EWE prüft Standort für Erdgasspeicher in Ostvorpommern - Salzstock Möckow könnte Erdgas aus Ostseepipeline aufnehmen
Oldenburg, 30. November 2006.
Die Oldenburger EWE AG will ihre Speicherkapazität für Erdgas weiter ausbauen und plant, in Mecklenburg-Vorpommern einen Erdgaskavernenspeicher zu errichten. Kavernen sind Hohlräume, die durch Ausspülen unterirdischer Salzsteinformationen entstehen. Als Speicherstandort ist der Salzstock Möckow im Landkreis Ostvorpommern etwa 20 Kilometer südlich von Greifswald vorgesehen. Zunächst sollen jedoch ab Anfang 2007 seismische Untersuchungen und eine anschließende Probebohrung klären, ob der Salzstock dafür geeignet ist. Der mögliche Baubeginn wäre EWE zufolge frühestens Anfang 2008.
EWE betreibt bereits in Niedersachsen 23 Speicherkavernen. Zwei weitere in Rüdersdorf bei Berlin sind im Bau.
Anlass für den geplanten Erdgasspeicher ist die voraussichtliche Anlandung der Ostseeleitung „Nord Stream" bei Greifswald, die russisches Erdgas nach Westeuropa transportiert. „Sollten die Voruntersuchungen positiv ausfallen, schaffen wir mit diesem Projekt nahe eines strategisch wichtigen Anlandepunktes eine Speichermöglichkeit für Erdgas. Dies bietet EWE auch die Gelegenheit, seine Kapazitäten im Bereich der Speicherdienstleistungen konsequent auszubauen, eine Dienstleistung, die EWE seit vielen Jahren betreibt", so der EWE Vorstandsvorsitzende Dr. Werner Brinker.
Mit Genehmigung des Bergamtes Stralsund erfolgen die seismischen Messungen auf einer Fläche von 50 Quadratkilometern. Die Messpunkte liegen etwa im Bereich zwischen den Gemeinden Hanshagen, Karlsburg, Züssow und Lühmannsdorf.
EWE weist darauf hin, dass für die seismischen Untersuchungen Messtrupps etwa vier Wochen mit ihren Fahrzeugen auf Straßen und Landwegen unterwegs sein werden. Gearbeitet wird mit drei 22 Tonnen schweren Fahrzeugen, die durch Vibrationen Schallwellen erzeugen. In einigen unzugänglichen Waldgebieten werden die Schallwellen mit Hilfe von kleinen sorgfältig kontrollierten Sprengladungen erzeugt, die in etwa zehn Meter tiefen Bohrlöchern gezündet werden.
Grundeigentümer und Pächter werden ab Anfang Dezember persönlich angesprochen. Im Herbst 2007 soll dann eine Probebohrung weitere Auskunft darüber geben, ob der Salzstock geeignet ist, darin Kavernen anzulegen.
Die Salzstruktur Möckow ist nach EWE Angaben die einzige Salzlagerstätte im weiten Umkreis von Greifswald, die als Speicherstandort geeignet scheint. Die Oberfläche des Salzstockes liegt in einer bohrtechnisch nachgewiesenen Tiefe von 800 Metern. Der Salzstock ist rund 2.000 Meter mächtig.
Informationen zu diesem Projekt liegen in Kürze im Amt Züssow aus.
Pressekontakte
Konzernkommunikation
