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EWE-Jahrespressekonferenz


Oldenburg, 17. Februar 2004.
Geschäftsjahr 2003
Teilnehmer:   
Dr. Werner Brinker  -   Vorsitzender des Vorstandes
Heiko Harms   -   Mitglied des Vorstandes
Axel F. Waschmann   -   Mitglied des Vorstandes
Cora Zillich   -   Leiterin Unternehmenskommunikation
Dr. Karl Hackstette  -   Pressesprecher

EWE-Schlaglichter 2003
Das Jahr 2003 hat in der fast 75-jährigen Geschichte des Oldenburger Energiekonzerns EWE AG neue Maßstäbe gesetzt: Mit dem Erwerb von Beteiligungen an den Stadtwerken Cuxhaven (74,9 Prozent), der swb AG, Bremen (32,36 Prozent), und an der VNG – Verbundnetz Gas AG, Leipzig (47,9 Prozent ab 1. Januar 2004), gehört EWE heute zu den fünf größten Energieunternehmen in Deutschland.

Die in der Weser-Ems-Energiebeteiligungen GmbH (WEE) und der Energieverband Elbe-Weser Beteiligungsholding GmbH (EEW) zusammengeschlossenen Landkreise und Städte zwischen Ems, Weser und Elbe haben den 27,4-prozentigen E.ON-Anteil an EWE übernommen und sind damit alleinige Eigentümer der EWE AG. EWE analysiert derzeit die Möglichkeit eines Börsenganges, um bis zu 40 Prozent des Eigenkapitals am Markt zu platzieren.

Neue Rekordmarken verzeichnete der EWE-Konzern beim Energieabsatz: So stieg der Stromabsatz um 3,2 Prozent auf 13,6 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh); der Gasabsatz erhöhte sich um 4,8 Prozent auf 42,4 Mrd. kWh. Der Konzernumsatz überschritt erstmals die 3-Milliarden-Marke: Er belief sich nach vorläufigen Berechnungen auf 3,1 Mrd. Euro (2002: 2,7 Mrd. Euro). Der Jahresüberschuss wuchs von 82,3 Millionen (Mio.) Euro auf rund 87 Mio. Euro.

Trotz leichter Preiserhöhungen zum Jahresbeginn zählte EWE auch 2003 zu den bundesweit günstigsten Energieanbietern. EWE blieb zum Teil deutlich unter den Preisanhebungen der Mitbewerber.

Erfreulich entwickelt sich weiterhin das dritte Kerngeschäftsfeld Telekommunikation und Informationstechnologie, was zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung führte.

Durch den anhaltenden Wachstumskurs stieg die Mitarbeiterzahl im EWE-Konzern um zwölf Prozent, in der EWE-Gruppe um fast 10 Prozent.

Umsatz- und Ergebnisentwicklung
Überaus erfolgreiches Geschäftsjahr

EWE kann auf ein überaus erfolgreiches Geschäftsjahr 2003 zurückblicken: Beim Energieabsatz, Umsatz und Ergebnis wurden neue Rekordmarken erreicht. Mit 3,1 Mrd. Euro liegt der Konzernumsatz um rund 15 Prozent über dem Vorjahresumsatz (2,7 Mrd. Euro). Zum EWE-Konzern gehören neben der EWE AG die Tochterunternehmen EWE TEL GmbH, Stadtwerke Cuxhaven GmbH, die BTC Business Technology Consulting AG und die E.ON-Energiebeteiligungs-Gesellschaft mbH, welche die von EWE erworbenen swb-Anteile hält (32,36 Prozent). Zur EWE-Gruppe zählen außer den Konzerngesellschaften weitere Tochterunternehmen mit EWE-Mehrheitsbeteiligungen.

Eine gegenüber 2002 positive Absatzentwicklung in den Kerngeschäftsfeldern Strom und Erdgas kennzeichnet das Ergebnis des Jahres 2003. Dadurch stiegen die Energieumsätze von 2,1 Mrd. Euro in 2002 auf 2,4 Mrd. Euro in 2003. Einen starken Umsatzzuwachs verzeichnete erneut das inzwischen etablierte Geschäftsfeld Telekommunikation und Informationstechnologie. Der konsolidierte Umsatz der Konzern-Tochterunternehmen EWE TEL und BTC lag mit 193 Mio. Euro um rund 30 Prozent höher als im Jahr davor (150 Mio. Euro).

