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EWE-Jahrespressekonferenz

Geschäftsjahr 2004


Oldenburg, 4. April 2005.
Teilnehmer:
Dr. Werner Brinker, Vorsitzender des Vorstandes
Heiko Harms, Vorstand Netze & IT
Axel F. Waschmann, Kaufmännischer Vorstand
Dr. Klaus-Ewald Holst, Vorstand Gasbeschaffung und -speicherung
Cora Zillich, Leiterin Unternehmenskommunikation

EWE-Schlaglichter

  • EWE-Konzern: Strategische Beteiligungen sorgen für Wachstumsschub
  • EWE gewinnt 90 000 neue Kunden
  • EWE unverändert eines der preisgünstigsten Energieunternehmen Deutschlands
  • EWE Stromtarife bleiben stabil (Allgemeiner Tarif)
  • EWE schafft im Berichtsjahr 250 neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze
  • EWE wird 75: Jubiläumsveranstaltungen präsentieren das Leistungsspektrum


EWE-Konzern erreicht 2004 neue Größenordnung
EWE hat sich als neue „Nummer Fünf" unter den deutschen Energieunternehmen im Berichtsjahr eine vorteilhafte Ausgangsposition auf den nationalen und internationalen Energiemärkten verschafft. Durch die Ausweitung des Konsolidierungskreises haben sich wichtige Unternehmenskennzahlen wie Bilanzsumme und Umsatz verdoppelt.

Vor allem durch die Beteiligung an der VNG – Verbundnetz Gas AG in Leipzig veränderte sich die Struktur des EWE-Konzerns nachhaltig. Darüber hinaus erhöhte EWE seine Stimmrechtsanteile an der swb AG (swb) in Bremen von 35,4 auf 49 Prozent und erwarb eine 50-prozentige Beteiligung an dem Hannoveraner Telekommunikationsunternehmen htp GmbH. Um den Erwerb von VNG- und swb-Unternehmensanteilen langfristig und möglichst kostengünstig zu finanzieren, platzierte EWE im Oktober 2004 eine Anleihe am Kapitalmarkt. Sie hat ein Gesamtvolumen von 1,5 Mrd. Euro und besteht aus zwei Tranchen mit Laufzeiten von 10 und 15 Jahren.

„Die Weichen für die Zukunft sind gestellt", resümierte Dr. Werner Brinker, Vorsitzender des Vorstandes der EWE AG, auf der Jahrespressekonferenz die strategische Neuausrichtung und die erfolgreiche Geschäftsentwicklung des Konzerns. „In dieser Konstellation sind wir bestens aufgestellt, um den Herausforderungen im deutschen und europäischen Energiemarkt in den nächsten Jahren gewachsen zu sein. Unsere Zukunftsperspektiven sind Wachstumsperspektiven."

Umsatz- und Ergebnisentwicklung *
Der EWE-Konzern hat 2004 einen Umsatz von 6,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,1 Mrd. Euro) erzielt. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Konzern (EBT) stieg von 164 Mio. auf 296 Mio. Euro. Die deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerung ist im Wesentlichen auf die erstmals konsolidierte VNG AG zurückzuführen (Konsolidierungszeitpunkt 28. Januar 2004). Bereinigt um die Veränderungen des Konsolidierungskreises ergibt sich ein organisches Umsatzwachstum von 6 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro. Insgesamt erreichte das Konzernergebnis – getragen durch die Erweiterung des Konsolidierungskreises – mit 180 Mio. Euro (Vorjahr: 86,9 Mio. Euro) ein neues Niveau.

