Erdgasspeicher: Versorgungssicherheit aus der Tiefe
EWE betreibt bereits seit Ende der 1970er Jahre eigene unterirdische Erdgasspeicher. Heute nutzt EWE Speicheranlagen in Huntorf (Landkreis Wesermarsch), im ostfriesischen Nüttermoor und in Rüdersdorf bei Berlin. Weitere Speicher in Jemgum (Ostfriesland) und Moeckow (Ostvorpommern) sind in Planung bzw. im Bau.
Die Speicherkapazität nutzt EWE nicht nur für eigene Zwecke. Ein Großteil wird an andere Unternehmen vermietet. Dieses Geschäftsfeld der Speicherdienstleistung möchte EWE insbesondere mit seinen Projekten in Moeckow und Jemgum ausbauen.
Die Erdgasspeicherung ist ein wichtiges Instrument, um vor dem Hintergrund einer kontinuierlichen Erdgasförderung saisonal bedingte Schwankungen des Erdgasabsatzes auszugleichen – der Erdgasbedarf an einem kalten Wintertag ist etwa fünf bis zehn Mal so hoch wie an einem Tag im August. Durch die Speicherkapazitäten können Energieversorger wie EWE seinen Lieferanten nahezu konstante Bezugsmengen garantieren und dadurch Kostenvorteile erzielen, von denen letztlich die Erdgaskunden profitieren. Gleichzeitig machen die Speicher die Versorgung sicherer, denn sollten Engpässe in der Erdgasproduktion entstehen, bleibt die Lieferung an die Verbraucher durch das Erdgas in den Speichern für einen längeren Zeitraum garantiert.
EWE nutzt als Erdgasspeicher Hohlräume, die in natürlichen Salzstöcken angelegt werden, so genannte Kavernenspeicher. Die Hohlräume entstehen dadurch, dass der Salzstock zunächst angebohrt wird. Durch das Bohrloch wird Wasser in die vorgesehene Tiefe gepumpt, das hier das Salz auflöst und dadurch den Hohlraum – die Kaverne – schafft. Das Wasser reichert sich bei dem Spülprozess mit Salz an und wird unter strengen Umweltschutzauflagen abgeleitet. Die Kavernen sind bei einem Durchmesser von bis zu 100 Metern ca. 200 bis 450 Meter hoch. Das Erdgas wird in diesen Hohlräumen unter hohem Druck gespeichert.
Die Erdgasspeicher von EWE.
Erdgasbezug und -bedarf im Jahreszyklus.