Monate“, so Brinker. Mit dem Ausbau eigener Forschungsaktivitäten blicke man zudem weit über normale Berichterstattungszeiträume hinaus und sichere dem Unternehmen die Grundlage für ein erfolgreiches Wirtschaften in den kommenden Jahrzehnten.

Als kapitalmarktorientiertes Unternehmen legt EWE für das Geschäftsjahr 2007 erstmals einen Konzernabschluss nach den internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS vor.

EWE steigerte 2007 den Konzernumsatz um 12,5 Prozent auf 4,7 Mrd. Euro. Alle Geschäftsbereiche haben zum Umsatzwachstum beigetragen. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging gegenüber dem Vorjahr leicht zurück und lag bei 442,9 Mio. Euro (minus 5,0 Prozent). Grund für den Ergebnisrückgang waren in erster Linie die Regulierungseinflüsse auf das Netzgeschäft. Der Konzernjahresüberschuss verbesserte sich u. a. aufgrund von Steuereffekten um 11,7 Prozent auf 299,2 Mio. Euro. Die vorgeschlagene Dividende je nominal 5 Euro Aktienkapital wurde auf 1,625 Euro (Vorjahr 1,5 Euro) angehoben.

Geschäftsbereich Energie: Ergebnisplus durch verbessertes Stromgeschäft
Im Geschäftsbereich Energie hat EWE seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent auf 3,5 Mrd. Euro gesteigert. Das Umsatzplus basiert auf dem Stromgeschäft und ist sowohl auf einen gestiegenen Stromabsatz um rund 5 Prozent als auch auf den Anstieg der den Strombeschaffungskosten angepassten Abgabepreise zurückzuführen. Anders entwickelte sich das Erdgasgeschäft:
Infolge der sehr milden Temperaturen zu Jahresanfang sank der Erdgasabsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 6 Prozent. Den Umsatz minderte zudem die Senkung der Erdgaspreise, die EWE der allgemeinen Preissystematik folgend im April 2007 an seine Kunden weitergegeben hatte. Das EBIT stieg auf 194,1 Mio. Euro (Vorjahr 154,4 Mio. Euro). Der Anstieg resultiert hauptsächlich daraus, dass das Vorjahresergebnis im Strombereich durch die im Vergleich zu den Verkaufspreisen schneller angestiegenen Bezugskosten stark belastet war.

Regulierungseinflüsse belasten Ergebnis im Netzbereich
Der Umsatz im Geschäftsbereich Netz belief sich 2007 auf 1,5 Mrd. Euro (Vorjahr 1,4 Mrd. Euro). Der Zuwachs ergibt sich vorrangig aus der EEG-Umlage für die vermehrte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen in das EWE-Netz. Das EBIT war durch die Entgeltkürzungen für das Strom- und Erdgasnetz durch die Regulierungsbehörde belastet. Es sank um 23 Prozent auf 135,7 Mio. Euro (Vorjahr 176,2 Mio. Euro).

Geschäftsbereich I+K mit zweistelligen Wachstumsraten
Ein besonders deutliches Umsatz- und Ergebnisplus von rund 25 beziehungsweise 27 Prozent verzeichnete der Geschäftsbereich I+K (Informationstechnologie und Telekommunikation). Der Umsatz stieg auf 550,3 Mio. Euro (Vorjahr 439,9 Mio. Euro) an; das EBIT verbesserte sich auf 42,8 Mio. Euro (Vorjahr 33,8 Mio. Euro). Dazu haben der Erwerb des Braunschweiger Telekommunikationsanbieters BCC und die Erweiterung der BTC-Gruppe ebenso beigetragen wie die positive Geschäftsentwicklung aller Konzerntöchter in ihren Märkten. Im Privatkundensegment konnten die Telekommunikationsunternehmen im Konzern erneut Marktanteile hinzugewinnen und die Anzahl der Direktanschlüsse um 16 Prozent auf mehr als 550.000 erhöhen.

Geschäftsbereich Holding mit verbessertem Beteiligungsergebnis
Im Geschäftsbereich Holding stieg der Umsatz um 7,5 Prozent auf 5,7 Mio. Euro. Das EBIT stieg um 3,6 Prozent auf 392,6 Mio. Euro. Ausschlaggebend für den Anstieg war im Wesentlichen das verbesserte Beteiligungsergebnis.