Während sich das Gasergebnis leicht unter dem Vorjahresniveau stabilisiert hat, ist das Stromgeschäft durch steigende Bezugskosten gekennzeichnet. Beeinflusst durch die Absatzentwicklung und eine erfreuliche Entwicklung des Geschäftsfeldes Telekommunikation und Informationstechnologie erhöhte sich der Konzern-Jahresüberschuss nach vorläufigen Berechnungen von 82 Mio. Euro in 2002 auf 87 Mio. Euro in 2003.

Mitarbeiter, Aus- und Weiterbildung
EWE schafft und sichert Arbeitsplätze

Am Jahresende waren bei der EWE-Gruppe 4 155 Personen beschäftigt, 364 mehr als im Jahr davor (3 791). Das bedeutet gegenüber 2002 eine Steigerung von fast 10 Prozent. Durch die Vergabe von Ausbau- und Unterhaltungsarbeiten sichert EWE bei den Vertragsfirmen in den Netzregionen weitere rund 2 500 Arbeitsplätze. Im EWE-Konzern stieg die Zahl der Mitarbeiter von 3 220 auf 3 604. In der EWE-Gruppe entstanden seit 1998 – d. h. seit der Fusion mit der ÜNH AG – über 1 600 neue Arbeitsplätze insbesondere im wachstumsorientierten Geschäftsfeld Telekommunikation und Informationstechnologie. Bei der EWE AG stieg die Mitarbeiterzahl im Berichtsjahr leicht von 2 275 auf 2 283.

Die EWE-Gruppe bildet zurzeit 158 Auzubildende aus (davon EWE AG: 136) . Damit ist EWE einer der größten Ausbilder im Nordwesten. Gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein wesentlicher Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg von EWE. Aus- und Weiterbildung sind die Basis für die erfolgreiche Umsetzung von Geschäftsstrategien vor dem Hintergrund der Veränderungsdynamik in der Telekommunikation und Informationstechnologie, insbesondere aber auch in den liberalisierten Energiemärkten.

Stromwirtschaft
Bezugskosten steigen

Stromabsatz
Mit über 13,6 Mrd. kWh lag der Stromabsatz um 3,2 Prozent über dem Vorjahresabsatz. Damit belegt EWE unter den größten Stromversorgern in Deutschland den fünften Platz. EWE bezog den Strom zu 61 Prozent von E.ON, zu 25 Prozent von Produzenten im Netzgebiet (Anteil von Strom aus Windenergie: 20 Prozent), zu 13 Prozent durch Stromhandel und zu 1 Prozent aus der Eigenerzeugung.

Entwicklung der Kundenzahlen
Der EWE-Konzern (einschließlich der Stadtwerke Cuxhaven GmbH) versorgte am Jahresende gut eine Million Kunden mit Strom (1 020 000). 18 000 neue Kunden kamen im Laufe des Jahres hinzu.

1 400 Kunden sind im Jahr 2003 zu einem Wettbewerber gewechselt. Insgesamt beziehen seit der Öffnung des Strommarktes 29 500 Kunden ihren Strom per Durchleitung von einem Wettbewerber. Das entspricht einer Wechselquote von 2,8 Prozent.

Preisentwicklung
EWE zählte auch 2003 zu den bundesweit günstigsten Stromanbietern. Die vorerst letzte Stufe der Ökosteuer führte aber zum Jahresbeginn 2003 dazu, dass der Strompreis im Allgemeinen Tarif um netto 0,26 Cent pro kWh angehoben werden musste. Dies entsprach einer Steigerung von gut 2 Prozent.