Als Dividende auf das Grundkapital der EWE AG in Höhe von 200 Mio. Euro ist eine Ausschüttung von 1,50 Euro je nominal 5 Euro Aktienkapital geplant. Diese Ausschüttung in Höhe von insgesamt 60 Mio. Euro kommt der Region zugute, denn die Eigentümer der EWE AG sind die Landkreise und Städte des Ems-Weser-Elbe-Gebietes. Am Grundkapital der EWE AG sind die Weser-Ems-Energiebeteiligungen GmbH (WEE), Oldenburg, zu 81,9 Prozent und die Energieverband Elbe-Weser Beteiligungsholding GmbH (EEW), Oldenburg, zu 18,1 Prozent beteiligt. Alleingesellschafter der WEE ist der Landeselektrizitätsverband Oldenburg (LEV); seine Mitglieder sind Landkreise und Städte zwischen Weser und Ems. Alleingesellschafter der EEW ist der Energieverband Elbe-Weser; hier bilden eine Stadt und Landkreise zwischen Weser und Elbe die Mitglieder.

* Der geprüfte Jahresabschluss bedarf noch der Feststellung durch den Aufsichtsrat.

Segment Energie: Weiterer Kundenzuwachs
Im Segment Energie, welches das Strom- und Gasgeschäft ebenso umfasst wie die Umwelttechnologien des EWE-Konzerns, stieg der Konzernumsatz in 2004 um 5 Prozent auf 3 Mrd. Euro. Getragen wird dieses Wachstum hauptsächlich durch einen erhöhten Stromumsatz. Diesem stehen jedoch gestiegene Bezugskosten an den Energiebeschaffungsmärkten gegenüber. Deshalb wirkte sich die Umsatzsteigerung nur leicht verbessernd auf das Ergebnis aus.

Der Stromabsatz konnte gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent auf 13,9 Mrd. kWh gesteigert werden. Die Zahl der Stromkunden lag mit rund 1 037 000 um etwa 16.000 über dem Vorjahreswert. Neben der Gewinnung von Neukunden wirkte sich hier die Verschmelzung der Gemeindewerke Scheeßel aus. Außerdem konnte EWE per Saldo fast 2.000 Kunden von anderen Anbietern zurückgewinnen; die Wechselquote sank damit auf unter 3 Prozent.

Aufgrund der milden Witterung ging der Erdgasabsatz im abgeschlossenen Geschäftsjahr um 3,7 Prozent auf 42,4 Mrd. kWh zurück. Gleichzeitig stieg die Zahl der Gaskunden um über 20 000 auf fast 754 000. Der Anstieg resultiert – neben der erstmaligen Konsolidierung von MOW und der Verschmelzung der Gemeindewerke Scheeßel auf die EWE AG – vor allem aus einer erfolgreichen Neukundenakquisition.

Segment Ferngas: 2004 brachte Rekordabsatz
Mit 166,6 Mrd. kWh wurde 2004 der höchste Absatzwert der Unternehmensgeschichte der VNG – Verbundnetz Gas AG, Leipzig, erzielt. Aufgrund der Erstkonsolidierung zum 28. Januar 2004 wurden in den EWE-Konzernabschluss 146,1 Mrd. kWh einbezogen. Der Absatzrekord geht auf steigende Erdgasverkäufe an Großkunden zurück.

Segment Telekommunikation und Informationstechnologie: Dynamisches Wachstum
Dieses Segment umfasst die Tätigkeit von EWE TEL, BREKOM und osnatel sowie BTC. Innerhalb des EWE-Konzerns ist dieses Segment zu einem bedeutenden Standbein mit dynamischen Wachstumsraten geworden. Der konsolidierte Umsatz stieg im Berichtsjahr von 194 Mio. Euro auf 271 Mio. Euro; davon sind 48 Mio. Euro auf die Erweiterung des Konsolidierungskreises zurückzuführen.

Besonders erfreulich sind die enormen Kundenzuwachsraten bei allen TK-Gesellschaften. EWE TEL, BREKOM und osnatel zählten am Jahresende 302 000 Kunden – das bedeutet einen Anstieg um 57 000 Kunden in diesem Geschäftsbereich. Die htp GmbH bietet in der Landeshauptstadt und Umgebung weiteren 41 500 Kunden moderne Telekommunikationsdienstleistungen an. Gemeinsam beschäftigten EWE TEL, BREKOM, osnatel zum Ende des Geschäftsjahres 1 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für htp sind 150 Mitarbeiter tätig.

