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Stromversorgung braucht Investitionssicherheit - Pläne der Bundesnetzagentur gefährden Netzqualität


Oldenburg, 6. November 2006.
Größere Planungssicherheit für Investitionen in Energienetze mahnt der Vorstandschef des fünftgrößten Energieunternehmens EWE Dr. Werner Brinker an. Der aktuelle europaweite Stromausfall habe erneut die Bedeutung einer sicheren Energieversorgung aufgezeigt. Noch verfüge Deutschland – und ganz besonders das EWE-Gebiet – im internationalen Vergleich über ein hohes Niveau der Versorgungssicherheit. Bei den vorliegenden Plänen der Bundesnetzagentur, Netzentgelte zu kürzen, sei es für Unternehmen jedoch kaum noch möglich, in ausreichendem Umfang in die Netze zu investieren und damit die Versorgungsqualität zu sichern.

„Premiumversorgung gibt es nicht zum Discountpreis", so Brinker. Es könne nicht sein, dass einerseits der Ruf nach höchster Netzqualität laut wird und andererseits den Unternehmen dafür notwendige Einnahmen gekürzt werden. Allein im vergangenen Jahr investierte EWE mehr als 60 Millionen Euro in den Ausbau und die Sicherheit des Stromnetzes. Ob dies langfristig aufrechterhalten werden könne, sei jedoch fraglich.

Investitionen fließen nicht nur in die Netze, sondern auch in Forschung und Entwicklung. Gerade der politisch gewollte Ausbau der Windenergienutzung, aber auch anderer regenerativer Energieträger, stelle hohe Anforderungen an das Netzmanagement. EWE beschäftigt sich seit Jahren mit dem Gleichgewicht zwischen Strombedarf und Stromproduktion. Das Unternehmen entwickelt ein dezentrales Energiemanagement System (DEMS), um den Strombezug aus einer Vielzahl von Energiequellen zu optimieren.

Durch DEMS könnte beispielsweise ein plötzlicher Ausfall von Windstrom bei Überlastung des Netzes – wie vermutlich im aktuellen Störfall – besser kompensiert werden. Netzsicherheit muss Brinker zufolge für alle Spannungsebenen gewährleistet sein. Da EWE den Strom vom vorgelagerten Netzbetreiber übernehme und über Mittel- und Niederspannungsnetze zum Kunden führe, sei das Unternehmen auch auf ein funktionierendes Hoch- und Höchstspannungsnetz angewiesen. Durch Störungen in diesen Netzen ist es am Wochenende im EWE-Netz nur zu Spannungsschwankungen gekommen, jedoch nicht zum Ausfall.



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