Im Laufe des Berichtsjahres – besonders in den letzten Monaten haben sich die Strombezugspreise deutlich nach oben entwickelt. Grund dafür waren unter anderem die Verknappung von Schiffstransportkapazitäten und dadurch steigende Kosten für Importkohle sowie die Leistungsreduzierung von Kraftwerksblöcken aufgrund des heißen Sommers. Dieser verursachte geringe Pegelstände in den Flüssen, so dass zu wenig Kühlwasser verfügbar war. Hinzu kamen zusätzliche Belastungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWK-Gesetz). Vor diesem Hintergrund hat EWE gegen Ende des Vorjahres bei der Genehmigungs-behörde in Braunschweig einen entsprechenden Antrag auf Erhöhung des Allgemeinen Tarifs zum 1. Januar 2004 gestellt, den die Behörde als gerechtfertigt bezeichnet und genehmigt hat. Die Erhöhung betrug 0,4 Cent pro Kilowattstunde beziehungsweise 2,8 Prozent.

Mit dieser Erhöhung ist EWE zum Teil deutlich unter den Preisanhebungen der Konkurrenz geblieben und wird deshalb seine traditionell gute Position als einer der günstigsten Stromanbieter auch im laufenden Geschäftsjahr behalten.

Investitionen: Versorgungsanlagen
In den Ausbau der Stromversorgungsanlagen hat die EWE AG im vergangenen Jahr 46 Mio. Euro investiert. Davon flossen 23 Mio. Euro in die Erweiterung der Netze. Die Verkabelung von Freileitungen im Weser-Elbe-Gebiet wurde auch in 2003 intensiv fortgesetzt; 12 Mio. Euro wurden dafür aufgewendet. Das Stromversorgungsnetz der EWE AG wurde um insgesamt 1 000 km erweitert; davon entfallen auf das Netzgebiet Weser-Elbe 600 km. In der Weser-Elbe-Region liegen die Verkabelungsgrade jetzt bei 86 Prozent im Niederspannungsbereich und 70 Prozent im Mittelspannungsbereich; im Weser-Ems-Gebiet ist das gesamte Mittel- und Niederspannungsnetz bereits seit 1997 vollständig verkabelt. Daher ist das Stromnetz von EWE bei Unwetter wie z. B. Eisregen oder Stürmen weitaus weniger störungsanfällig als die Netze anderer Betreiber. Das leistungsstarke Stromversorgungsnetz von EWE gehört zu den weltweit sichersten Netzen und hat jetzt eine Länge von 77 000 km.

Gaswirtschaft
Starke Infrastruktur – günstige Preise – Rekordabsatz

Gasabsatz
Der Gasabsatz betrug im vergangenen Jahr 42,4 Mrd. kWh. Das sind 4,8 Prozent mehr als im Jahr davor. Diese Absatzmenge ist die höchste in der EWE-Geschichte. Rund drei Viertel davon setzt EWE im Ems-Weser-Elbe-Gebiet ab.

Entwicklung der Kundenzahlen
Trotz der anhaltend schwachen Baukonjunktur gab es erneut einen erfreulichen Zuwachs an Neukunden. Mit fast 16 000 neuen Erdgaskunden erreichte EWE wiederum das gute Vorjahresniveau. Zusammen mit den über 4 800 Kunden, die aus der Verschmelzung mit den Stadtwerken Bremervörde hinzukamen, liegt der Zuwachs mit rund 21 000 Neukunden sogar um mehr als 30 Prozent über dem des Vorjahres. Insgesamt versorgt der EWE-Konzern 730 000 Erdgaskunden.

Preisentwicklung
Zum 1. Januar 2003 sind die Erdgaspreise für Haushaltskunden nach zwei vorangegangenen Preissenkungen wieder anhoben worden. Dafür gab es zwei Gründe: Zum einen erhöhte die Bundesregierung die Erdgassteuer um 0,2 Cent je kWh oder 57 Prozent, zum anderen stiegen unsere Bezugskosten aufgrund höherer Heizölpreise. Durch die Netto-Anhebung von insgesamt 0,3 Cent pro kWh erhöhten sich die monatlichen Kosten für den Durchschnittshaushalt um 8,70 Euro brutto. Trotzdem konnte das Oldenburger Energieunternehmen seine Spitzenposition unter den günstigsten Erdgasanbietern weiter behaupten.