In den Ausbau des Telekommunikationsnetzes wurden rund 25 Mio. Euro investiert. Das Netz von EWE TEL, BREKOM und osnatel hatte Ende 2004 eine Länge von 25 000 km, davon rund 13 000 km leistungsstarke Lichtwellenleiterkabel. htp ergänzt diese Infrastruktur mit einem über 6 000 km langen Telekommunikationsnetz.

Im Geschäftsbereich Informationstechnologie hat sich die BTC-Gruppe zum Wachstumsmotor entwickelt. Seit seiner Gründung 2001 hat BTC jährlich rund 100 neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze geschaffen, Ende 2004 zählte BTC 470 Beschäftigte. Der Umsatz stieg 2004 von 43 Mio. auf knapp 49 Mio. Euro.

Investitionen
Im EWE-Konzern wurden 2004 1,7 Mrd. Euro (Vorjahr: 0,6 Mrd. Euro) investiert, alleine die EWE AG investierte 1,5 Mrd. Euro (Vorjahr 0,6 Mrd. Euro). Von den Konzerninvestitionen entfielen 1,5 Mrd. Euro auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände – einschließlich der VNG-Akquisition, die mit 1,1 Mrd. Euro auf Konzernebene der Gasversorgung zugeordnet ist. Für Investitionen im Finanzanlagevermögen wurden 207 Mio. Euro aufgebracht, darin sind 154 Mio. Euro für den Erwerb weiterer Anteile an der swb AG enthalten. Weiterhin wurden für 35 Mio. Euro Beteiligungsrechte in Höhe von 50 Prozent an der htp GmbH erworben.

Im Ems-Weser-Elbe-Gebiet investierte EWE 133.Mio. Euro, vor allem in den Ausbau der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur. Dabei sorgt EWE als bedeutender Auftraggeber dafür, dass Wirtschaftskraft in den Regionen erhalten bleibt. Zu den besonderen Investitionsprojekten des Geschäftsjahres 2004 zählten der Ausbau der Gasspeicher Huntorf und Nüttermoor, die Erneuerung des Windparks Hamswehrum sowie der Bau zweier Windenergieanlagen vom Typ Enercon E-112. Die im Larrelter Polder bei Emden errichtete Anlage war bundesweit die erste von Enercon an Kunden ausgelieferte Windenergieanlage der 4,5-Megawatt-Klasse.

In Brandenburg, Nordvorpommern und auf Rügen investierte EWE rund 20 Mio. Euro, davon 8.Mio. Euro in den Ausbau des Gasspeichers Rüdersdorf. Hier soll 2006/2007 die erste von insgesamt drei neuen Kavernen in Betrieb genommen werden.

In den Ausbau der Erdgasversorgung westpolnischer Gemeinden investierten die Tochtergesellschaften MOW und EWE Polska im Berichtsjahr insgesamt rund 32 Mio. Euro.

Das engmaschige Erdgasversorgungsnetz im Ems-Weser-Elbe-Gebiet, im östlichen Teil Brandenburgs, in Gemeinden Nordvorpommerns, auf der Insel Rügen sowie in Polen wurde um 380 km auf 52 400 km Länge ausgebaut.

EWE betrieb zum Jahresende 2004 in seinen Netzgebieten 49 Erdgastankstellen. 14 Tankstellen wurden allein in 2004 mit einer Erdgaszapfsäule ausgerüstet. Damit betreibt EWE nun jede zweite Erdgaszapfsäule in Niedersachsen. EWE fördert zudem die Anschaffung bzw. die Umrüstung auf den emissionsarmen Erdgasantrieb mit bis zu 2.500 Euro pro Fahrzeug; 2004 zahlte EWE Fördermittel in Höhe von 1,7 Mio. Euro an EWE-Kunden aus. Mit Unterstützung von EWE rüsteten im Berichtsjahr 750 private Fahrzeugbesitzer ihre Fahrzeuge auf Erdgasantrieb um.

