[Lucene:Start]

EWE: Weltgrößter Windenergieanlagentyp geht im Wybelsumer Polder in Betrieb


Oldenburg, 5. Juni 2004.
Die größte Windenergieanlage der Welt heißt E 112 und ist 180 Meter hoch. Bislang sind drei Anlagen dieses Typs der Firma Enercon in Betrieb. Eine davon hat die Oldenburger EWE AG am Wochenende (5. Juni) im größten europäischen Windpark, dem Wybelsumer Polder, offiziell in Betrieb genommen.

Im Rahmen einer Feierstunde zusammen mit den Stadtwerken Emden begrüßte dabei der EWE Vorstandsvorsitzende Dr. Werner Brinker Gäste aus Politik und Wirtschaft, unter ihnen Emdens Oberbürgermeister, Alwin Brinkmann, sowie der Geschäftsführer der Firma Enercon, Aloys Wobben. Darüber hinaus besuchten etwa 50 internationale Energie- und Umweltexperten die Inbetriebnahme der Anlage. Organisiert hatte den Besuch der Verein Region Ostfriesland e.V..

Anlass der Gemeinschaftsveranstaltung mit den Stadtwerken Emden, vertreten durch Geschäftsführer Reimer Edzards, war, dass diese am Samstag den Grundstein für eine weitere E 112 im Wybelsumer Polder legten.

Die E 112 setze in jeder Hinsicht einen neuen Maßstab in der Windenergienutzung, erklärte EWE-Chef Brinker. Als wichtigste Kenngröße der Anlage, die mit einer Gesamthöhe von 180 Metern den Kölner Dom um 22 Meter überragt, stellte er die Nennleistung von 4,5 Megawatt heraus. Damit werde pro Jahr ein Stromertrag von etwa 15 Millionen Kilowattstunden erwirtschaftet. Mit dieser Menge könnten rund 4000 Haushalte mit elektrischer Energie versorgt werden.

Eine Besonderheit der Anlage sei auch, dass sie ein Oberfeuer für die Seeschifffahrt sein wird und damit als erste Windenergieanlage als offizielles Seezeichen in allen maritimen Karten verzeichnet ist.

Mit dem Bau der Anlage, so Brinker, setze EWE sein Engagement für regenerative Energiequellen, insbesondere für die Windenergie fort. Dem Unternehmen komme diesbezüglich eine Vorreiterrolle zu. „Die EWE AG gehört in Deutschland zu den Pionieren der Windenergienutzung. Bereits 1989 haben wir in Pilsum zehn Windenergieanlagen mit einer Leistung von 3 Megawatt und damit den damals größten Windpark in Deutschland errichtet", so Brinker wörtlich. Am Wybelsumer Polder sei EWE ebenfalls mit jetzt insgesamt 18 Anlagen beteiligt. Darüber hinaus betreibe EWE Anlagen in Tossens, Hamswehrum und Nordholz.

Brinker wies darauf hin, dass die Windenergie in Zukunft durch noch effizientere Nutzung und Standorte wie Offshore Windparks an Bedeutung gewinne. Hierbei müsse aber der sinnvollen Integration in das energiewirtschaftliche Gesamtsystem Rechnung getragen werden, da Windenergie nicht ständig verfügbar sei.

EWE wird Brinker zufolge die Entwicklung auch in der Zukunft unterstützen. So sei geplant, noch in diesem Jahr eine weitere E 112 in Emden zu errichten, und zwar jenseits der Deichlinie. Der Bau dieser Anlage soll damit auch wertvolle Erkenntnisse für die Montage auf See liefern.

Bis der Schritt in Richtung Offshore aber tatsächlich vollzogen werden kann, sind aus EWE-Sicht noch zahlreiche technische und wirtschaftliche Fragestellungen zu beantworten. Grundsätzlich sehe EWE in der Offshore Windenergie aber Chancen, da durch sie deutlich höhere Stromerträge erzielt werden könnten.

Wie Brinker erklärte, plant EWE derzeit gemeinsam mit den Partnern Enercon und dem Ingenieurbüro Enova das Genehmigungsverfahren für den Offshore-Windpark Borkum Riffgat vor der Insel Borkum gemeinschaftlich voranzutreiben. „Ob auf diesem Standort aber jemals Windenergieanlagen erbaut werden können, hängt von der befriedigenden Antwort auf alle offenen technischen und wirtschaftlichen Fragen ab", so Dr. Werner Brinker.

Um einen Teil dieser offenen Fragen beantworten zu können, müssten Anlagen wie die E 112 technisch bis ins letzte Detail getestet und überprüft werden. Hierfür reichten Erfahrungen mit drei Prototypen sicher nicht aus.

„Mit dem Rysumer Nacken steht in Emden eine ausgezeichnete Fläche zur Erprobung weiterer Anlagen zur Verfügung. Als Ausgangspunkt für die Windenergie On- und Offshore möchte EWE dieses Projekt zusammen mit den Partnern Enercon und den Stadtwerken Emden entwickeln, um so auch den Standort Emden zu stärken", sagte Brinker.

 

Technische Daten der E112  
 
Anlage:  
Nabenhöhe:  124 m
Gesamthöhe:  180 m (Kölner Dom 158 m)
Rotordurchmesser:  114 m, überstrichene Fläche >10.207 m2
Drehzahl:  8-13 U/min
Geschwindigkeit der Flügelenden:  48-77 m/s (172-277 km/h)
Nennleistung:  4,5 MW
Stromertrag:  15.000.000 kWh
 (entspr. ca. 4.000 Haushalten)
Gewicht der Gondel:  560 t inkl. Rotor, Blattgewicht 20 t
Fundament:  48 Pfähle, 170 t Eisen, 1000 t Beton
 
Turm:  
Gewicht:  ca. 1 000 t
Durchmesser am Fuß:  12 m
Durchmesser an der Gondel:  4 m
 
Bauzeit:  ca. 6 Monate, davon 1 Monat für das Fundament, 30 Tage durchgehender Turmguss (24 h rund um die Uhr)



Zuständiger
Pressekontakt:

EWE AG

Pressekontakte

Leiter
Konzernkommunikation

Daniel Waschow
Kontakt

Folgen Sie uns auch auf

Folge EWE_AG auf Twitter
[Lucene:End]