Investitionen: Versorgungsanlagen (einschließlich Speicherbau)
In die Erdgasversorgungsanlagen investierte die EWE AG im vergangenen Jahr 76 Mio. Euro – davon 66 Mio. Euro im Ems-Weser-Elbe-Gebiet und 10 Mio. Euro in Brandenburg und auf Rügen. Das Erdgasversorgungsnetz wurde einschließlich der Hausanschlussleitungen um 1 000 km erweitert. Damit verfügt die EWE AG über ein engmaschiges Gasversorgungsnetz mit einer Länge von 51 000 km. Einen Spitzenplatz kann dabei das Weser-Ems-Gebiet verbuchen: Keine andere ländlich strukturierte Region in Deutschland verfügt über ein besser ausgebautes Erdgasversorgungsnetz.

Beim Ausbau der Netze hat EWE – wo immer es möglich war – aus Kosten- und Umweltschutzgründen Strom-, Gas-, Telekommunikations- und Wasserleitungen gemeinsam in einem Graben verlegt.

Gasspeicher
Seit 1975 nutzt EWE Kavernenanlagen zur Speicherung von Erdgas. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen 40 Mio. Euro in den Ausbau seiner Gasspeicher investiert (einschließlich Hochbau: 54 Mio. Euro). Zum Jahresende standen in den beiden Erdgasspeichern Huntorf (Landkreis Wesermarsch) und Nüttermoor (Landkreis Leer) 22 Kavernen mit einer nutzbaren Speicherkapazität von 1,1 Mrd. Kubikmetern (m3) Erdgas zur Verfügung.

Die Erneuerung und Erweiterung der obertägigen Einrichtungen der Gasspeicheranlage Huntorf konnte im Geschäftsjahr 2003 abgeschlossen werden, ebenso die Erstbefüllung der neu erstellten Kaverne K5. Damit steht seit Dezember 2003 eine zusätzliche Arbeitsgaskapazität von 65 Mio. m3 Erdgas in Huntorf zur Verfügung. Die Solung der neuen Kaverne K6 verlief weiterhin sehr erfolgreich. Ab Juli 2005 wird die K6 – mit einem geometrischen Volumen von etwa 1,1 Mio. m3 eine der weltweit größten Erdgaskavernen – für das Gasgeschäft zur Verfügung stehen.

In der Anlage in Rüdersdorf (Landkreis Märkisch-Oderland) konnte der Solbetrieb für die erste der insgesamt vier geplanten Kavernen aufgenommen werden. Die Solung der zweiten Kaverne wird im Frühjahr 2004 aufgenommen. EWE geht davon aus, dass die erste Kaverne 2006 fertig gestellt sein wird. Insgesamt sollen in Rüdersdorf rund 300 Mio. m3 Erdgas zur preisgünstigen Versorgung der Brandenburger Kunden gespeichert werden. Mit dem Bau der übertägigen Anlage wird im Sommer 2004 begonnen.

Speicherdienstleistungen
Vor dem Hintergrund liberalisierter Energiemärkte wird der Bereich Speicherdienstleistungen immer bedeutsamer für das Gasgeschäft von EWE. Die im Berichtsjahr mit der niederländischen Gas-Handelsgesellschaft D-Gas Storage b.v. vereinbarte Bereitstellung von Gasspeicherdienstleistungen für den niederländischen Erdgasmarkt konnte am 1. Oktober 2003 erfolgreich gestartet werden. Um den Gasspeicher Nüttermoor an das niederländische Transportsystem von Gastransport Services (GtS), einer 100-prozentigen Tochter der Gasunie, anzubinden, hat EWE eine 16 km lange Gasleitung von Nüttermoor nach Oude Statenzijl gebaut und in Betrieb genommen; sie kann eine Kapazität von 600 000 m3 Erdgas pro Stunde transportieren. Im Gebiet Oude Statenzijl/Bunde an der deutsch-niederländischen Grenze sind mehrere Gasnetze deutscher Erdgasunternehmen mit dem Gasnetz der GtS verbunden.