Mitarbeiterzahl um rund 10 Prozent gestiegen
2007 beschäftigte der EWE-Konzern im Durchschnitt 4.693 Mitarbeiter. Gegenüber 2006 stieg der Personalstand um 417 Mitarbeiter beziehungsweise 9,8 Prozent. Zum Jahresende 2007 erlernten 277 junge Menschen bei EWE einen Beruf.

Dividende erhöht
Bei der ordentlichen Hauptversammlung hat der Vorstand den Anteilseignern der EWE AG, den Städten und Landkreisen der Ems-Weser-Elbe-Region, eine Dividende von 65 Mio. Euro vorgeschlagen (Vorjahr 60 Mio. Euro).

Ausblick
Brinker sieht den Jahresabschluss als beste Voraussetzung für die Herausforderung der kommenden Monate. Man habe eine starke Position für die Verhandlungen über eine strategische Partnerschaft und die Herausforderungen eines zunehmenden Wettbewerbs sowie die abermalige Kostenregulierung. EWE werde sich weiterhin aktiv am Wettbewerb beteiligen, plane die Einführung neuer Produkte und prüfe auch die Ausweitung der Vertriebsaktivitäten. EWE erwarte bei der Netzentgeltregulierung für das Jahr 2008 Kürzungen ebenfalls unterhalb des Branchendurchschnittes. Brinker wollte sich nicht zu den Energiepreisentwicklungen im Jahr 2008 festlegen. Es sei jedoch nicht von einer schwächeren Nachfrage auf den Weltmärkten auszugehen. „Energie wird sich weiterhin auf einem recht hohen Preisniveau bewegen“, so der EWE-Vorstandsvorsitzende.

Das Unternehmen verfolgt auch weiterhin die Absicht, im Bereich der Stromproduktion Fuß zu fassen, um eine größere Unabhängigkeit zu erlangen. Im Bereich der Gasspeicherung sollen im laufenden Jahr zwei Großprojekte weiter vorangetrieben werden. Weiterhin halte man an dem Kurs einer stärkeren Internationalisierung fest. Im Fokus stehe dabei der Wachstumsmarkt Türkei, in dem der Konzern mit der EWE Enerji A.S. bereits sehr präsent sei.

Im Geschäftsbereich I+K plant EWE eine noch stärkere Verzahnung der Teilbereiche Telekommunikation und Informationstechnologie. Aufgrund eines immer stärker werdenden Wettbewerbs im Bereich Telekommunikation ist hier eine noch intensivere Zusammenarbeit der einzelnen Tochtergesellschaften vorgesehen, um sich die gute Wettbewerbsposition in den Regionen zu sichern.

Derzeit erwartet EWE für 2008 einen leicht steigenden Umsatz bei einem leicht sinkenden EBIT. Wachstumstreiber mit wahrscheinlich weiterhin zweistelligen Wachstumsraten wird der Bereich I+K sein.

 

 2007

 2006

 Veränderung %

 Konzern      
 Umsatz

 4.656,2 Mio. €

 4.139,5 Mio. €

 12,5

 EBIT

 442,9 Mio. €

 466,0 Mio. €

 -5,0

 Jahresüberschuss

 299,2 Mio. €

 267,9 Mio. €

 11,7

 Dividende je nom. 5 €
Aktienkapital

 1,625 €

 1,500 €

 8,3

 Mitarbeiter

 4.693

 4.276

 9,8

 Auszubildende

 277

 226

 22,6

 GB Energie      
 Energieabsatz

 37.618 Mio. kWh

 40.128 Mio. kWh

 -6,3

 Stromabsatz

 14.323 Mio. kWh

 13.585 Mio. kWh

 5,4

 Umsatz

 3.493,6 Mio. €

 3.251,8 Mio. €

 7,4

 EBIT

 135,7 Mio. €

 176,2 Mio. €

 25,7

 GB Netz      
 Umsatz

 1.540,3 Mio. €

 1.441,2 Mio. €

 6,9

 EBIT

 135,7 Mio. €

 176,2 Mio. €

 -23,0

 BG I+K      
 Umsatz

 550,3 Mio. €

 439,9 Mio. €

 25,1

 EBIT

 42,8 Mio. €

 33,8 Mio. €

 26,6

 GB Holding      
 Umsatz

 5,7 Mio. €

 5,3 Mio. €

 7,5

 EBIT

 392,6 Mio. €

 379,1 Mio. €

 3,6



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