EWE entscheidet sich für einen eigenständigen Weg
Strategischer Investor oder Börsengang bleiben Option
Oldenburg, 12. Juli 2004.
Der Energiedienstleister EWE hat sich für den eigenständigen Weg entschieden: Das Unternehmen finanziert seine getätigten Akquisitionen durch Fremdkapital auf langfristiger Basis.
Zur Vorgeschichte: Im Zusammenhang mit dem Verkauf der Anteile an der swb AG, Bremen, und an der VNG – Verbundnetz Gas AG, Leipzig, durch E.ON/Ruhrgas hatte EWE die einmalige Chance, diese Anteile zu erwerben. Per Ministererlaubnis war E.ON und Ruhrgas auferlegt worden, sich von ihren Anteilen an den beiden Unternehmen zu trennen. Gleichzeitig musste E.ON auch die Anteile an der EWE AG abgeben. Diese Gelegenheit haben die kommunalen Eigentümer der EWE AG genutzt, ihren Anteil auf 100 Prozent zu erhöhen.
Die Entscheidung für die langfristige, eigenständige Finanzierung dieser Akquisitionen wurde jetzt von den Gremien der EWE getroffen. „Wir haben in den zurückliegenden Monaten mit unseren Beratern sehr hart gearbeitet, um unseren Anteilseignern eine fundierte Entscheidungsgrundlage vorlegen zu können. Angesichts der aktuell labilen Situation am Eigenkapitalmarkt begrüßen wir diese Entscheidung. Denn dadurch bleiben andere Optionen bestehen. Dies schließt die Beteiligung eines strategischen Investors oder einen späteren Börsengang ein", so Dr. Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender der EWE AG.
Damit bleiben die Landkreise und Städte der Region 100-prozentige Eigentümer des Unternehmens. Diese sind zusammengeschlossen in der Weser-Ems Energiebeteiligungen GmbH (WEE), die 81,9 Prozent an der EWE AG hält, und in der Energieverband Elbe-Weser Beteiligungsholding GmbH (EEW), die mit 18,1 Prozent beteiligt ist.
EWE wird die für die Akquisitionsfinanzierung eingegangenen Kreditverbindlichkeiten von rund 1,5 Milliarden Euro umfinanzieren. Laut Brinker ist in diesem Zusammenhang unter anderem auch eine Bondanleihe möglich. Für den von der E.ON AG übernommenen EWE-Anteil (27,4 %) werden die kommunalen Anteilseigner neue Finanzierungsmöglichkeiten wählen. Diese sind noch nicht im Detail festgelegt.
„Die von uns gewählte Lösung hat vor dem Hintergrund der starken Veränderungen am europäischen Energiemarkt besonderen Charme und lässt uns die notwendige Handlungsfreiheit, auf sich bietende Chancen zu reagieren", so Brinker weiter.
Grundsätzlich sieht Brinker weitere Wachstumsmöglichkeiten, insbesondere im Geschäftsfeld Telekommunikations- und Informationstechnologie. Das Unternehmen sei hervorragend aufgestellt: „Wir sind in einer sehr komfortablen und finanziell gesunden Position und stehen nicht unter Entscheidungsdruck."
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