EWE wird die sich aus der Liberalisierung der Gasmärkte bietenden Chancen im Bereich Speicherdienstleistungen vermehrt nutzen. Insgesamt bestehen derzeit Speicherverträge mit fünf etablierten deutschen und niederländischen Erdgasgesellschaften.

Produktion und Exploration
Aus den EWE-Beteiligungen an Erdgasfeldern in der deutschen und niederländischen Nordsee wurden im zurückliegenden Jahr 360 Mio. m3 Gas gefördert. Damit ist die Produktionsmenge erneut um gut 10 Prozent gestiegen.

Die Gesamtreserven von EWE belaufen sich zum 31. Dezember 2003 nach neuesten Erkenntnissen auf 2 949 Mio. m3 und liegen damit nur geringfügig unter dem Vorjahresniveau von 3 066 Mio. m3.

EWE beteiligte sich an fünf Produktionsbohrungen in der niederländischen und an einer in der deutschen Nordsee; sie sind alle fündig. Ferner ist das Unternehmen an einer Explorationsbohrung in der niederländischen Nordsee und an einer auf dem deutschen Festland beteiligt. Ende 2003 lagen noch keine Ergebnisse dieser beiden Explorationsbohrungen vor.

Polen
Netzausbau konsequent fortgesetzt

EWE war 1999 der erste ausländische Gasversorger, der auf dem polnischen Markt aktiv wurde. Auch 2003 konnte der Aufbau der regionalen Gasversorgung in Westpolen weiter fortgesetzt werden.

Schwerpunkte der Aktivitäten waren die Verhandlungen mit Gemeinden, der Ausbau der Gasnetze, die Kundengewinnung und der Aufbau der Organisationsstruktur bei der Media Odra Warta Sp. z o.o. (MOW), die das operative Geschäft führt und an der die 100-prozentige EWE-Tochter-gesellschaft EWE Polska 99,9 Prozent der Anteile hält.

In 2003 unterzeichneten fünf weitere Gemeinden Erschließungsverträge zur Versorgung mit Erdgas. So umfasst das durch Erschließungsverträge gesicherte Netzgebiet von MOW heute auf einer Fläche von 5 100 km2 24 Gemeinden mit über 200 000 Einwohnern.

In der ersten Jahreshälfte 2003 kam es zu umfangreichen Änderungen in der polnischen Baugesetzgebung. Dadurch war es in diesem Zeitraum nicht möglich, Baugenehmigungen zu erlangen, so dass nicht alle geplanten Vorhaben in vollem Umfang umgesetzt wurden. Dennoch ging der Ausbau der Erdgasnetze in Kooperation mit örtlichen Baufirmen merklich voran. Bis zum Jahresende stellte MOW 170 km Ortsnetzleitungen fertig und baute das Leitungsnetz damit auf über 440 km aus. Die Hochdruckleitungen erweiterte EWE Polska auf 118 Kilometer (Stand 2002: 106 km).

Das für 2003 gesteckte Ziel von 1 200 Neukunden ist erreicht worden. Bis zum Jahresende lagen insgesamt 2 940 unterzeichnete Gaslieferverträge vor. Der Gasabsatz belief sich in 2003 auf 134 Mio. kWh. Das sind etwa 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Am Jahresende arbeiteten für MOW 60 und für die EWE Polska sieben Beschäftigte, die durch zehn Mitarbeiter aus der Region Ems-Weser-Elbe unterstützt wurden.

Erdgastankstellen
Zahl der Erdgastankstellen wächst beständig

Erdgas liegt als preiswerte und umweltgerechte Alternative zu Benzin- und Dieselkraftstoff weiterhin im Trend. Im Jahr 2003 hat EWE sein Erdgastankstellennetz weiter ausgebaut. Bundesweit stehen inzwischen rund 400 Erdgastankstellen zur Verfügung. An 35 EWE-Tankstellen im Netzgebiet können Fahrzeuge mit Erdgas befüllt werden. Darüber hinaus gibt es acht Stationen in den Stadtwerke-Gebieten, die mit EWE-Unterstützung errichtet wurden. Elf Tankstellen wurden 2003 neu in Betrieb genommen – sechs im Bereich Weser-Ems, vier in der Weser-Elbe-Region sowie eine in Brandenburg.

