EWE startet Probebohrung im Salzstock Moeckow
Informationsbüro für interessierte Öffentlichkeit in Wrangelsburg
Oldenburg, 6. Februar 2008.
Nachdem die Oldenburger EWE AG den Salzstock Moeckow bereits geophysikalisch vermessen hat, soll jetzt eine Probebohrung weiteren Aufschluss darüber geben, ob er geeignet ist, um darin Erdgas zu speichern.
Die Bohrung bei Wrangelsburg an der Kreuzung Moeckowberg läuft ab dieser Woche und wird etwa acht bis zehn Wochen andauern. „Mit Hilfe der Bohrung möchten wir nähere Informationen über die Beschaffenheit des Salzes einholen“, sagt der Projektleiter von EWE, Thomas Beutel. Die interessierte Öffentlichkeit informiert EWE vor Ort mit einem Infobüro in Wrangelsburg auf dem Schlossplatz. Das Büro wird am 7. Februar um 15 Uhr eröffnet und ist zukünftig immer donnerstags von 15 bis 17 Uhr geöffnet.
Mit dem Erdgasspeicher will die EWE AG ihre Speicherkapazität für Erdgas weiter ausbauen. Der Speicher im Salzstock Moeckow, etwa 20 Kilometer südlich von Greifswald, soll als Kavernenspeicher angelegt werden. Kavernen sind Hohlräume, die durch Ausspülen unterirdischer Salzsteinformationen entstehen. EWE betreibt bereits in Niedersachsen zwei Speicher und einen weiteren in Rüdersdorf bei Berlin.
Anlass für den geplanten Erdgasspeicher ist EWE zufolge die voraussichtliche Anlandung der Ostseeleitung „Nord Stream“ bei Greifswald, die russisches Erdgas nach Westeuropa transportiert. Man wolle damit nahe eines strategisch wichtigen Anlandepunktes eine Speichermöglichkeit für Erdgas schaffen und zudem die Gelegenheit nutzen, seine Kapazitäten im Bereich der Speicherdienstleistungen konsequent auszubauen, heißt es seitens EWE.
Kritik übt EWE an den Plänen der EU, den Erdgasspeicherbetrieb vom Erdgasvertrieb zu trennen. „Wir begrüßen die grundsätzliche Absicht der EU, Gasspeicherkapazitäten auszubauen. Die Zugangsregulierung von Gasspeichern und eine formalistische Verrechtlichung aber schaffen ein negatives Klima und schrecken Investoren ab", sagt der EWE-Vorstandsvorsitzende Dr. Werner Brinker. Ihm zufolge bedeutet eine Verrechtlichung des Speicherzugangs auch erhöhten administrativen Aufwand, der Kosten verursacht, die sich wiederum zunächst in erhöhten Speicherpreisen und letztendlich in erhöhten Erdgaspreisen niederschlagen werden.
Die Salzstruktur Moeckow ist nach EWE Angaben die einzige Salzlagerstätte im weiten Umkreis von Greifswald, die als Speicherstandort geeignet scheint. Der Salzstock ist über 2.000 Meter mächtig.
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