Sichere Arbeits- und Ausbildungsplätze für die Region
Der EWE-Konzern ist einer der größten Arbeitgeber in der Region. Im Konzern entstanden 2004 rund 250 neue Arbeitsplätze. Dadurch sowie insbesondere durch die Erweiterung des Konsolidierungskreises stieg die Zahl der Beschäftigten von 3 600 im Vorjahr auf über 5 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In der EWE-Gruppe (EWE-Konzern und nicht konsolidierte Mehrheitsbeteiligungen) entstanden in den vergangenen fünf Jahren rund 900 neue Arbeitsplätze, der überwiegende Teil davon im zukunftsträchtigen Segment Telekommunikation und Informationstechnologie.

Die Unternehmen der EWE-Gruppe bieten insgesamt 210 jungen Menschen einen Ausbildungsplatz. Im Rahmen des so genannten Ausbildungspaktes erhöhte EWE 2004 die Zahl der Ausbildungsplätze um zwei Lehrstellen. Zehn weitere neue Ausbildungsplätze wurden – mit finanzieller Unterstützung von EWE – bei Vertragsfirmen vergeben.

Ausblick

EWE bietet Kunden günstige Preise
Aktuelle Preisvergleiche zeigen, dass EWE weiterhin zu den günstigsten Anbietern am deutschen Energiemarkt gehört.

Um den tendenziell steigenden Beschaffungskosten zuvorzukommen, hat EWE für das laufende Jahr bereits größere Strommengen eingekauft. Die Beschaffungskosten machen jedoch nur einen Teil des Allgemeinen Tarifes aus. Sofern die Netznutzungsentgelte konstant bleiben und der Tarif nicht durch Gesetzesänderungen weiter belastet wird, kann EWE den Allgemeinen Tarif für seine Stromkunden längerfristig konstant halten.

Im Erdgasgeschäft wird EWE zunächst die weitere Entwicklung der Ölpreise abwarten. Die anhaltend hohen Preise übertreffen jedoch alle Erwartungen und haben die Hoffnung auf eine Rückkehr zu normalen Verhältnissen vorerst zunichte gemacht. Sollten die Ölpreise auf dem aktuellen sehr hohen Niveau bleiben, ist eine weitere Erhöhung der Gaspreise nicht ausgeschlossen.

Frühzeitige Unternehmensentflechtung
Im Berichtsjahr hat EWE mit der organisatorischen Trennung von Netz und Vertrieb bereits erste wichtige Schritte im Sinne der entsprechenden EU-Richtlinie unternommen. Damit werden bereits frühzeitig die EU-Forderungen nach einer vollständigen Entflechtung dieser Unternehmensbereiche bis 2007 erfüllt.

EWE wird 75 Jahre jung
EWE blickt 2005 auf eine 75-jährige Firmengeschichte zurück. Aus diesem Anlass präsentiert das Unternehmen sein breites Dienstleistungsspektrum mit einer Erlebnisausstellung. Diese Ausstellung mit informativem Rahmenprogramm findet im Jahresverlauf an fünf Standorten im EWE-Netzgebiet statt, so dass sich EWE-Kunden – wie gewohnt – ganz in ihrer Nähe über EWE informieren können.

Für die Zukunft gut aufgestellt
Der Konzern hat im Berichtsjahr die Grundlagen für weiteres Wachstum geschaffen und die Herausforderungen durch Wettbewerb und zunehmende staatliche Einschränkung unternehmerischer Spielräume angenommen. EWE wird auch in Zukunft aktiv alle Möglichkeiten nutzen, um weiterhin Maßstäbe zu setzen: als preisgünstiges Energieunternehmen, als innovativer Multi-Service-Dienstleister und als Regionalunternehmen, das sich seiner wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist und sie aktiv mit Leben füllt.

Hinweis an die Redaktionen:
Fotos der EWE-Vorstände sowie von der Jahres-Pressekonferenz finden Sie zum Download im Internet unter www.ewe.de.



Zuständiger
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Daniel Waschow
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