Das wachsende Interesse an Erdgasfahrzeugen belegen 518 Fahrzeuge, die in 2003 mit EWE-Förderung umgerüstet wurden. EWE unterstützt die Neuanschaffung eines Erdgasfahrzeuges wie auch die Umrüstung auf Erdgasantrieb pro Fahrzeug mit bis zu 2 500 Euro. Der Erdgasabsatz über EWE-Tankstellen betrug rund 14 000 MWh, an den Stadtwerke-Anlagen rund 11 000 MWh. Damit hat sich der Absatz in diesem Geschäftsfeld mehr als verdoppelt.

Brennstoffzellen
Zukunftstechnologie Brennstoffzelle wird weiter optimiert

In der Diskussion über eine nachhaltige Energieversorgung gehört die Brennstoffzellen-Technologie zu den großen Hoffnungsträgern. Die Brennstoffzelle verspricht als Instrument der Kraft-Wärme-Kopplung eine hohe energetische Effizienz. Seit der Inbetriebnahme der ersten Anlage in EWE-Zentrum für Aus- und Weiterbildung vor zwei Jahren sind 33 Brennstoffzellen von Sulzer Hexis bei Privatkunden und Mitarbeitern von EWE installiert worden.

Mit dem Projekt „Virtual Fuel Cell Power Plant" fördert die Europäische Kommission die Entwicklung von Brennstoffzellen. Im Rahmen eines europäischen Demonstrationsprojektes werden von EWE derzeit sieben Brennstoffzellen des Herstellers Vaillant in Mehrfamilienhäuser und Verwaltungsgebäuden erprobt. Die EWE AG ist an dem EU-Projekt in Kooperation mit der E.ON Energie AG beteiligt.

Um die wachsende Zahl von dezentralen Energieerzeugungsanlagen zu koordinieren, hat EWE ein Dezentrales Energiemanagement System (DEMS) entwickelt und damit bundesweit eine Vorreiterrolle eingenommen. Der Strombezug von dezentralen Erzeugern wie Blockkraftheizwerken oder Brennstoffzellen wird durch dieses Steuerungssystem auf die jeweils aktuelle Bedarfssituation abgestimmt. Damit trägt DEMS gezielt zur Optimierung des gesamten Strombezuges von EWE bei.

Die Entwicklung der Brennstoffzelle wird außerdem von der bundesweiten Initiative Brennstoffzelle (IBZ) unterstützt. Die EWE AG zählt hier zusammen mit der Ruhrgas AG, MVV Energie AG und der VNG Verbundnetz Gas AG zu den Gründungsmitgliedern. Anfang 2004 sind weitere acht Unternehmen – Gasversorger und Gerätehersteller – der Initiative beigetreten. Durch Fachpublikationen, Presseinformationen und Internetseiten wird das Thema Brennstoffzelle verstärkt in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt.

Telekommunikation
EWE-Tk-Gruppe: Weiterhin starkes Wachstum

Auch im Berichtsjahr 2003 war die Entwicklung des Geschäftsfeldes Telekommunikation (Tk) überaus erfreulich. Die EWE-Tochtergesellschaften EWE TEL GmbH und osnatel GmbH verzeichneten deutliche Zuwächse bei den Kunden- und Umsatzzahlen. Im Gegensatz zum gesamtwirtschaftlichen Trend in Deutschland haben die beiden EWE-Töchter im Berichtsjahr viele neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt. Erfolgreich verlief ebenfalls die Geschäftstätigkeit der Bremer Kommunikationstechnik GmbH (BREKOM). BREKOM ist der Kommunikationsdienstleister für die gesamte Verwaltung des Landes und der Stadt Bremen. Im September 2003 wurde die EWE-Tochtergesellschaft nordCom GmbH rückwirkend zum 1. Januar 2003 auf die EWE TEL GmbH verschmolzen. Alle nordCom-Mitarbeiter wurden übernommen. Die bekannte, gut eingeführte Bremer Marke nordCom bleibt bestehen.

