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EWE: Salzstock Moeckow als Gasspeicher geeignet

Unternehmen präsentiert erste Ergebnisse im Schloss Wrangelsburg


Oldenburg, 14. April 2008.
Der Salzstock Moeckow ist für die Speicherung von Erdgas geeignet. Dies gab das Unternehmen EWE am Montag im Schloss Wrangelsburg (Mecklenburg-Vorpommern) bekannt. EWE präsentierte hier die Ergebnisse einer achtwöchigen Probebohrung, die seit dem 5. April offiziell abgeschlossen ist.

„Dass der Salzstock aufgrund seiner Ausdehnung und Lage für die Speicherung von Erdgas geeignet ist, wussten wir bereits durch seine geophysikalische Vermessung“, erklärte Projektleiter Thomas Beutel. „Die Bohrung bis in 1.600 Meter Tiefe und die Auswertung der Bohrkerne gab jetzt aber auch Auskunft darüber, wie das Salz beschaffen ist. Demnach ist der Salzstock Moeckow auch unter diesem Aspekt dafür geeignet, Erdgas darin zu speichern“, so Beutel weiter. Um die Ergebnisse zu konkretisieren stünden allerdings weitere Untersuchungen an. Unter anderem würde das Salzgestein auf seine Druckfestigkeit überprüft, erst dann könne genau gesagt werden, wie viele Kavernen darin angelegt werden könnten. „Die meisten Ergebnisse liegen voraussichtlich im Sommer dieses Jahres vor“, so der EWE-Projektleiter.

Mit dem Erdgasspeicher will die EWE AG ihre Speicherkapazität für Erdgas weiter ausbauen. Der Speicher im Salzstock Moeckow, etwa 20 Kilometer südlich von Greifswald, soll als Kavernenspeicher angelegt werden. Kavernen sind Hohlräume, die durch Ausspülen unterirdischer Salzsteinformationen entstehen. EWE betreibt bereits in Niedersachsen zwei Speicher und einen weiteren in Rüdersdorf bei Berlin.

Mit dem Ausspülen des Salzstockes beginne EWE frühestens im Jahr 2010. Für die Einleitung der Sole favorisiere das Unternehmen auch weiterhin den Greifswalder Bodden. Dies setzt dem EWE-Projektleiter zufolge aber voraus, dass der Salzgehalt der Sole vor der Einleitung auf das Niveau des Boddenwassers verdünnt wird.

Die interessierte Öffentlichkeit informiert EWE über das Speicherprojekt in einem Informationsbüro in Wrangelsburg. Das Büro am Schlossplatz wurde im Februar eröffnet und ist für die Bürger immer donnerstags, von 15 und 17 Uhr geöffnet.

Anlass für den geplanten Erdgasspeicher ist EWE zufolge die voraussichtliche Anlandung der Ostseeleitung „Nord Stream“ bei Greifswald, die russisches Erdgas nach Westeuropa transportiert. Man wolle damit nahe eines strategisch wichtigen Anlandepunktes eine Speichermöglichkeit für Erdgas schaffen und zudem die Gelegenheit nutzen, seine Kapazitäten im Bereich der Speicherdienstleistungen konsequent auszubauen, heißt es seitens EWE.  Die Salzstruktur Moeckow ist nach EWE Angaben die einzige Salzlagerstätte im weiten Umkreis von Greifswald, die als Speicherstandort geeignet scheint. Der Salzstock beginnt etwa 400 Meter unter der Erdoberfläche. Von da an reicht er über 2.000 Meter tief in die Erde hinein. 

Kritik übt EWE an den Plänen der EU, den Erdgasspeicherbetrieb stärker zu regulieren. „Wir begrüßen die grundsätzliche Absicht der EU, Gasspeicherkapazitäten auszubauen. Die geplante Zugangsregulierung von Gasspeichern, vor allem aber die angestrebte Tarifregulierung schaffen ein negatives Klima und schrecken Investoren ab", sagt der EWE-Vor-standsvorsitzende Dr. Werner Brinker. Ihm zufolge bedeutet eine weitere Verschärfung der Regulierung eine Gefährdung notwendiger Investitionen und damit des Wettbewerbs. Eine sichere Versorgung von Europa mit Erdgas werde hierdurch aufs Spiel gesetzt.



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