Auf der Basis einer eigenen umfangreichen und leistungsstarken Infrastruktur sorgen die EWE AG und ihre Tk-Töchter für vollständigen Telekommunikationswettbewerb in Niedersachsen, Bremen und Ostbrandenburg. Mit ihren Investitionen haben diese Unternehmen die Wirtschaftskraft der Region in hohem Maße gestärkt und viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Entstanden ist dadurch ein echter und vollständiger Wettbewerb mit neuen und hochwertigen Diensten für Geschäfts- und Privatkunden.

Wachstumskurs
Mehr Kunden, mehr Umsatz, mehr Mitarbeiter – trotz schwieriger Rahmenbedingungen befindet sich die EWE-Tk-Gruppe mit den Unternehmen EWE TEL GmbH, osnatel GmbH und BREKOM GmbH weiter auf Wachstumskurs. Die Strategie, mit eigener, leistungsstarker Infrastruktur attraktive Dienste anzubieten, erfährt bei Privathaushalten, Unternehmen und Verwaltungen weiterhin große Resonanz. Die Tk-Aktivitäten haben zu einer großen Vielfalt an preisgünstigen Dienstleistungen im Nordwesten, in Bremen und Teilen Brandenburgs geführt. Heute zählt die EWE-Tk-Gruppe zu den größten und erfolgreichsten Teilnehmernetzbetreibern im bundesdeutschen Tk-Markt.

Neue Arbeitsplätze
Innerhalb der EWE-Gruppe hat sich die Telekommunikation zu einem bedeutenden Geschäftsfeld entwickelt. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich der Umsatz der Tk-Gesellschaften um über 40 Mio. Euro auf 256 Mio. Euro (2002: 213 Mio. Euro), die Kundenzahlen stiegen um etwa 57 000 auf über 245 000 (2002: 188 500). Dies hatte zur Folge, dass mehr als 150 neue Stellen in der Tk-Gruppe geschaffen wurden. Die Tk-Gruppe von EWE bestand zum Jahresende aus 1 008 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Tk-Infrastruktur
Das rund 25 000 km lange Tk-Netz der EWE AG – davon sind mehr als 10 000 km Lichtwellenleiterkabel – ist eines der größten und leistungsfähigsten in Deutschland überhaupt. Diese außergewöhnlich gute Infrastruktur bildet die Basis für den kompletten Telefonanschlusswechsel zu einer EWE-Tk-Tochter. Die Vorausetzungen dafür gibt es mittlerweile in 267 Ortsnetzen (2002: 252). Durch umfangreiche Netz- und Systemerweiterungen ist der Ausbau der DSL-Technologie (DSL = Digital Subscriber Line) in 2003 intensiv vorangetrieben worden. Mit Höchstgeschwindigkeit im Internet kann nunmehr in 131 Ortsnetzen gesurft werden – 2002 waren es noch 75 Ortsnetze. Fast 9,5 Milliarden Gesprächsminuten sind in 2003 von den EWE-Tk-Gesellschaften vermittelt worden. Dies entspricht einem mittleren Tageswert von etwa 27 Mio. vermittelten Minuten.

Fünf Jahre nach Öffnung des Tk-Marktes gilt der Nordwesten als Musterbeispiel für die Schaffung nachhaltigen Wettbewerbs auf Basis leistungsstarker Infrastrukturen. Nach Angaben der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post waren bis September 2003 in Deutschland etwa 1,2 Mio. Teilnehmer-anschlussleitungen durch die neuen Tk-Anbieter bei der Deutsche Telekom AG angemietet worden. Auf die Unternehmen der EWE-Tk-Gruppe entfallen davon rund 262 000 (22 Prozent).

Informationstechnologie
BTC – Position ausgebaut

Die BTC Business Technology Consulting AG ist eines der größten Dienstleistungsunternehmen im Bereich der Informationstechnologie in Norddeutschland. Das EWE-Tochterunternehmen bietet bundesweit und in der Schweiz eine einzigartige Kombination aus tiefer Branchenkenntnis und umfassender Leistungsfähigkeit.

Außer in Oldenburg (Hauptsitz) ist die BTC AG in Bremen, Berlin, Dortmund, Erfurt, Gütersloh, Hamburg, Strausberg, Wiesbaden, Würzburg, Bern und Zürich vertreten. Seit Dezember 2003 hat BTC auch in Neckarsulm einen Standort: Mit der Übernahme der pmc Gesellschaft für Unternehmensberatung mbH ist BTC damit auch im Süden Deutschlands stärker vertreten. Anfang 2004 hat BTC zudem einen Standort in München eröffnet.

Die verstärkte Dezentralisierung dient allen Kunden, die eine Vor-Ort-Beratung bevorzugen. Branchenfokussierung zielt auf die Erweiterung spezifischer Kenntnisse für Industrie, Energieversorgungsunternehmen, Automobilzulieferanten sowie private und öffentliche Dienstleistungsorganisationen. Zahlreiche Unternehmen betreiben ihre IT-Systeme in den BTC-Rechenzentren in Oldenburg und Gütersloh.

Geschäftsentwicklung
Die BTC-Gruppe beschäftigt 380 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2003 einen Umsatz von rund 43 Mio. Euro.

Erneuerbare Energien
Weiter auf dem Vormarsch

Die Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen ist aufgrund der Förderung durch das EEG weiter auf dem Vormarsch: Im vergangenen Jahr wurden im EWE-Netzbereich Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 290 Megawatt (MW) neu angeschlossen. Die installierte Leistung der Erzeugungsanlagen fremder Betreiber betrug damit zum Jahresende 2 310 MW.

EWE-eigene Anlagen

Biomasse
Die Bemühungen für die Energiegewinnung aus Biomasse und Biogas hat EWE auch im Jahr 2003 konsequent fortgesetzt und dabei regionale Projekte vorangetrieben.

Die Arbeiten für das Biomasseheizkraftwerk Emden, das EWE zusammen mit der E.ON Kraftwerke GmbH und den Stadtwerken Emden baut, gehen planmäßig voran. So wurde im Sommer dieses Jahres der Grundstein für das Kraftwerk gelegt, das über eine Leistung von 20 MW verfügen wird und pro Jahr 130 000 Tonnen Biomasse in Form von Altholz verstromen soll.

Windenergie
Rund ein Prozent des EWE-Stromabsatzes stammt aus eigener Erzeugung, größtenteils aus Windenergieanlagen. An fünf Standorten – im Wybelsumer Polder, in Hamswehrum, Tossens, Pilsum und Nordholz – betreibt EWE derzeit insgesamt 55 Windenergieanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von rund 40 MW.

Im Wybelsumer Polder hat EWE im Berichtsjahr mit dem Bau der weltgrößten Windenergieanlage begonnen. Die Anlage vom Typ Enercon E 112 wird eine Gesamthöhe von 180 Metern erreichen. Sie verfügt über eine installierte Leistung von 4,5 Megawatt und geht voraussichtlich im zweiten Quartal 2004 in Betrieb.

Darüber hinaus hat sich EWE im Jahr 2003 auch auf die Sanierung („Repowering") bestehender Anlagen konzentriert. So sollen zwölf Altanlagen im Windpark Hamswehrum mit einer Leistung von je 300 KW durch fünf je 2 MW starke Anlagen ersetzt werden.

Für den Windpark Tossens wurde der Bauantrag für vier neue Enercon-Anlagen mit einer Nennleistung von je 500 Kilowatt gestellt. Sie ersetzen die vier alten Anlagen mit jeweils 300 Kilowatt installierter Leistung.

Seit 2003 engagiert sich EWE in der Windenergienutzung auch auf der Insel Rügen. Geplant sind hier zwei neue Windparks mit insgesamt 31 Windkraftanlagen – 22 am Standort Garz und neun am Standort Zudar. Jede Anlage verfügt dabei über eine Leistung von 2 MW.



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